Mittwoch, 19 August 2015 18:43

15.08.2015 - Metal Hat Vol.5 - Mortal Peril, Existence Failed, Elvenpath - Alte Schleiferei, Duisburg

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Die Vorfreude war bei mir groß, als ich mich am 15.08. nach Duisburg aufmachte. Zum einem freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Babsi und dem Fiolkman, zum anderen versprach die Bandkonstellation der fünften Auflage des Metal Hat, das der Abend nur großartig werden kann. Und, um es vorweg zu nehmen, das wurde er auch!

Doch am bestes erzähle ich alles der Reihe nach! Als ich in Duisburg aufschlug, steckte das Team vom Metal Hat in den letzten Vorbereitungen und eine fleißige, aber trotzdem entspannte Atmosphäre machte sich in der "Alten Schleiferei" breit. Die Bands waren auch schon da und mit Elvenpath und Existence Failed waren noch weitere Hessen dem Ruf des metallischen Hutes gefolgt. Eigentlich war mit Corrosive auch noch eine dritte Band aus Hessen geplant, aber leider mussten sie absagen. Ersatz fanden die Veranstalter in Mortal Peril aus Wesseling, welche den rein hessischen Abend sprengten und die NRW-Fahne hoch hielten.


Irgendwann war dann alles fertig und die übrige Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung wurde mit essen, Bier trinken und Schwätzen verbracht. Hier wurde bei Gesprächen mit einzelnen Mitgliedern der vertretenen Kapellen recht schnell deutlich, dass die Spiellaune groß war und die Bands mehr als motiviert waren, es an diesem Abend richtig krachen zu lassen und gemeinsam mit dem Publikum zu feiern. Der Veranstaltungsort lässt dies auch gut zu, denn durch die ebenerdige "Bühne" entsteht eine Nähe zwischen Bands und Fans, die man nicht überall hat. Auch ist die "Alte Schleiferei" nicht allzu groß, so dass man als Zuschauer auch dann noch nah am Geschehen ist, wenn man sich hinten an der Bar ein Bier holt. Durch die geringe Größe des Raumes hat man als Band auch nie den Eindruck, vor einem leeren Raum zu spielen.


Als Mortal Peril los legten, war der aber sowieso nicht leer. 20, vielleicht auch 30 Zuschauer, darunter auch einige Mitglieder der Power Metalband Gloryful, standen der Band gegenüber. War das Publikum am Anfang noch etwas verhalten, wurde es sehr schnell warm mit dem Sound der Jungs aus Köln. Spätestens als der Vierer als dritten Song "Ace Of Spades" von Mötorhead coverte (und das sehr gelungen!), hatte man die volle Gunst der Zuschauer auf der Bandseite. Die weiteren Songs wie "Hail Satan" (was für ein Stampfer!), "Death To All Tyrants" oder "Inglorious Basterds" wurden mit fleißigen Headbanging gefeiert und Mortal Peril brachten den Laden immer mehr zum Kochen. Wenn man den Sound der Jungs unbedingt in eine Genreschublade stecken will, passt da am besten noch Thrash Metal. Doch dazu gesellen sich noch eine riesen Portion Heavy Metal und ein kleiner Punkeinschlag, aber eigentlich ist das egal, denn Hauptsache ist doch, dass es rockt und begeistert. Und das tat es, so dass am Ende der Show Zugabe-Rufe laut wurden. Da ließen sich die Mortal Peril nicht lange bitten und hauten noch ein Brett mehr raus. Danach waren Band und Publikum schweißgebadet und froh darüber, dass es nun erst mal eine kurze Pause gab.


