Montag, 09 Mai 2016 23:00

07.05.2016 - Sturmnacht II, Bolheim + Arkuum + Ravenpath + Fylgja + Parasite Inc.

geschrieben von Ghostwriter
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Am Wochenende fanden zum zweiten Mal die Sturmnächte statt, die donnernd über ein schwäbisches Dorf hereinbrachen. Die zweite Auflage war verstärkt autark, mit viel Liebe zum Detail und vor allem Underground.

Oft erlebte man es in den letzten Jahren nicht, dass sich vor allem in den verschlafenen Dörfern der Schwäbischen Alb die hiesige Metalfraktion zum Zelebrieren der Musik einfindet. Umso gespannter konnte man sein, was die Heidenheimer Pagan Metal Band Fylgja aus dem Boden gestampft hat.Die Location am Rande von Heidenheim, eher verschlafen, erinnert an die späten 90er und früher 2000er, als man noch geschlossen seine Idole unterstützte. Ganz im Zeichen von „Support your Underground“ hat man auf der Running Order lange nach den großen, „trendige“ Heerscharen lockenden Bands suchen können. Dennoch war die Auswahl der Bands gut durchdacht.

 

Arkuum, ein ehemaliges Ein-Mann Projekt, starteten als Opener. Arkuum spielen Post Black Metal, der qualitativ Überzeugen kann, vor allem auch live, und haben keine Angst, den Zuschauern auch einen längeren, gekonnten Instrumentalpart um die Ohren zu hauen. Kleine Anmerkung, Post Black Metal bitte das nächste Mal auf die dunkleren Abendstunden legen, das macht noch mehr Atmosphäre.

 

Um die Party dann richtig in Gang zu bringen, versammelten sich Mornir aus Freising auf der fast zu kleinen Bühne. Engagiert und allzeit bereit wurde ein Folkmetal Set gespielt. Es wurde immer offensichtlicher, die Bands haben einfach richtig Bock hier zu spielen.

 

Sowie es draußen dunkel wurde, änderte sich auch das Genre. Wirft man „Melodic Death“ und „Thrash“ in einen Fleischwolf, dreht fest herum, bekommt man Final Faith aus Heidenheim heraus. Ein gut eingespieltes Team rund um einen charismatischen Frontmann, der nicht davor zurückschreckt, persönlich dafür Sorge zu tragen, dass die Bude gerade abgerissen wird und kräftig inmitten der Menge mitfeiert.

 

Weit gereist sind Ravenpath aus Sach(s)en. Ein Pack talentierter Musiker, von denen wir in Sachen Melodic Death in Zukunft hoffentlich noch mehr zu hören bekommen werden.

 

Auch die Veranstalter um die Band Fylgja haben sich einen Slot gesichert, denn das schönste für einen Musiker ist wohl immer noch die Bühne. Vor selbiger versammelten sich zahlreiche textsichere Folgegeister. Zwar ging die Show aufgrund von technischen Problemen an den Saiteninstrumenten nicht ganz glatt von der Bühne, dennoch besitzen Fylgja genug Professionalität, auch damit umzugehen und die Crowd auf den Headliner vorzubereiten.

 

Somit war der Schmelztiegel gut eingeheizt für den Headliner des Abends, die Melo Deather von Parasite Inc., lokal und ich möchte doch auch behaupten mittlerweile auch überregional nicht ganz unbekannt. Nach einigen Besetzungswechseln hat man hier eine solide Schlachtformation geschaffen, die live auf ganzer Linie überzeugt.

 

Fazit: Dank der umsichtigen Planung der Veranstalter von Fylgja hat man hier ein wahnsinnig faires und musikalisch großartiges Festival auf die Beine gestellt. Unterm Strich kann ich nur hoffen, dass sich die „Sturmnächte“ in der Gegend etablieren. Denn der Besucherandrang war sehr vielversprechend, der Underground lebt!
Bilder von diesem besonderen kleinen Festival gibt es hier.

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Gelesen 1824 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 Mai 2016 12:42