Donnerstag, 20 September 2018 09:16

15.09.2018 - CLUB FROM HELL ERFURT + STREAMS OF BLOOD + HALPHAS + SCHRAT

geschrieben von Yrrlicht

Am Samstag den 15.09.2018 lockte der Club From Hell mit gleich drei hochkarätigen Black Metal Kapellen von Folter Records in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt. Mit HalphasStreams of Blood und Schrat auf dem Line-up versprach der Abend bereits von vornherein ein musikalisches Gemetzel zu werden.

Pünktlich um 20 Uhr ließen Halphas die Gitarren vor einer mäßig gefüllten Halle keifen. Mit Corpsepaint und blutverschmierten Gesichtern betraten sie die, in den Schein von Grablichtern gehüllte, Bühne und nach einem kurzen Intro walzte „Call from the Depths“, der erste Track ihrer aktuellen Full-length, ins Publikum. Dieses zeigte sich davon nur wenig beeindruckt und auch von „Sword of the Necromancer“ wollte sich kaum einer mitreißen lassen. Den Spaß ließen sich Halphas davon äußerlich jedoch nicht verderben. Fehlerfrei und unermüdlich bombardierten sie den unbeweglichen Haufen vor sich mit brachialen Riffs und Doublebass-Gewittern, bis sie ihr Set schließlich mit „Empire“ zu Ende brachten. Der ausgiebige Applaus, den diese Performance verdient hätte, fiel unverschämt gering aus.

Die anschließende Umbaupause vertrieben sich die Meisten im hauseigenen Biergarten des Club From Hells, der neben Tischen und Stühlen auch mit einem Essensstand aufwarten konnte. Die Halbe Bier gab es an der Bar für moderate 3 Euro und auch in Sachen Shots oder Longdrinks mangelte es nicht an Auswahl. Wer sein Geld lieber anderweitig investieren wollte, konnte das am Merchstand in der Halle tun, der neben Shirts und CDs der spielenden Bands auch ein kleines Kontingent anderer Textilien und Scheiben vertrieb.

Um 21:20 Uhr war es dann Streams of Blood vergönnt, die Perlen vor die Säue zu kippen. Es verging eine Weile, bis der Großteil des Publikums überhaupt bemerkt hatte, dass sich auf der Bühne wieder etwas tat. Streams of Blood standen diesmal nicht wie gewohnt zu viert, sondern zu fünft auf der mit Kerzen, Fackeln und Schädeln geschmückten Bühne. An der Rhythmusgitarre war Chaos Invocations Live-Member S. zu sehen, der gleich den ersten Song „Death Notice“ nutzte, um dem Publikum den wohlverdienten Mittelfinger zu zeigen. Sänger Thymos nahm seine Gitarre erst bei „Deepest Abyss of my Soul“ in die Hände. Während die nun wieder vierköpfige Truppe die Bühne mit einer unglaublich energischen Präsenz in Schutt und Asche legte, glich die der Zuschauer fortwährend eher der einer Kartoffel. Erst bei „Detox“ war vermehrtes Kopfnicken zu sehen und man erbarmte sich tatsächlich zu einem mäßigen Applaus. Ihr Set brachten Streams of Blood mit dem Judas Iscariot Cover „An Eternal Kingdom of Fire“ zum Abschluss und holten dafür S. zurück auf die Bühne. Dieser verabschiedete sich anschließend erneut mit einem freundlichen Mittelfinger an das, auch für Streams of Blood, nur mäßig applaudierende Publikum.

Zu guter Letzt durften Schrat ihr Glück bei der zu Beginn merklich ausgedünnten Menge versuchen, die auch diesmal etwas länger brauchte sich ins Innere des Clubs zu bewegen. Grablichter, Baumstämme, und Räucherwerk verwandelten die Bühne zum Schauplatz eines Rituals, das mit „Mal der Schande“ eröffnet wurde. Als sich gegen Ende des ersten Songs dann der Großteil des Publikums im Saal eingefunden und Sänger Dragg „Masken des Schweigens“ angekündigt hatte, waren erstaunlicherweise ein paar Rufe der Begeisterung zu vernehmen. Sägende Gitarren, diabolisches Keifen und Blastbeat-Stürme feuerte die fünfköpfige Truppe zielgerichtet in die Menge, die nun scheinbar etwas angetaut – oder einfach nur besoffen – war. Passend zur „Gräberland“ Line „Dekadentes Pack!“ ließ es sich auch der mittlerweile blutverschmierte Schrat Frontmann nicht nehmen, den Mittelfinger in den Raum zu halten. Als auch die Augsburger ihr Set mit „Knochenkult“ beendet hatten, wurde zum ersten Mal an diesem Abend nach einer Zugabe verlangt, die mit „Kriegsgericht“ auch geliefert wurde und Schrat wohl zum Favorit des Abends machte – wenn auch dafür die Reaktion eher bedauernswert war.

Das feiern haben sich die Bands jedenfalls nicht nehmen lassen. Legatus, Sänger von Halphas, meinte auf Facebook jedenfalls, dass es ein ziemlich geiler Abend gewesen sein müsse, wenn man morgens in einer Abstellkammer aufwacht, ohne zu wissen, wie man dort hingekommen ist.

Fotos: Yrrlicht Fotografie.

Weitere Informationen

  • Band(s): Streams of Blood, Halphas, Schrat
  • Wann: 15.09.2018
  • Wo: Club From Hell Erfurt
Gelesen 207 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 20 September 2018 09:48