Samstag, 30 Dezember 2017 11:02

Unter dem Radar: Below A Silent Sky (Post Metal)

geschrieben von
Artikel bewerten
(4 Stimmen)
Bandlogo Bandlogo Below A Silent Sky

Zum Jahresausklang lassen wir es bei „Unter dem Radar“ mal etwas ruhiger und atmosphärischer angehen. Statt Death oder Black Metal gibt es eine ordentliche Portion instrumentalen Post Metal: Wir stellen euch Below A Silent Sky vor.

Das Quartett aus Ilmenau gibt es seit 2012. Zwei Jahre nach der Gründung erschien mit der „EP 2014“ der erste Tonträger der Band. Nach einem Wechsel an den Drums spielte man das erste Album „Corrosion“ ein, welches 2015 veröffentlicht wurde. 2017 stand bei den Thüringern ganz im Zeichen des zweiten Albums, die Aufnahmen hierfür wurden Ende des Jahres abgeschlossen und die Songs liegen nun beim Mixing/Mastering.


Aktuelle Besetzung

Diego Walch – Bass

Robin Ritter -Guitars

Christian Schneiderwind – Guitars

Heinz Götze – Drums


Diskographie

2014 EP 2014

2015 Corrosion (full-length)


Review zu „Corrosion“


Die EP von Below A Silent Sky fiel mir kurz nach ihrem Erscheinen zum Reviewen in die Hände. Schnell entfachte sich Begeisterung, denn der instrumentale Post Metal der Thüringer ist ein echter Ohrenschmaus. Als ein Jahr später mit "Corrosion" das erste Album veröffentlicht wurde, war ich entsprechend gespannt. Ob das Werk an die Erwartungen heran kommt, die die EP geschürt hat, erfahrt ihr im folgenden Review.


Um es kurz zu machen: Ja, das Album erfüllt alle Erwartungen und knüpft dort an, wo Below A Silent Sky mit ihrer EP aufgehört haben. Die Thüringer haben auf "Corrosion" sechs instrumentale Meisterstücke verewigt, bei denen es wieder viel zu entdecken und zu genießen gibt. Denn verlernt hat das Quartett in der Zeit zwischen der EP und Album absolut nichts!


Es ist wieder eine wahre Freude, der Band beim Zaubern auf ihren Instrumenten zuzuhören. Die Hauptrolle nehmen hierbei die beiden Gitarren ein, welche mit zahlreichen Soli, Riffs, Melodien und Effekten den Spannungsbogen in den einzelnen Songs hochhalten. Aber auch das Schlagzeug und der Bass spielen eine große Rolle und übernehmen immer dann die Bühne, wenn die Gitarren mal nur "Standardarbeit" leisten. So gibt es auch viele Feinheiten und Spielereien im Schlagzeugspiel und am Bass zu hören und zu entdecken. Eins steht aber definitiv fest: ALLE vier Mitglieder von Below A Silent Sky wissen mit ihren Instrumenten umzugehen und wie man diesen Klänge entlockt, die man nicht oft zu hören bekommt.


Doch zaubern ist nicht alles - denn was nützt es, wenn man allein die tollsten Sachen machen kann, es aber im Zusammenspiel mit den anderen Bandmitgliedern nicht gut klingt. Hier muss man sich bei Below A Silent Sky jedoch keine Sorgen machen. Drummer Heinz ist zwar erst nach der EP dazu gekommen, trotzdem spielt die Band wie eine über die Jahre gewachsene Einheit. Hier kennt jeder seinen Platz und weiß um seine Wichtigkeit im Gesamtgefüge, als das sich einer unnötig hervorheben müsste. Das macht es so angenehm, den Songs zu lauschen, denn auch diese wirken nur durch das Zusammenspiel der Instrumente.


Aber nicht nur an den Instrumenten und im Zusammenspiel beweisen die Thüringer ein feines Händchen. Auch beim Songwriting und -aufbau haben Below A Silent Sky ein tolles Gespür, was die Songs benötigen, um spannend zu bleiben. Das Quartett schafft es, immer genau so viel in die Songs zu packen, dass sie zum einen nicht überladen sind, es zum anderen aber bei jedem erneuten Hören wieder etwas anderes zu entdecken gibt. So bleibt selbst bei achtminütigen Songs der Spannungsbogen erhalten und kein Song dümpelt nur so vor sich hin.


Gegenüber den Songs der EP wirken die Stücke auf "Corrosion" etwas geradliniger komponiert. Es fehlen die offensichtlichen Progressive-Parts, die auf der EP noch deutlich zu vernehmen waren. Diese Parts wirkten wie Einschübe und zerstückelten die Songs etwas, da die Übergänge dazwischen teilweise nicht ganz so geschmeidig waren. Bei den sechs Songs des Albums ist dies anders, sie wirken mehr im Fluss und zusammenhängender. Die progressiven Parts sind aber nicht vollständig aus den Songs verschwunden, sondern wurden nur besser integriert und die Übergänge reibungsloser gestaltet. Das kommt dem Ohr des Hörers zugute, denn die Songs fließen weich in eben dieses und haben nur wenig Kanten, welche den Hörgenuss stören könnten.


Wie oben gesagt, knüpft "Corrosion" dort an, wo Below A Silent Sky mit der EP aufgehört haben. Dabei gelingt es der Band, sich in einigen Punkten weiterzuentwickeln, ohne dabei sich selbst zu verlieren. Freunde des Post Metal werden an diesem Meisterwerk nicht vorbeikommen und den Namen Below A Silent Sky sollte man sich merken. Hier entsteht großes!

(Review von eviloli, geschrieben am 28.10.2015 für undergrounded.de)


Tracklist

1. The Withering

2. Sulfur

3. The Flood I: Ambiguity

4. The Flood II: Closure

5. Adrift

6. Asperatus

Weitere Informationen

Gelesen 414 mal Letzte Änderung am Sonntag, 31 Dezember 2017 12:13
eviloli

Just when I know all of life's answers, they changed all the questions!

Medien

Sulfur - Below A Silent Sky Below A Silent Sky