Samstag, 20 Januar 2018 15:33

Unter dem Radar: War Kabinett

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War Kabinett War Kabinett

Gleich zu Beginn des Jahres warten wir für Euch mit schweren Geschützen auf. War Kabinett brechen musikalisch mit sämtlichen Klischees – für uns Grund genug, diese Band genauer zu beleuchten!

Wer sich mit der mexikanischen Band War Kabinett beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sie sich nicht so leicht kategorisieren lassen. Im einen Moment sehr thrashlastig, im nächsten mehr symphonisch, könnte man meinen, dass sie ihre Einflüsse wild durcheinanderwürfeln. Aber weit gefehlt! Was es damit auf sich hat, erzählen die Mannen um den charismatischen Sänger Dante undergrounded.de im Interview.


Das Quartett aus Mexiko, genauer aus Mexiko-Stadt stammend, hat seit seiner Gründung im Jahre 2004 zwei Studioalben veröffentlicht. „Weakminded“ heißt ihr Erstlingswerk und erschien 2007; im Oktober 2017 feierten sie das 10-jährige Jubiläum des Debüts. „Made In Mexico“ erschien als starker Nachfolger 2011, welches sie in Zusammenarbeit mit dem „National University Philharmonic Orchestra and Choir“ und dem „Minería Symphonic Orchestra“ aufgenommen haben und beinhaltet einige Soli von keinem Geringeren als Henjo Richter, seines Zeichens Lead Gitarrist bei Gamma Ray.

Seitdem haben sie eine Symphonic Metal Show als Metallica-Tributkonzerte konzipiert und haben Pläne, dieses Konzept weiter auszubauen. Außerdem steht für das noch junge Jahr 2018 eine neue Platte an!


Aktuelle Besetzung

Dante Díaz – Vocals
Alberto Ruiz – Lead Guitar
Luis Sugrañes – Guitar
David Gutierrez – Bass


Diskographie

2007 Weakminded (Full-length)
2011 Made In Mexico (Full-length)


Livereviews von War Kabinett

Bereits bei ihrem ersten Auftritt auf dem Dong Open Air im Jahr 2015, fiel das Quartett mit Live-Unterstützung des Session Drummers Adan durch eine energetische Show und einer starken Bühnenpräsenz auf:

„Eine etwas weitere Anreise hatten die sympathischen Jungs von War Kabinett, die den Weg aus Mexiko City hier hergefunden haben. Selbst nennen sie ihren Sound Hybrid Symphonic Metal, und eins ist sicher - das rockt! Sänger Dante Díaz deckt alle Töne von den tiefsten Tiefen bis in die höchsten Höhen mühelos ab, Gitarren, Bass und Drums wetteifern darum, wer der virtuoseste der vier ist, und insgesamt liefert die Band damit ein musikalisches Feuerwerk, das beim ein oder anderen trotz der Hitze eine Gänsehaut hinterlässt. Und auch das Publikum feiert diesen Auftritt zu Recht.“ (Mondenkind)


Und auch im letzten Jahr war ihre Show nicht weniger fulminant:

„Das Konzertzelt füllte sich zunehmend, denn der nicht mehr ganz so geheime Geheimtipp sollte gleich auftreten: War Kabinett aus Mexiko. Und sie übertrafen alle Erwartungen, denn überraschend hatten sie einen Teil ihrer Freunde des Epic Rock Choirs, einem Deutsch-Niederländischen Chor, dabei. Der Fokus der Setlist lag ganz klar auf ihrem letzten Album „Made In Mexiko“ und doch schafften es die Jungs ihre Songs mit Hilfe der stimmlichen Unterstützung in ganz neuem Gewand zu präsentieren – grandios! Neben all dem Trubel auf der Bühne und der kraftvollen Bühnenpräsenz, die jeder von ihnen an den Tag legte, vergaßen sie auch nicht, das Publikum in ihre Show mit einzubeziehen – und dieses ließ sich bereitwillig mitreißen! Nach dem Hauptset ging die Band den Rufen nach einer Zugabe mehr als gerne nach. Dabei zeigte sich Sänger Dante mit den Flaggen Mexikos und Deutschlands. Ein Zeichen der Freundschaft natürlich, aber dahinter steckt noch mehr, wie er undergrounded.de im späteren Interview erzählt.“ (Anna Apostata)


Interview mit War Kabinett

Bei schönstem Sonnenuntergangslicht trafen wir uns an einem ruhigen Fleck, ein wenig abgelegen vom Campground, um unser Interview durchzuführen, dem eine spaßige Fotosession vorausging.

undergrounded.de: Der Meinung waren wir schon vorher, aber gerade nach dem heutigen Auftritt fühlen wir uns bestärkt – ihr brecht mit allen Klischees und Regeln! Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Chor zustande gekommen?

