Donnerstag, 26 Juli 2018 22:20

07.07.2018 - Gebäude 9 Köln + Chelsea Wolfe + Brutus

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Chelsea Wolfe Chelsea Wolfe Chelsea Wolfe

Am 07.07.2018 lud der Underdog Recordstore zu einem weiteren Konzert im Rahmen des „Dark Summer of 2018“ ins Gebäude 9 in Köln und diesmal stand niemand Geringeres als CHELSEA WOLFE auf dem Programm. Die Singer-Songwriterin aus den USA ist bekannt für ihre schwer fassbare Musik, die sich am ehesten als Mix aus Drone Doom Metal und Folk Rock beschreiben lässt – das Ganze mit einem Touch Gothic garniert. Die Dame erfreut sich inzwischen sehr großer Beliebtheit in unterschiedlichen Szenen, sodass dieses Konzert recht schnell ausverkauft war. Vor etwa einem halben Jahr erschien ihr siebtes Studioalbum „Hiss Spun“ und man durfte gespannt darauf sein, das neue Material live zu erleben. Der Name CHELSEA WOLFE steht nicht nur für außergewöhnliche Musik, sondern auch für sehr intensive Live Shows. Mit von der Partie waren BRUTUS aus Belgien.

Die noch jungen BRUTUS mischen ebenfalls mehrere Genres, genauer gesagt Post-Hardcore, Shoegaze und Punk. Sängerin Stefanie lieferte eine beeindruckende Show ab, denn sie singt nicht nur sehr kraftvoll, sondern spielt gleichzeitig Schlagzeug mit zünftigen Blastbeats. Doch insgesamt war die Musik des Trios recht schwer zugänglich. Für Liebhaber der genannten Genres sind sie aber sicherlich ein Anspieltipp.

Erneut war das Gebäude 9 schon zur Vorband extrem aufgeheizt (wir berichteten über WOLVES IN THE THRONE ROOM und WOLVENNEST zwei Tage zuvor). Als die Halle um 22 Uhr zum Hauptact restlos gefüllt war und die Seitentüren geschlossen wurden, drängte sich schnell die Frage auf, wie man den Gig überstehen sollte. Und CHELSEA WOLFE begann nicht einmal pünktlich, sondern ließ etwa 20 Minuten auf sich warten. Doch als sie und ihre Band dann nach dem Intro „Welt“ mit  „Spun“ loslegten, vermochten sie, einen direkt mit zu reißen. Die Bässe dröhnten, dazu dieser zarte Gesang. Die ersten drei Songs des aktuellen Albums wurden auch als die ersten drei des Konzertes gespielt, bevor „After The Fall“ vom Vorgängeralbum „Abyss“ älteres Material einläutete. Die ruhigen, elektronischen Klänge brachten immer wieder wunderbare Abwechslung in die düsteren, doomigen Wogen. Auch das beliebte „Demons“ vom Album „Ἀποκάλυψις“ aus dem Jahr 2010 fehlte natürlich nicht. Trotz aller Begeisterung für CHELSEA WOLFE konnte man jedoch nicht die inzwischen unerträglich gewordene Hitze im Saal vergessen. Dass etwa zur Mitte des Gigs tatsächlich die Seitentüren wieder geöffnet wurden, spricht für sich und war eine unglaubliche Wohltat. Entsprechend war die Erleichterung in der Menge groß. Gesundheit geht einfach vor Atmosphäre. Außerdem hat es der Atmosphäre und der intensiven Darbietung der Band keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil – erst jetzt konnte man sie so richtig genießen! Nach dem, spätestens seit Game Of Thrones, bekannten „Feral Love“ und „Ancestors, The Ancients“, das auch noch das 2013er Album „Pain is Beauty“ ins Spiel brachte, folgten wieder drei Lieder vom neuen Album, wovon „Twin Fawn“ den Auftritt regulär beendete. Ein Blick auf die Uhr –etwas über eine Stunde Spielzeit bisher, das kann es doch nicht gewesen sein?! Nein, natürlich nicht.Nach viel Jubel gab Zugaben: Sogar drei an der Zahl. Das mächtige „Carrion Flowers“ vom Album „Abyss“ wummerte durch Mark und Bein und beendete den großartigen Auftritt fulminant.

          Setlist: 

          1. Welt                                       10. Particle Flux

          2. Spun                                      11. The Culling

          3. 16 Psyche                               12. Twin Fawn

          4. Vex                                        13. Survive

          5. After The Fall                          14. Scrape

          6. Dragged Out                           15. Carrion Flowers

          7. Demons

          8. Feral Love

          9. Ancestors, The Ancients

     

                                                                                                                   

Wären Hitze und Sauerstoffmangel nicht gewesen, hätte es an diesem Abend wirklich nichts zu meckern gegeben! Der Sound stimmte, das Licht war passend zur düsteren Atmosphäre hauptsächlich in Blau gehalten, und CHELSEA WOLFE legte(n) einen grandiosen Auftritt hin. Dass einige Leute permanent mit ihren Handys filmten und die Menschen dahinter gezwungen waren, durch das Handy auf die Bühne zu schauen, war und ist zwar ätzend, aber wohl leider nicht zu ändern. Leute, genießt doch lieber solche tollen Konzerte mit euren eigenen Augen und Ohren!

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Gelesen 203 mal Letzte Änderung am Freitag, 03 August 2018 14:01