Samstag, 31 Januar 2015 17:37

Unter dem Radar: Mael Mórdha (Gaelic Doom Metal)

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Bandlogo Bandlogo Mael Mórdha

1998 gründete Roibéard Ó Bogail eine Band, die sich durch ihre ungewöhnlichen Vocals, welche von einer traditionellen gälischen Art des Singens inspiriert waren, von anderen Bands deutlich abhob. Er wählte für sie den Namen des ehemaligen Königs von Leinster, der sein Ende in der Schlacht von 1040 bei Dublin fand: er nannte sie Mael Mórdha!

1999 erschien mit „The Path Of Insanity" die erste EP der Band, welcher „The Inferno Spreads" (2000) und „ Caoineadh na nGael" (2003) folgen sollten. In dieser Zeit gab es viele Wechsel innerhalb der Bandbesetzung. Erst mit den Aufnahmen zum Debütalbum „Cluain Tarbh" (2005) wurde die Besetzung gefunden, die über die Jahre hinweg zusammen bestehen sollte. Das Ergebnis sind drei weitere Alben: „Gealtacht Mael Mórdha" (2007), „Manannán" (2010) und das aktuellste Werk „Damned When Dead",welches 2013 erschienen ist. Im Februar 2014 verließ Gründer Roibéard Ó Bogail aus persönlichen Gründen die Band und man fand mit Stíofán De Roiste Ersatz für den Mann am Mikro.



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Aktuelle Besetzung (seit Februar 2014):

Stíofán De Roiste – Vocals, Whistles

Gerry Clince – Gitarre

Dave Murphy – Bass

Shane Cahill – Drums


Diskographie:

1999 The Path Of Insanity (EP)

2000 The Inferno Spreads (EP)

2003 Caoineadh na nGael (EP)

2005 7"-Split Single „Cluain Tarbh" (mit Primordial)

2005 Cluain Tarbh (Album)

2007 Gealtacht Mael Mórdha

2010 Manannán

2013 Damned When Dead



Review zu „Damned When Dead"



Damned-When-Dead-Cover



Irland im Jahre 1169: Diarmuid MacMorrough, der drei Jahre zuvor aus seinem Königreich Leinster gewaltsam vertrieben wurde, landet mit einer Armee aus Normannen und Flamen in Waterford, um sich sein Reich wieder zu holen. Damit löst er Ereignisse aus, die am Ende zu einer über Jahrhunderte andauernde Fremdherrschaft in Irland führen.


844 Jahre später erschaffen Mael Mórdha mit "Damned When Dead" ein Konzeptalbum, auf dem sie die historischen Ereignisse von anno dazumal in ihrem typischen Stil, dem Gaelic Doom Metal, nacherzählen. Aber was ist Gaelic Doom Metal genau? Es ist melodischer Death Doom, der sich hauptsächlich im Midempo hält und mit vom Sean nós-Gesang, einer traditionellen, gälischen Gesangsart, inspirierten Vocals vorgetragen wird. Zur Verfeinerung werden noch sparsam, aber sehr effektiv Whistles dazu gegeben und fertig ist der Sound von Mael Mórdha!


Diese Mischung sorgt für eine unglaublich dichte Atmosphäre in den Songs, wodurch man sich sehr gut in die damalige Zeit einfühlen kann und den Inhalt der Songtexte fast plastisch und greifbar vor den Augen sieht. Die Iren schaffen es wirklich, dem Hörer die Geschichte ihres Landes so zu vermitteln, dass dieser jederzeit das Gefühl hat, die Band und auch er selbst wären damals selber dabei gewesen. Das kommt auch dadurch zustande, dass Mael Mórdha es schaffen, immer die richtige Stimmung den Songs mitzugeben. Ob es der Schock des ganzen irischen Volkes ist, wenn Papst Hadrian IV. in seiner Bulle von 1155 Heinrich, dem II. seinen Anspruch auf die irische Insel bestätigt (im Opener "Laudabiliter"), ein gewisser Stolz und Majestätik, wenn die Normannen in Irland ankommen ("Dawning Of The Grey) oder die Verzweiflung Diarmuids, das seine Widersacher seinen Sohn als Geisel haben ("All Eíre Will Quake"), in jedem Song steckt genau das, was der Inhalt der Lyrics stimmungstechnisch an Untermalung bedarf. "Damned When Dead" ist musikalisches Kino, wo alles zusammen passt und deswegen der Erlebnisfaktor sich nicht nur auf das Hören beschränkt!


Doch nur Hören würde auch schon reichen, denn das, was von der instrumentalen Seite auf den Hörer zukommt, ist von bester Qualität. Die Gitarren liefern mächtige Riffs, der Bass knurrt tief und die Drums treiben majestätisch die Songs voran. Doch erst die Vocals machen Mael Mórdha zu dem, was sie sind. Wie oben schon erwähnt, sind sie vom traditionellen gälischen Gesang "Sean nós" inspiriert und so emotional packend, dass man das Gefühl bekommt, Sänger Roibéard Ó Bogail hat all das Leid des gälischen Volkes tief in sich gesammelt und lässt nun jeden daran teilhaben. Die Vocals machen Mael Mórdha aus, sie sind der Teil, der die Band unverwechselbar und einzigartig macht.


Für mich gehören Mael Mórdha neben Primordial, Darkest Era und Cruachan zur Speerspitze von Irlands Metalszene! Reinhören ist also absolut Pflicht, wer auf Metal von der irischen Insel steht!


Tracklist:

1. Laudabiliter

2. King Of The English

3. Dawning Of The Grey

4. All Eíre Will Quake

5. Bloody Alice (of Abergavenny)

6. The Sacking Of The Vedrafjord

7. A Dirge

8. Damned When Dead

Weitere Informationen

  • Band: Mael Mórdha
  • Fazit: Für mich gehören Mael Mórdha neben Primordial, Darkest Era und Cruachan zur Speerspitze von Irlands Metalszene! Reinhören ist also absolut Pflicht, wer auf Metal von der irischen Insel steht!
Gelesen 2630 mal Letzte Änderung am Samstag, 31 Januar 2015 17:50
eviloli

Just when I know all of life's answers, they changed all the questions!

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