War Kabinett: Wir kannten Laura und wussten, dass sie Teil des Epic Rock Choirs ist. Die Zusammenarbeit ist allerdings eher spontan zustande gekommen. Wir wollten schließlich etwas Besonderes für die Show bieten. Wir dachten uns, dass ein Chor unserer Musik mehr Dynamik geben kann – gerade live. Also sprachen wir mit Laura, die einige Mitglieder mobilisierte und dank des Dong-Teams, das uns gewähren ließ, hat auch alles geklappt.
In gewisser Weise brechen wir nicht mit Klischees, denn dafür müssten wir uns zunächst kategorisieren. Wir arbeiten alle mit Musik, daher haben wir viele verschiedene Einflüsse. Diese sind sozusagen unsere Werkzeuge, mit denen wir für War Kabinett die Möglichkeit haben, etwas wirklich einmaliges zu schaffen.

UG: Sind die verschiedenen Einflüsse und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Genres nicht auch ein Garant für Inspiration?

WK: Natürlich. Wir würden unser Genre eher als Hybrid Metal bezeichnen, weil es so viele Einflüsse gibt, die in unserer Musik vereint sind. Wir lassen uns aber nicht nur durch unsere Arbeit oder generell durch andere Musik-Genres inspirieren. Unsere Kultur ist ebenfalls eine große Inspirationsquelle.



UG: Ihr habt mit den Symphonie Metallica-Tributshows etwas wirklich Großartiges auf die Beine gestellt. Von einem großen Orchester begleitet habt ihr dabei die Songs der Thrashlegenden in einer völlig neuen Gestalt präsentiert. Vom Publikum gab es äußerst positive Resonanz. Woher kam die Idee zu einem solchen Konzept und wie wird es nun weitergehen?

WK: In erster Linie lieben wir die Band Metallica und ihre Songs und wissen die Bedeutung für den Thrash Metal heutzutage zu schätzen. Außerdem war es auch die beste Möglichkeit, den Job mit unserer Band zu verknüpfen. Aber wir haben uns auch überlegt, dass dies vielleicht eine gute Gelegenheit ist, mehr Leute zu erreichen. Mexiko ist ein großes Land, aber eine wirkliche Metal-Szene, zumindest für kleine und neue Bands, gibt es kaum. Das Problem ist dreigliedrig. Erstens: Es gibt keine wichtigen oder großen Labels in Mexiko. Zweitens: Die Presse interessiert sich nur für die großen Bands wie eben Metallica oder Iron Maiden, was zu drittens führt: Die Leute geben ihr Geld nur für die großen europäischen oder US-amerikanischen Bands aus. Dafür sparen sie, wenn es sein muss, mehrere Monate, um sich eine Karte leisten zu können, statt auf viele kleine und Underground-Konzerte zu gehen, und die lokalen Bands zu pushen. Das war also eine gute Möglichkeit das mexikanische Publikum dazu zu bekommen, sich eine mexikanische Band anzuschauen. Und vielleicht bleiben uns einige von ihnen treu.


UG:
Ihr habt euch am Ende eurer Show mit den Flaggen Mexikos und Deutschlands gezeigt – ein Akt der Freundschaftsbekundung?

WK: Auch! Wir lieben Deutschland und bei unserem ersten Besuch sind wir sehr nett aufgenommen worden und haben viele Freunde gefunden. Deshalb wollten wir wiederkommen. Aber Mexiko und Deutschland haben einiges gemein. Deutschland war durch eine Mauer geteilt, das habt ihr nun hinter euch und konntet aus der Geschichte lernen. Und jetzt, mit den politischen Veränderungen in den USA, droht eine Verschärfung der Einreisebestimmungen in die USA und sogar der Ausbau der Mauer an den mexikanisch-US-amerikanischen Grenzen. Das zerreißt viele Familien, so wie es in Deutschland auch der Fall war. Gerade jetzt, wo der Weltfrieden extrem in Gefahr ist, sollten doch die Menschen anfangen, mehr Brücken, statt Mauern zu bauen.


UG:
Euer Debütalbum dürfte in diesen Tagen das 10-jährige Bestehen feiern und auch euer Zweitlingswerk ist schon ein paar Tage alt. Ist im Hintergrund etwas in Planung?

WK: Definitiv! Ein neues Album ist gerade im Entstehungsprozess und wird aus jetziger Sicht zwischen Mai und Juni 2018 veröffentlicht. Und dann planen wir noch eine große Überraschung.


UG:
Wir sind gespannt, was da auf uns zukommt. Danke für das Gespräch!

WK: Danke euch!

Weitere Informationen

Gelesen 298 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 21 März 2018 22:45
Anna Apostata

Aika Multaa Muistot

Medien

War Kabinett Heroes Of War