Montag, 04 Dezember 2017 09:32

Unter dem Radar - Raventale (Black Metal)

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Raventale Raventale

Dass in Osteuropa einige grandiose Black Metal-Formationen ihren Ursprung haben,  ist für den interessierten Schwarzmetaller nichts Neues. Raventale, das Projekt um Astaroth Merc, hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer festen Größe manifestiert, die verschiedenste Themen durch atmosphärische Stimmung in Black Metal hüllt und sich dabei mit jedem Album seiner Vorstellung vom perfekten „Atmospheric Black Metal“ nähert. Höchste Zeit, diesem Projekt in unserer Kategorie „Unter dem Radar“ die nötige Aufmerksamkeit zu geben.

Raventale ist das wohl spannendste Projekt des Künstlers „Astaroth“, welcher in der ukrainischen Metal-Szene mit Sicherheit kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. So ist er seit 2014 bei Balfor und Deferum Sacrum an der Lead Gitarre zu hören und übernimmt bei Chapter V:F10 die Instrumentation komplett.

 

Diskographie:

2006 - На хрустальных качелях

2008 - Давно ушедших дней

2009 - Mortal Aspirations

2010 – After

2011 – Bringer of Heartsore

2012 – Transcendence

2013 - Mémoires (Compilation)

2015 - Dark Substance of Dharma

2017 - New World Planetarium (Single)

2017 – Planetarium

 

Review „Planetarium“

Wenn ein Ein-Mann-Projekt in gut elf Jahren fast acht Alben veröffentlicht, müssen diese nicht zwingend minderer Qualität sein. : Jedes Album hat seinen unverkennbaren Charakter und setzt sich durch gezielte Akzente sowie verschiedene lyrische Themen vom Rest ab, ohne dabei jedoch unverkennbar Raventale zu sein.

„Planetarium“ schlägt, wie zu erwarten war, in die Kerbe der terrestrisch ausgerichteten Lyrics.

Die musikalische Weiterentwicklung zieht sich durch alle Alben.

Bereits bei dem ersten Song „Gemini – Behind Two Black Moons“ ist klar, dass hier kein Schema F  angewendet wird. Von der ersten Sekunde an bietet sich ein atmosphärisches und gleichzeitig melodisches Riffing, welches durch druckvolle und markante Vocals unterstützt wird. Astaroth schafft es sofort eine eine dichte Soundwand zu etablieren, die auf den ganzen sechs Minuten des ersten Tracks aufrechterhalten wird. Der dezente Einsatz von Keyboardklängen trägt hier wie auch auf allen weiteren Tracks dazu bei, kleine Akzente zu setzten und ruhigere Parts zu betonen sowie das teils mantraartige Riffing zu unterstützen. Auf allen weiteren Songs, die jeweils über zehn Minuten Spieldauer besitzen, trifft man auf bekannte Schemata, die man schon von Vorgängeralben wie „Dark Substance of Darma“ kennt und jedem Song diesen gewissen „Raventale-Charme“ geben. Mitunter sind dies die beinahe zur Monotonie neigenden Melodien, die bis zum letzten über die komplette Dauer gespielt werden und nur seltener von kurzen, dafür umso prägnanteren Breaks geteilt werden. Dies wirkt hier teilweise etwas einfallsloser als noch beim Vorgängeralbum, lässt aber den Gesamteindruck wenig leiden. Raventales Songs erschließen sich oft erst vollends nach mehreren Hördurchläufen, da sich immer wieder raffinierte Ideen hinter einem riesigen Klanggebilde verbergen, die das Gesamtbild vollenden.

Während „At The Halls Of The Pleiades“ beispielsweise zunächst mit einem stark Death Metal geprägten Riffing beginnt, wandelt es sich mit einemHauch skandinavischen Winds hin zu einem doomig angehauchten Black Metal-Song, der nicht nur der gefühlt beste und abwechslungsreichste der gesamten Platte ist, sondern auch nachhaltig hängen bleibt und auch im Gesamtkonstrukt perfekt funktioniert. Das Drumming mit weniger Blastbeats als man gewohnt ist, unterstützt diesen überwiegenden Mid- bis Low-Tempo Track perfekt hin zum Finale. Langsam beginnend steigert sich der Song immer weiter in die beinahe-Ekstase und verzichtet öfter auf Gesang, um sich über die Gitarren auf ein drückendes Gefühl zu fokussieren, was dem gesamten Album gegen Ende nochmals in gewisses Etwas verleiht. Hinfort ist die Hast, die noch bei den Vorgängern zu spüren war und zurück bleibt ein Doom-lastiges sowie melancholisches Epos dass dieses grandiose Werk abschließt und erneut beweist, dass Astaroth nicht nur live wie z.B. auf dem Dark Troll 2017, sondern auch auf dem Album „Planetarium“ Meister seiner eigene Auslegung des atmosphärischen Black Metal ist.

Weitere Informationen

  • Band: Raventale
  • Album Titel: Planetarium
  • Erscheinungsdatum: 05.10.2017
Gelesen 127 mal Letzte Änderung am Montag, 04 Dezember 2017 14:30