Dienstag, 22 April 2014 10:26

Unter dem Radar: Haust (Black'n Roll/Punk)

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(9 Stimmen)
Unter dem Radar: Haust (Black'n Roll/Punk) Haust

Völlig zu Unrecht fliegen die Norweger von Haust „Unter dem Radar“, denn die doch relativ „junge“ Kombo (2007) hat in ihrer bisherigen Zeit einiges geleistet. Neben diversen Splits bzw. EP’s wurden schon drei Alben releast, die den jeweiligen Vorgänger stilistisch verfeinerten und ausbauten.

Während die Jungs im örtlichen und musikalischen Dunstkreis der BM-Götter Emperor und den damit verbundenen (neuen) Einflüssen wirkten, haben sie sich doch durch ihre Verbundenheit zum Punk und einer sehr rockigen Attüde einen eigenen Platz im Genre erspielt und sind wohl am ehesten im Bereich Black’n’Roll angesiedelt. War „Ride The Relapse“ noch ein sehr wütendes und kurzes Vergnügen (13 Tracks mit einer durchschnittlichen Song-Länge von knapp über zwei Minuten) und eher einfachen Texten, war „Powers Of Horror“ eine 13 Tracks lange Vinyl mit einer durchschnittlichen Song-Länge von knapp über zwei Minuten und eher einfachen Texten, während „NO“ von 2013 eine 7 Tracks lange CD mit eher kurzen Songs und eher schlichten… Nett gesagt: Haust ordentlich auf die Kacke und liefern eine gleichbleibend hohe Qualität ab.


Die Einflüsse, die sich auf den einzelnen Platten widerspiegeln sind, wie man bei der bisherigen Beschreibung meinen sollte, dennoch wie Tag und Nacht. Tag, wenn z.B. auf “Powers of Horror” Songs mit Skaterock und sado-nazi-zombie Einflüssen gemix werden, während auf „NO“ klassischer BM mit etwas Punk gemixt wird um den unverwechselbaren haustschen Sound zu genieren. Relativ früh bei Fysisk Format, einem kleinen norwegischen Plattenlabel unter die Fittiche gekommen, ist der Weg offenbar noch lange nicht zu Ende und es wird weiterhin ordentlichst auf Konzerten abgegangen und ein neues Album wurde für Ende 2014 auch schon angekündigt. Man darf also gespannt sein und wir bleiben natürlich für euch am Ball!

 

 

haust



Aktuelle Besetzung:


Vebjørn Guttormsgaard Møllberg - Vocals

Pål Bredrup - Gitarre

Øystein Wyller Odden - Drums

Henrik Øiestad Myrvold - Bass



Diskographie:


Alben:

2008 Ride The Relapse (Fysisk Format)

2010 Powers Of Horror (Fysisk Format)

2013 NO (Fysisk Format)

 

EP/Splits:

2007 Haust EP (Gunsmoke Records)

2008 Haust / White Tiger Prepade Split (Norway Rat Records)

2010 Haust / Next Life Split (Fysisk Format)

2011 Haust / Okkultokrati Split (Fysisk Format)



Review zu „NO“



NO



Dreckig, rotzig und vermüllt – so sollte Punkrock sein! Dass die Jungs von Haust laut FB-Info in der Schublade liegen wollen wundert mich persönlich, da „NO“ so der schlichte Titel der dritten LP der Band, aus meiner Sicht relativ wenig mit Punk zu tun hat – Außer wenn man unter Punk etwas anderes, nämlich Drecksau Rock und Black Metal versteht, denn nichts anderes findet man auf der im Juni 2013 erscheinenden Platte.


Das erste was auffällt ist das Coverartwork, das schon Mal die richtige Leck-mich-am-Arsch Attitüde rüberbringt und direkt etwas mehr an die gute alte 80er Jahre Punkzeit angelehnt ist. Während der Sound an eine Mischung aus Chrome Division und Darkthrone erinnert, (Ein Hoch auf den Bass und die Gitarren) könnte der Sänger bei jeder guten BM Band anheuern und dort goldene Nieten verdienen. Allerdings ziehen die Kerle aus Oslo ihr Ding durch und Reihen sich seit einer Weile in die eigenwilligen und durchaus genredefinierenden norwegischen Bands ein. Das 9-Track-Album muss dennoch etwas runtergebrochen werden, da von den 9 Tracks aus meiner Sicht nur 6 „echte“ Songs sind.


Track 6 „Night“ und Track 9 „ Dead Of Night“ sind reine Akustikstücke während mir persönlich der Song Night aufgrund seiner getragenen und düsteren Atmosphäre sehr passend als Intermezzo erscheint. Dead Of Night, wohl als Outro inszeniert, muss aber hinter allen anderen Songs zurückbleiben und passt sich nicht so sehr ins Gesamtbild ein. Track 7 „Mantra“ hingegen, würde ich wirklich gerne mal in einem Ashram vorspielen und die dortigen Brahmacarin beim Hören Gigermandalas ausmalen zu lassen. Ich denke die Suizidzahlen würden jede Statistik sprengen (und das meine ich durchaus positiv). Wenn man von diesen drei, eher als Meditationsstücke konzipierten Tracks absieht, ist die Scheibe kein „Zuckerschlecken“. Das geht vom rockigen und gesangsgewaltigen Titeltrack „NO“, der sich ab sofort als fester Bestandteil meiner Playlist verstehen darf, bis hin zu den ersten beiden Songs „Raw Material“ und „Swells“, die neben „NO“ als Referenzstücke des Könnens von Haust dienen dürfen. Die Produktion der Scheibe ist wie oben schon erwähnt als dreckig zu bezeichnen, aber sauberer Sound und glasklare Vokals wären bei „NO“ sowieso als Verbrechen geahndet und mit Shitstorm bestraft worden.


Tracklist:


1. Raw Material

2. Swells

3. Let It Die

4. No

5. Into The Night

6. Night

7. Mantra

8. Death Drive

9. Dead of Night



Bewertung:

7,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

Gelesen 1229 mal Letzte Änderung am Sonntag, 18 Mai 2014 20:17

Medien

NO Haust