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Samstag, 19 September 2015 09:58

Unter dem Radar: Tulsadoom (Heavy/Barbaric Metal)

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Wer in den 1980er Jahren seine Jugend als strammer Bursche verlebt hat, der ist 1982 nicht um DEN Barbarenfilm schlechthin herum gekommen. Arnold Schwarzenegger verkörperte und war Conan – Der Barbar, sein böser Gegenspieler im Film nannte sich Thulsa Doom. Na, klingelt es? TULSADOOM aus Wien bringen die Zeit der Barbaren zurück in die Gegenwart.

Der wilde Barbarenhaufen wurde 2007 in Wien gegründet. Virgin Penetrator (Gitarre) & Rick Thunder (Bass) ersannen sowohl das Konzept als auch die musikalische Ausrichtung ihres barbarischen Projekts und schrieben erste Songs, wie "The Glory Of Thulsa Doom" und "Fuck the God of the Four Winds". Offensichtlich nach zigmaligem Anschauen der CONAN-Filme und ausführlicher Lektüre der Kurzgeschichten von Robert E. Howard, der den legendären Barbaren bereits 1932 erfand. Hairless Torturer (Gitarre) und Sergeant Hammergeil (Schlagzeug) stiessen 2008 hinzu, gefolgt von Sänger King Totolva. Mit dieser Besetzung starteten dann in Wien die ersten Proben. Diverse Besetzungswechsel brachten das Bandkarussell zum Kreisen. 2 Jahre später war das Debüt-Album „Barbarian Steel" bereits fertig, doch Label-Probleme ließen erst 2012 eine Veröffentlichung zu. Drei Jahre und bereits eine Vielzahl an Konzerten später, liegt nun das Zweitwerk „Storms Of The Netherworld" auf dem Plattenteller. TULSADOOM verrühren klassischen Heavy Metal, derbe rohen Thrash und rumpelige Schwarzmetall-Einflüsse zu einem von ihnen als – Barbaric Metal – getauften explosiven Gemisch.


In Sachen Bühnen-Outfit und Außendarstellung bedienen sie sich auch optisch komplett beim CONAN-Vorbild, was vielleicht klischeebeladen und anfangs auch etwas lustig anmutet, doch sollte man die Musiker ernst nehmen, denn anders als bei so vielen „Spaß-Kombos", die Humppa-Party-Gedudel in lustigen Kostümen den Leuten unterjubeln, hauen TULSADOOM einem musikalisch fett in die Fresse!


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Dass sie sich nicht ganz Bier-Ernst nehmen verstärkt noch den positiven Gesamteindruck. Stichwort Bier : Die SchlaWiener brauen seit 2013 auch ihr eigenes „Barbarian Beer"! Der Verfasser dieser Zeilen kam bereits im Rahmen des Black´N´Thrash Infernos 2014 - nach Festival-Schluß - in den Genuss dieses Tropfens. Das Zeug schmeckt verdammt gut. Kein Wunder, denn dies ist keine seelenlose und kommerziell ausgeschlachtete Promo-Aktion, wie es die Großen und möchtegern Großen Bands mittlerweile inflationär betreiben (Finger weg von dem weltschlechtesten Vodka einer blutgetränkten Todesmetall-Kombo aus Deutschland). Das bandeigene Bier wird unter der Federführung von Gitarrist Skullcrusher Volkov gebraut. Der Kerl versteht eine Menge von der Braukunst und hat die Rezeptur mit entworfen. Wer Gelegenheit bekommt ein TULSADOOM-Konzert in seiner Nähe besuchen zu können, der möge den Tropfen am Merch-Stand probieren. Reingehört und mitgetrunken!


Aktuelles Lineup:

Sototh Dult : Vocals (+Lyrics)

Virgin Penetrator: Lead & Rhythm Guitars (+Songwriting, Concepts and Management)

Skullcrusher Volkov: Lead & Rhythm Guitars (+Responsible for brewing Barbarian Beer)

Rick Thunder: Bass Guitars (+Concepts & Songwriting)

Doktharr Radiovodnik: Drums and Percussion (+Graphical support)


Diskographie:

2012 Barbarian Steel (full-length, Nihilistic Empire Records)

2015 Storms of the Netherworld (full-length, Nihilistic Empire Records)


Review „Storms Of The Netherworld"


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TULSADOOM liefern mit ihrem zweiten Schlag mit der Streitaxt einen würdigen Nachfolger zu ihrem bereits barbarisch starken Debüt-Album „Barbarian Steel" aus dem Jahre 2012 ins Haus. Während der knappen Stunde Spielzeit hinterlassen die Wiener verbrannte Erde und machen keine Gefangenen. Sie nennen ihre Musik stilsicher Barbaric Metal und vermischen hier klassischen Heavy Metal mit derben Thrash Metal und einigem Schwarzmetall. Gekonnt und über die gesamte Spielzeit äußerst abwechslungsreich verbraten TULSADOOM messerscharfes Thrash-Riffing, treibende Drums und generell heiser grummeligen Gesang, der an Sodom´s Tom Angelripper erinnert. Vereinzelt und jeweils wie die barbarische Faust aufs Auge passen seltene Tom G. Warriorartige „Uuhhs" und schrille Halfordscreams als Sahnehäubchen des jeweiligen Songs.


Griffige Mitgröhl-Parts lockern manche Songs auf, ohne in peinliches Party-Metal-Gedudel abzudriften. An ihren Instrumenten zeugen sämtliche Bandmember, dass sie diese verdammt gut beherrschen. Alles sitzt, passt und ist tight auf den Punkt gespielt. Die Produktion ist erdig, ein wenig oldschoolig und sehr authentisch roh, mit Ecken und Kanten. Die äußere Aufmachung der CD ist sehr gelungen. Das Barbaren-Cover passt nahtlos in das barbarische Konzept und das 20seitige Booklet ist sehr schön gestaltet. Hier wird vorab eine kleine Rahmengeschichte erzählt. Zudem bekommt jeder Song eine eigene Einführung/Vorgeschichte. Leider ist das Lesen etwas beschwerlich, da die farbabstimmung recht gewöhnungsbedürftig ist.


Anspieltipps sollen sein: das starke „Nightwind", welches sämtliche Trademarks der Wiener in sich vereint. Oder auch „Stormride", in dem herrlich schwarzmetallisch geprügelt wird und einige Raserei beeinhaltet. Ein absoluter Höhepunkt ist jedoch „Shadows Over Lemuria". Eingeleitet durch einen cineastisch-episch-orchestralen Part entwickelt der Song beginnend mit rasiermesserscharfem Riffing und geil blubbernden Bass einen treibenden Sog, der in ein Midtempo-Monster erster Güte mündet. Sehr dezent im Hintergrund gehalten erhört der konzentrierte Geniesser Hammond-Orgel ähnliche Keyboard-Untermalung. DAS muß man gehört haben. Saustark!!


Fazit: Ein tolles Album. Punkt!!

Gelesen 2295 mal Letzte Änderung am Samstag, 19 September 2015 14:47

Medien

Storms Of The Netherworld - Tulsadoom Tulsadoom