Sonntag, 04 Oktober 2015 13:46

Cathedral - In Memoriam (ReIssue 2015)

geschrieben von ravioli
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Vor 25 Jahren erschien mit "In Memorium" das erste musikalische Lebenszeichen von Cathedral. Zum Jubiläum bringt Rise Above Records (Label von Frontmann Lee Dorrian) das Tape in einer remasterten Version heraus und sorgt zwei Jahre nach der Auflösung dafür, dass sich Cathedralfans wieder auf einen Tonträger freuen dürfen.

Durch fünf weitere Songs, allesamt Liveaufnahmen von Konzerten in Holland 1991, werden die vier Songs der Demo ergänzt und auf Longplayer-Länge aufgestockt. Dazu bekommt man noch eine DVD mit Livebildern oben drauf und fertig ist das Paket, welches Rise Above Records für die Doomfans da geschnürt hat. Man kann jetzt dem Label unterstellen, dass sie mit dem Namen Cathedral so noch mal etwas Geld machen wollen, aber es ist doch eher die Möglichkeit für Späteinsteiger und -geborene, die ersten Songs von Cathedral noch mal zu hören. Für die bietet sich hier wirklich die Chance, einen Blick in das musikalische Frühwerk der Doomer zu erlangen und noch mal selber die Entwicklung von Cathedral nachzuvollziehen.


Mit "Mourning Of A New Day" und "Ebony Tears" sind zwei Songs dabei, die schon deutlich zeigen, wohin die Reise bei Cathedral gehen sollte. Mit mächtigen, düsteren Riffs, schleppender Rhythmusfraktion und dem knarzenden Gesang von Dorrian wird hier eine schwermütige, erdrückende Stimmung geschaffen, die zu späteren Markenzeichen der Band werden sollte. Neben diesen beiden Songs huldigte man auf dem Demo noch den Meistern von Pentagram, in dem man "All Your Sins" von ihnen coverte und es gibt noch das Instrumental "March" zu hören, welches einem Trauermarsch gleich daher kommt, in dem man all die Emotionen der Trauer, wie Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, aber auch Wut zu hören bekommt. "March" weiß für mich, neben "Ebony Tears" am meisten zu überzeugen, beide Songs haben einen Sog, der den Hörer tief mit sich nach unten zieht und in die Abgründe der Welt zeigen.


Die fünf Liveaufnahmen, die nach der Demo folgen, sind vom Sound her von sehr guter Qualität und zeigen gut, wie die Songs von Cathedral live wirken. Bis auf "March" werden hier auch die anderen drei Songs von "In Memorium" live präsentiert, so dass man sich den Unterschied zwischen Studio und Bühne gut vor Augen führen kann. Alles in allem reißen mich aber die Livesongs alle nicht so vom Hocker. Das liegt aber, meiner Meinung nach, an der Tatsache, dass es Bands gibt, die man auch optisch live wahrnehmen muss, um den Gesamteindruck zu bekommen und auf sich wirken zu lassen und Cathedral ist für mich so eine Band. Da mir die DVD leider zum Review nicht vorlag, blieb mir nur der akustische Genuß und deswegen bin ich nicht zu hundert Prozent von den Liveaufnahmen überzeugt.


Mit "In Memoriam (ReIssue 2015)" bietet sich vor allem jüngeren Metalfans und Späteinsteigern eine wirklich gute Chance, eine der größten Doomsbands zu ihren Anfängen zu begleiten, ein Stück Doomgeschichte zu hören und dazu noch einen Live-Eindruck von Cathedral zu bekommen. Wer die 1999 erschienene Erstauflage von "In Memoriam", der sollte sich aber überlegen, ob er zugreift oder nicht, denn der einzige Unterschied liegt im Sound, der 2015 eine neue Politur bekommen hat, im Artwork und der DVD. Von den Songs auf der CD her ist es die gleiche Zusammenstellung, so dass man hier nichts neues bekommt und auch nichts verpasst.


Tracklist:

1. Mourning Of A New Day

2. All Your Sins

3. Ebony Tears

4. March

5. Commiserating The Celebration (live in Holland 1991)

6. Ebony Tears (live in Holland 1991)

7. Neophytes For The Serpent Eve (live in Holland 1991)

8. All Your Sins (live in Holland 1991)

9. Mourning Of A New Day (live in Holland 1991)

Weitere Informationen

  • Band: Cathedral
  • Album Titel: In Memoriam (ReIssue 2015)
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Medien

Ebony Tears (demo 1990) - Cathedral Cathedral