Montag, 18 Mai 2015 16:52

Shotgun Valium - Shotgun Valium

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Shotgun Valium Shotgun Valium Shotgun Valium

2013 fanden sich drei Musiker in Erfurt zusammen und gründeten Shotgun Valium. Ziel der Band war und ist es, Stoner Rock zu machen, der authentisch, unaufgesetzt und voller Spielfreude sein soll. Ob ihnen das bei ihrem im März 2015 erschienenen Debütalbum „Shotgun Valium" gelungen ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Während man dem Opener „Clockwork Orange" lauscht, sticht einem eine Sache sofort ins Ohr. Es ist die bunte Mischung aus verschiedenen Stilen, die sich im Sound des Trios wiederfinden und die einem aufhorchen lassen. Denn so richtig greifen kann man das alles nicht, was Shotgun Valium da zusammenbrauen und auf den Hörer loslassen. Hier etwas Funk Rock a la Red Hot Chili Peppers, da mal etwas Psychedelisches, dazu ein sehr lässiger Groove und natürlich eine große Portion Southern Rock... fertig ist der Sound von Shotgun Valium.


Diese Mischung hört sich aber nur am Anfang abenteuerlich an, denn so erstaunlich es klingt, Shotgun Valium schaffen es tatsächlich, dass sich all diese Stile gut zusammenfügen. Es wirkt nichts aufgesetzt oder zwanghaft hinein gequetscht. Im Gegenteil, alles wirkt wie aus einem Guss und wie in einem gemeinsamen Entstehungsprozess gewachsen. Shotgun Valium haben es also geschafft, ihr oben genanntes Ziel sehr gut umzusetzen, denn man nimmt es der Band von Anfang bis Ende des Albums ab, dass sie genau diesen Sound machen wollten. „Shotgun Valium" ist genau das authentische Album geworden, was die Band wollte!


Auch die Sache mit der Spielfreude haben die Thüringer gut umgesetzt. Die Gitarre klingt räudig und dreckig im Riffing, lässt aber auch oft genug mit Soli oder einzelnen Tonfolgen ihre psychedelische Seite erklingen. Bass und Drums spielen sich gemeinsam die Bälle zu und sorgen für einen treibenden, aber lässigen Groove in allen Songs. Einzig der Gesang muss etwas zurück stecken, überzeugt er mich doch nicht zu hundert Prozent. Das kann aber auch daran liegen, dass er etwas zu leise gegenüber den Instrumenten abgemischt wurde und daher nicht immer so zur Geltung kommen kann, wie er es sollte. Seis drum, die Stärken von Shotgun Valium liegen für mich sowieso eher im instrumentalen Bereich, da stört der leise Gesang auch nicht unbedingt.


Die Songs auf dem Album lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Während Songs wie „Like Smoke", „World On Fire" oder „Camaro Man" eher dazu gemacht sind, damit einen Roadtrip in einem Musclecar auf einem staubigen Highway durch die Wüste zu begleiten, sind „Mind Trip", „Disc Prolaps" und „Comig Down" der passende Soundtrack dazu, sich am Lagerfeuer sitzend mit einer großen Flasche Selbstgebrannten die Gehirnzellen zu vernebeln und langsam ins Delirium zu rutschen. Ihr könnt die Songs aber auch einfach so hören, denn auch ohne einer der beiden obigen Tätigkeiten hat man an diesen viel Freude.


Shotgun Valium gelingt mit ihrem Debüt ein Album vorzulegen, welches durch Authenzität und Spielfreude glänzt und somit einige kleinen Schwächen ausbügelt. Wer auf Stoner Rock und einem etwas experimentellen Sound steht, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Dem Rest empfehle ich ein Probehören, um sich so von Shotgun Valium zu überzeugen.


Tracklist:

1. Clockwork Orange

2. Like Smoke

3. Mind Trip

4. Disc Prolaps

5. Comig Down

6. World On Fire

7. Camaro Man

8. White Horse

9. Tornado

10. All In Your Head


Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Shotgun Valium
  • Album Titel: Shotgun Valium
  • Erscheinungsdatum: 15.03.2015
  • Fazit: Shotgun Valium gelingt mit ihrem Debüt ein Album vorzulegen, welches durch Authenzität und Spielfreude glänzt und somit einige kleinen Schwächen ausbügelt. Wer auf Stoner Rock und einem etwas experimentellen Sound steht, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Dem Rest empfehle ich ein Probehören, um sich so von Shotgun Valium zu überzeugen.
Gelesen 3099 mal Letzte Änderung am Montag, 18 Mai 2015 16:59

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Like Smoke (demo) - Shotgun Valium Shotgun Valium