Sonntag, 16 November 2014 14:47

Unter dem Radar: ASHES OF MOON (Melodic Death Metal)

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Es ist wieder an der Zeit für eine weitere Ausgabe unserer „Unter dem Radar“-Rubrik und dieses Mal stellen wir euch die Melodic-Death-Metal-Band ASHES OF MOON vor.

In der Bezirkshauptstadt Bruck an der Mur (Österreich) gründete sich vor fünf Jahren die Band ASHES OF MOON. Zunächst waren da nur Gitarrist Michael Sägmüller und Sänger Matthias Fibrich, jedoch konnte die Truppe mit Dominique Studer (Drummer) und Christoph Ajd (Gitarre) schnell vervollständigt werden. Es dauerte eine Zeit bis ASHES OF MOON im Sinne einer richtigen Band geboren war, denn zunächst fristete es ein eher einfaches Dasein und war mehr als Nebenprojekt gedacht. Außerdem hieß die Truppe zu dem Zeitpunkt auch noch anders (TRACKED GRADER).

Die erste Demo wurde bereits ein Jahr nach der Gründung unter dem Titel „Course Of Truth“ veröffentlicht und zwei Jahre später folgte das erste Album „Ashes Of Moon“. Während der Aufnahmen des Debüts kam es zu einem Wechsel innerhalb der Band und Mario Scheiber, sowie Helmut Winter (beide bekannt durch die Band HELLSAW) übernahmen ab 2012 den Posten an Schlagzeug und Gitarre. Im letzten Winter ging es erneut ins Studio, wo die Aufnahmen zu „The Darkness Where The Past Lay Sleeping“ stattfanden und parallel dazu unterzeichneten die Herren einen Plattendeal mit dem italienischen Label WormHoleDeath.

Bisher klingt alles soweit ganz gut, doch warum fiel meine Wahl für die Unter dem Radar-Rubrik auf diese Truppe? Ganz einfach keine Socke kennt sie und das muss geändert werden!

 

aom

(c) offizielle Facebookpräsenz



Aktuelle Besetzung:


Matthias: Gesang & Bass


Heli: Schlagzeug


Michael : Gitarre


Luis: Gitarre




Diskografie:


 

2010 Course Of Truth (Demo)

 

2012 Ashes Of Moon


2014 The Darkness Where The Past Lay Sleeping

 

Review zu "Sublunar Chaos"

aom cover

 

Als bekennender Anhänger der Melodic-Death-Metal-Sparte ist es heutzutage unglaublich schwer noch adäquate Bands zu finden. Nach den großen Namen der schwedischen Schule und der atmosphärisch/melodischen angehauchten Welle der Finnen wird es im Anschluss recht mau. Die alten Truppen mussten sich neuen Ufern widmen und experimentierten mit Elektroniksounds, Clean-Vocals oder gingen ins progressive über. Ich habe den Eindruck das vieles recht glatt poliert klingt und genau da setzt ASHES OF MOON ein.

Um Atmosphäre zu schaffen, braucht man keinen Computer der per Knopfdruck alles richtet. Schließlich haben es INSOMNIUM auch geschafft mit simpler Gitarrenarbeit ein Monument wie „Since The Day It All Came Down“ aus dem Boden zu stampfen. Und genau deshalb ist „The Darkness Where The Past Lay Sleeping“ so stark. Es überzeugt mit einer Simplizität und doch strahlt die Musik eine unglaubliche Intensität aus. Schon zu Beginn wird mit ‚Black Coffin‘ eine sehr schnelle und abwechslungsreiche Nummer serviert, die sowohl schnelle Elemente enthält als auch kurze Ruhephasen. Ein erstes richtig geniales Solo findet sich bereits bei ‚The Secret‘ wieder und wer statt groovig und leicht fetzig auf ruhig und verstärkt atmosphärisch setzt, ist mit ‚Broken Mirror‘ bestens bedient. Gerade mit den Akustikgitarren in der Mitte setzt man genau an den richtigen Stellen sanfte Akzente, um dann wieder brachial rauszukommen. Wem das aber immer noch zu laut ist, sollte in ‚The Dark He Invoked‘ hinein hören. Im Durchschnitt sind die Songs alle mindestens fünf Minuten lang und man merkt das jedes einzelne Stück mit Bedacht komponiert wurde. Dieser Freiraum für die eigene Kreativität macht es möglich eine gewisse Komplexität aufzubauen und dann schafft man es auch, wie hier z.B. Einflüsse aus Progressive Metal oder Post Rock harmonisch ineinander übergehen zu lassen. Eine gewisse Schwermut wird ebenfalls in die Musik eingeflochten, aber es driftet nie ins depressive ab. Wer denkt nach der Hälfte müsste wohl langsam die Luft ausgehen, täuscht sich, denn das Niveau wird konstant bis zur letzten Minute gehalten und gerade die Single ‚Farewell‘ sticht besonders heraus, denn es ist der perfekte Übergang um das langsame Ende einer großartigen Scheibe einzuläuten.

The Darkness Where The Past Lay Sleeping“ begeistert einfach nur und ich kann einfach nicht glauben das eine so gute Band lediglich 340 Likes auf Facebook hat. Wer also nach präzisen abwechslungsreichen und zugleich niveauvollem Melodic-Death-Metal sucht, ist bei ASHES OF MOON bei der richtigen Adresse! (9/10 Punkten)


Tracklist:

1. Black Coffin
2. The Secret
3. Broken Mirror
4. The Dark He Invoked
5. The Moon’s Curse
6. Never Behind
7. In The End
8. Farewell
9. Wind

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Gelesen 2478 mal Letzte Änderung am Sonntag, 16 November 2014 22:15
Silent_Moon

One life, one chance - all ephemeral