Mittwoch, 01 November 2017 21:09

Unter dem Radar: Lifeless (Death Metal) Empfehlung

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Lifeless begleiten Undergrounded schon eine ganze Weile. Die Death Metaller, die sich 2006 bei Dortmund als Oldschool-Death-Band gegründet haben, waren schon in den Anfangstagen von „Death Metal Victory“ ein im Underground vielgeachteter Beitrag zur Szene - das sollte unserer Meinung nach einer viel größeren Audienz bekannt sein.

Mit ihrem Debütalbum „Beyond The Threshold Of Death“, das zwei Jahre nach der Gründung und ohne Labelsupport veröffentlicht wurde, starteten die vier Musiker ihre Karriere. Dieses Debüt zog schnell einen Vertrag beim amerikanischen Label „Ibex Moon Records“ und 2010 ein Re-Release der Scheibe nach sich. 2011 trennte man sich vom bisherigen Gitarristen Andy und ging außerdem durch einen Vertrag mit dem renommierten Death-Metal-Label „FDA Rekotz“ einen Weg zu mehr künstlerischer Freiheit, woraus 2012 eine Split mit Chapel Of Disease (auch FDA) namens „Cult“ entstand.

Auch „Godconstruct“, das 2013 als nächster Langspieler folgte, wurde von der Presse gut aufgenommen und viele zogen (nicht zu Unrecht) Vergleiche mit Entombed, Death oder Grave. Die Zusammenarbeit mit SCR-Records, die Lifeless in der Vergangenheit nicht nur einmal eine Bühne im Ländle boten, war neben der „Sermon of Ungodly Dreams“ Split-LP 2015 - zusammen mit Arroganz, Obscure Infinity und Reckless Manslaughter - der letzte Höhepunkt vor dem Release des aktuellen Albums „The Occult Mastery“, das bei Undergrounded die volle Punktzahl abräumte.

Wir sind gespannt, wie sich Lifeless noch weiter entwickeln werden und können allen, deren Leidenschaft dreckiger Death ist, die Band nur ans Herz legen!

Aktuelle Besetzung

Marc – Vocals, Gitarre

Sascha - Bass

Daniel - Drums

Jan – Gitarre

Diskographie

2007 Beyond The Threshold of Death (Album)

2010 Beyond The Threshold of Death Re-Release (Album)

2012 Cult (Split EP)

2013 Sermon Of Ungodly Dreams (Split)

2017 The Occult Mastery (Album)

Review zu „The Occult Mastery“

Lifeless standen schon immer für qualitativ hochwertigen Oldschool Death Metal, der bisher nie enttäuscht hat. Das dritte Album „The Occult Mastery“ legt die Latte noch etwas höher und bietet alles, wofür man die Band liebt und sogar noch die ein oder andere Überraschung. Hier dürften nicht wenige Todesmetaller ihr Seelenheil finden.

Vieles hat sich bei den Jungs aus Dortmund seit ihrer ersten Veröffentlichung im Jahre 2008 getan: Die Band reifte mit jedem Album, fand immer mehr ihren eigenen Stil, mit dem sie sich abheben konnte, obwohl sie eine klassische Oldschool-Spielart des Death Metal bevorzugt. Mit ihrem neuen Album „The Occult Mastery“ übertreffen sich Lifeless selbst und schießen ein Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht.

Erfrischend schnell geht das Album nach einem kurzen Präludium mit dem Titeltrack, der absolut keine Wünsche offenlässt, in die Vollen. Von der ersten Note an bis zum Ende wird man förmlich genötigt, seinen Kopf zu bewegen und sich der Musik hinzugeben. Mitreißende Melodien, überraschend gutes und abwechslungsreiches Drumming und kleine, aber geschickte Tempowechsel lassen keine Sekunde lang Langeweile aufkommen und hämmern sich gnadenlos in den Schädel. Selten hat man einen so gelungenen Einstieg in ein Death-Album gehört. Mit „Progenies of a Cursed Seed“ folgt sogleich ein weiterer Anspieltipp, der auch den Fortschritt der Band im Lyrikbereich deutlich macht und die Vielschichtigkeit von Lifeless widerspiegelt. Auch wenn teils etwas langsamer, wird hier mehr mit Melodik gespielt und einer der besten Songs des ganzen Werkes dargeboten.

Jeder Song hat seinen eigenen Charakter und bietet überraschend frischen Oldschool Death Metal, der selten so gut klang wie auf diesem Silberling. „Delusions of Grandeur“ setzt sich zugegebenermaßen ein bisschen vom Rest ab, aber nur, um eine weitere Seite der Band zu zeigen und deren Vielschichtigkeit erneut zu manifestieren. Starke Songs von Anfang bis Ende zieren das Album, gekrönt vom fulminanten „Throes of Dawn“, welches einen sofort dazu bewegt, die Scheibe erneut einzulegen und sich noch einmal ins Getümmel zu stürzen. Deutlich wird auf dem Album auch, dass Sänger Marc stark an seinem Gesang gearbeitet hat. Vorbei ist der klassische 0815 Growl – endlich Gesang, der sich abhebt und überragend ins Gesamtkonstrukt passt!

Lifeless sind der Beweis, dass auch ein fundierter, mit skandinavischen Einflüssen gespickter Death Metal noch weitaus mehr sein kann – diese Mischung ist voll von Innovation und zugleich so gut abgestimmt, dass es schwerfällt, einen negativen Punkt zu finden. Death Metal at its finest made in Germany.

Über die gesamten ca. 37 Minuten hinweg erlaubt sich das Album keinen wirklichen Patzer und bietet absolut frischen Sound, der gut produziert und keinesfalls generisch daherkommt. Lifeless schlagen sich ihre eigene Nische im Oldschool-Death-Bereich, die seinesgleichen vergeblich sucht und ihr drittes Album zu einem Meilenstein macht.

Tracklist

1. Prelude Kali Yuga

2. The Occult Mastery

3. Progenies Of A Cursed Seed

4. From Chaos Our Order Shall Rise

5. Delusions Of Grandeur

6. Rites Of Desolation

7. Interlude Dystopia

8. Insanity Reigns

9. Throes Of Dawn

Weitere Informationen

Gelesen 245 mal Letzte Änderung am Sonntag, 05 November 2017 11:56

Medien

The Occult Mastery (official video) - Lifeless Lifeless
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