Freitag, 26 Januar 2018 19:42

Unter dem Radar: Cobalt (Black Metal)

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Wer sich mit den aktuellen Entwicklungen im Black Metal beschäftigt, wird an dem kanadischen Label Profound Lore nicht vorbeikommen. Dieses fährt einen prallgefüllten Roster an experimentellen und überragenden Bands auf - eine davon ist Cobalt, die wir in der heutigen Ausgabe von „Unter dem Radar“ etwas genauer beleuchten wollen.

Cobalt bestehen aktuell aus Erik Wunder, der sämtliche Instrumente übernimmt, und Charlie Fell, welcher seit 2015 den markanten Gesang beisteuert. Seit 2003 nach dem Übergangsmetall benannt, erschienen bisher vier Alben und zwei EPs, wobei gerade die letzten Werke besonderen Anklang in der Community gefunden haben. Cobalt gehören mit ihrem eigensinnigen Stil derzeit sicherlich zu den interessantesten Vertretern der amerikanischen Szene.


Aktuelle Besetzung

Erik Wunder - Drums, Gesang, Bass, Gitarren (seit 2003)

Charlie Fell - Gesang (seit 2015)

Diskographie

2003  Hammerfight (EP)
2005  War Metal
2007  Eater of Birds
2008  Landfill Breastmilk Beast (EP)
2009  Gin
2016  Slow Forever


Review zu „Slow Forever"


Sieben Jahre nach der Veröffentlichung des Knallers „Gin“ setzen die beiden Amerikaner mit „Slow Forever“ ihre abenteuerliche Reise weiter fort. Das 2016er Album liefert auf zwei CDs insgesamt über zwei Stunden neues Material und startet direkt mit einem Koloss namens „Hunt the Buffalo“. In diesen ersten neun Minuten der Platte zeigen Cobalt deutlich, dass sie keinen konventionellen Black Metal spielen (wollen), sondern das ganze etwas grooviger und langsamer angehen als bekannte Genre-Vertreter. Auch die folgenden Titel fallen in dieses Schema und punkten neben dem melodischen Gitarrenspiel mit kernig-kreischendem Gesang, der dem Album von Anfang an einen besonderen Pfiff verleiht. Mit „King Rust“ erfährt die erste der beiden CDs - namentlich „Slow“ - dann ihren Höhepunkt und konzentriert die erwähnten Punkte in elf Minuten zu einem wahren Schatz.

Die zweite Scheibe, „Forever“, gibt sich dann ähnlich kompakt und verfeinert den bisherigen Südstaaten-Einfluss der Band noch. Das Gitarrenspiel ist gerade in den Titeln „Final Will“ und „Slow Forever“ wesentlich abstrakter als bei herkömmlichem Black Metal und entfaltet sich zwischen den kurzen Gesangsparts in virtuosem Riffing mit Ohrwurmcharakter. Die Komplexität und Masse des Albums hinterlässt die Hörer mit offenen Mündern und macht klar, wofür Cobalt spätestens seit dem 2007er Album „Eater of Birds“ stehen: monumentale, sich steigernde Alben, die mit ihrer Instrumentierung und der musikalischen Darstellung abstrakter Themen zu überzeugen wissen.

Tracklist
Disc 1: Slow
1. Hunt The Buffalo
2. Animal Law
3. Ruiner
4. Beast Whip
5. King Rust
6. Breath
7. Cold Breaker

Disc 2: Forever

1. Elephant Graveyard
2. Final Will
3. Iconoclast
4. Slow Forever
5. Siege

Weitere Informationen

Gelesen 331 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 Januar 2018 20:04
torn

Kommt Zeit, kommt Unrat.

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Hunt The Buffalo - Cobalt Cobalt