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Mortal Peril @ Metal Hat Vol.5


Nach der kurzen Möglichkeit, frische Luft zu schnappen und den Bierdurst vorerst zu stillen, war es dann Zeit für den ersten Teil des hessischen Double Features. Mit feinem Melodic Death Metal zeigten Existence Failed dem Publikum, warum Mittelhessen auch Metalhessen genannt wird. Schon mit dem ersten Song "Revolved" hatte man das Publikum fest in der Hand und versetzte viele wieder in heftigstes Kopfnicken. Das der Fünfer aus Gießen und Marburg erst seinen zweiten Auftritt in der aktuellen Besetzung spielte, merkte absolut keiner. Existence Failed wirkten eingespielt wie ein alter Haufen und die Songs (wie zum Beispiel "Psychedelic War", "Existence Failed" oder "Killer") kamen wie aus einem Guss aus den Boxen. Auch die Samples funktionierten diesmal, so dass man bei den Anwesenden einen bleibenden Eindruck vom Existence Failed-Sound hinterlassen und wieder ein paar Euro mehr in die Spendenbox locken konnte.


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Existence Failed @ Metal Hat Vol.5


Als letzte Band des Abends gaben sich die Power Metaler von Elvenpath die Ehre. Auch hier sprang der Funken zum Publikum schnell über, da der Opener "Guardians Of The Underground" sofort zündete. Danach gab es einen Querschnitt durch das Schaffen der Band, denn in der Setlist war mindestens ein Song von jedem Album vertreten ("The Land That Could Not Be" von Gateways, "Burning Skies" von Spyrol und "Battlefield Of Heaven" vom neusten Werk Pieces Of Fate). Doch das absolute Highlight der Show war die Powerballade "Testament Of Tragedy", welche Sänger Dragutin inmitten des Publikums zum besten gab, während seine Bandkollegen auf der Bühne ihn musikalisch unterstützten. Da kam bei mir die Gänsehaut ganz langsam den Rücken hoch gekrochen...und das trotz gefühlter 50 Grad Celsius in der Schleiferei! Man muss sagen, dass es Elvenpath an dem Abend am besten verstanden haben, die Nähe zum Publikum zu nutzen. Immer wieder wurde die "Bühnengrenze" aufgehoben und die Elven begaben sich in die feiernde Meute. Ich habe Elvenpath schon zwei mal live erleben dürfen und war bei jeder Show begeistert, aber das hier war die mit Abstand die beste und intensivste Show, die ich von den Frankfurtern gesehen habe. Das war schon fast wie bei einem Wohnzimmerkonzert! Da waren die Liveversion vom 13-Minuten-Epos "On The Elvenpath" und "Moria" als Zugabe nur noch die Sahnehäubchen auf ein rund um gelungenes Konzert!


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Elvenpath @ Metal Hat Vol.5


Und auch auf einen Konzertabend, an dem es nichts auszusetzen gab. Der Sound war für die Größe des Raumes immer super und klar, so dass das typische Piepen im Ohr nach dem Konzert gar nicht auftauchte. Dem Mann am Mischpult gebührt das größte Lo für diese Leistung! Aber auch Fabian und seinem Team (Babsi, Fiolkman und Sascha) gebührt Lob und Auszeichnung für eine Veranstaltung, die untergründiger nicht sein kann: kleine, aber feine Location, Bands zum Anfassen und Ansprechen und freier Eintritt! Dass das Konzept der Metal Hat-Reihe (freier Eintritt, die Bands erspielen sich ihre Gage selber) beim Publikum gut ankommt, sah man daran, dass dieser gut mit Euros gefüttert wurde, damit wenigstens etwas Gage für die weit angereisten Bands dabei rumkam. Denn alles, was in den Hut wanderte, ging später direkt an die Bands, die an diesem Abend richtig Bock zum Spielen hatten und sich jeden Euro hart verdient haben.


Wer sich also fragt, wo es noch wahre Underground-Konzerte gibt, der sollte einen Abstecher zum Metal Hat in Duisburg machen. Hier ist der Underground quicklebendig und fühlt sich pudelwohl!

Weitere Informationen

  • Band(s): Mortal Peril, Existence Failed, Elvenpath
  • Wann: 15.08.2015
  • Wo: Alte Schleiferei, Duisburg
Gelesen 1365 mal Letzte Änderung am Montag, 24 August 2015 17:46
eviloli

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