Samstag, 31 Mai 2014 17:06

Unter dem Radar: Nomad Son (Doom Metal)

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Nomad Son (Logo) Nomad Son (Logo) Nomad Son

Anfang des Jahres 2006 kam es in Malta zu einigen Zufällen, die zur Entstehung von Nomad Son beitrugen. Die Heavy Rock Band Frenzy Mono und Albert Bell (Forsaken) trafen zusammen, als David Vella, Besitzer der Temple Studios, in einem Song der Band eine doomige Schlagseite erkannte. Er arrangierte eine Jam-Session mit der Band und Bell, nahm diese heimlich auf und fertig waren die ersten beiden Demo-Songs von Nomad Son!

Am Anfang blieb es aber erst mal bei einem Studioprojekt, doch 2007 spielten Nomad Son ihr erstes Konzert und traten nun auch live in Erscheinung. Ende 2007 wurde Metal On Metal Records auf die Band aufmerksam und nahm sie, nach dem Hören der zwei Demo-Songs, unter Vertrag. Im Frühjahr 2008 wurde mit den Aufnahmen zum Debüt-Album begonnen und im Sommer des selben Jahres war es soweit: „First Light" kam heraus und versetzte die Doomm Metal-Welt in Staunen.


Es folgten etliche Auftritte bei Festivals in und außerhalb Maltas und auch einige Auszeichnungen konnte das Erstlingswerk und die Band sammeln. 2010 ging es wieder in die Temple Studios zu David Vella, um den Nachfolger „The Eternal Return" aufzunehmen, welches im Juli 2010 auf die Metalwelt los gelassen wurde. Es folgten Konzerte beim Hammer of Doom in Würzburg und weiteren nennenswerten Doom-Festivals weltweit (z.B. beim Doomsday IV in Wakefield). Aber auch in ihrer Heimat Malta gaben sie etliche Konzerte und spielten dort mehrmals auf dem jährlichen Malta Doom Metal Festival.


Im Herbst 2012 begann die Band mit den Aufnahmen zu „The Darkening", ihrem dritten Werk und legte deswegen eine Pause bei den Liveauftritten ein. „The Darkening" erschien am 30. August 2013. Am selben Tag wurde auch der Re-Release vom ausverkauften Debüt-Album „The First Light" (mit Live-DVD) von Metal On Metal Records gestartet.



media cover Nomad Son promo



Aktuelle Besetzung

 

Jordan Cutajar – Vocals

Julian Grech – Keyboard und Orgel

Chris Grech – Gitarre

Albert Bell – Bass

Edward Magri – Drums

 

 

Diskographie


2008 First Light

2010 The Eternal Return

2013 The Darkening

2013 First Light / Pilgrimages of Doom (Re-Release des ersten Albums mit Live-DVD)



Review zu „The Darkening"



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Gibt es im Doom Metal-Bereich eigentlich ein Geschwindigkeitslimit nach oben?


Zugegeben, die Frage ist aus einem anderen Review zu "The Darkening" geklaut, aber sie muss zurecht gestellt werden. Denn wenn die Malteser los legen, gibt es kein Halten mehr.


"Lightbearer" und "Age of Content" rocken in einem Wahnsinnstempo los, bei dem man sich wirklich fragen muss: ist das noch Doom Metal? Ja, ist es! Auch wenn hier keine zähen Riffs erklingen und die Drums sich nicht den schleppenden Rhythmus aufdrängen lassen...der Bass dröhnt tief im Hintergrund und sorgt mit der gezielt eingesetzten Orgel für ein düsteres, doomiges Ambiente, während der Rest der Band wie besessen im Temporausch ist. Vereinzelt werden ruhigere Passagen eingeschoben, um kurz den Pulsschlag zu senken, doch nach jedem langsamen Part wird sofort wieder Fahrt aufgenommen und das Tempo angezogen.


Bei "The Devils Banquet" schaltet die Band einen Song lang einen Gang zurück, lädt aber mit diesem nicht unbedingt zum Luftholen, sondern eher zum langsamen Zermahlen der Nackenwirbel ein. Mit "Only the Scars", "Descent to Hell" und dem Titelsong "The Darkening" wird aber gleich wieder an der Tempospirale geschraubt und man schreitet mit Vollgas voran in Richtung Wahnsinn.


Dieser entlädt sich in "Caligula", welches düster und verstörend anfängt. Während man vereinzelt tiefe Fanfarenstöße vernimmt, wird der Name des römischen Kaiser leise wispernd immer wiederholt. Man bekommt das Gefühl, als ob man im Kopf desselbigen sitzt und die Stimmen des Irrsinns zu einem sprechen. Eine beklemmende Atmosphäre, die plötzlich von den eingesetzten Gitarren zersägt wird, welche aber zum Glück die Stimmung aufnehmen und mit getragenen Riffs weiter führen. Hier wäre es auch fehl am Platz, das Tempo wieder hoch zu halten, denn so langsam und zäh die Riffs voranschreiten, so langsam schritt auch der Wahnsinn bei Caligula voran. Der Song spiegelt dies sehr gut wider und krönt sich damit selbst zum Song des Albums!


"Orphaned Crown" hat es danach natürlich schwer, sich noch mal hervorzuheben und bleibt daher etwas blass. Wenn man es sich aber einzeln anhört, bekommt man einen Song, der gut zeigt, wie die Malteser es beherrschen, mit dem Tempo zu spielen. Klassische Doompassagen wechseln sich mit dem, für Nomad Son typischen, rasanten Tempo ab. Der sich nahtlos anschließende "Epilogue" mit seinen ruhigen Gitarrenklängen wirkt nach dem gesamten Album wie die dringend benötigte Beruhigungspille...


"The Darkening" ist als Album eine Achterbahnfahrt in den Wahnsinn. Hohes Tempo, düstere Atmosphäre und ein Sänger, der wie von einem Dämon besessen singt...das alles packt den Hörer und hält ihn bis zum Ende der rasanten Fahrt und darüber hinaus gefangen! Denn haben sich Nomad Son einmal in die Gehörgänge gefressen, ist es verdammt schwer, sie von dort wieder zu vertreiben!


Tracklist

01. Lightbearer

02. Age of Contempt

03. The Devil's Banquet

04. Only The Scars

05. Descent to Hell

06. The Darkening

07. Caligula

08. Orphaned Crown

09. Epilogue

Gelesen 1805 mal Letzte Änderung am Samstag, 31 Mai 2014 17:34
eviloli

Just when I know all of life's answers, they changed all the questions!

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The Darkening - Nomad Son Nomad Son