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Donnerstag, 16 April 2015 15:40

Blackrout - Orwellian

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Eine ganz eigene Mischung aus hartem Metal, Death und Thrash zelebriert die Ruhrgebiets-Kombo BLACKROUT aus Bochum und Umgebung. Mit „Orwellian“ liefert die Truppe ein verdammt starkes, eigenständiges und oldschoolig-innovatives Debüt-Album ab.

Das Bochumer Original um Hauptsongwriter, einziges verbliebenes Gründungsmitglied, Gitarrist und Sänger Ouzi, spielt seinen eigenen Stiefel – und das mehr als gut. Im tiefsten Ruhrgebiet 2008, von besagtem Ouzi ins Leben gerufen, veröffentlichten BLACKROUT mit „Deslaved“ ein Jahr später eine erste EP. 2012 folgte dann mit „Planet Fucked Dead“ EP Nummer Zwei. Wiederum drei Jahre später knallen uns die Jungs im März 2015 endlich ihr Debüt-Album vor den Latz.


Der Albumtitel lässt ein gewisses Konzept erahnen und tatsächlich basiert das Album auf dem Werk von George Orwell, der mit Meisterwerken, wie „Farm Der Tiere“ oder „1984“ Berühmtheit erlangen konnte. In den 1940er Jahren entstanden diese Heute immer noch mehr als aktuellen Bücher, die eine damals,wie Heute beängstigende Sicht auf unsere globale Gesellschaft warfen und leider aktueller denn Je sind. Die acht Songs des knapp 49minütigen Debüts handeln so auch von Themen wie die perversen Geschäfte der Rüstungsindustrie, den Nachteilen von Revolutionen und dass die westliche Gesellschaft sich immer mehr in Richtung Überwachungsstaat entwickelt. Mehr dazu wird ein ausführliches Interview mit der Band (bald hier zu lesen) ergeben.


Rein musikalisch bewegt sich das Quartett in einer explosiven Ursuppe aus hartem Metal, Death, Thrash, Groove und auch Prog. Liest sich verwirrend, die Songs in sich sind sehr komplex und verschachtelt, verlieren sich jedoch niemals in unendlichen Frickelorgien. Ganz im Gegenteil, jeder Song ist nachvollziehbar, spannend und sehr abwechslungsreich. Eigentlich verbietet es sich hier einzelne Songs aus dem Gesamtgefüge heraus zu reißen, dennoch möchte ich auf einige Songs gesondert eingehen.


Der Opener „Disenlightment“ bereitet das Feld mit einem Schlag in die Fresse und stürmischen Riffgewitter, Double-Bass-Attacken und einen fließenden Übergang zu groovigen Gefilden. Live wird das Stück ein Knaller, wie eigentlich sämtliche anderen Songs, zu denen man herrlichst bangen kann. In der Mitte dieses Stückes bekommt man eine kleine Verschnaufpause, wenn Ouzi in kurzem Sprechgesang verfällt. Apropos Gesangsleistung: Gitarrist und Sänger Ouzi verfügt über eine einzigartige Stimme und läßt sich recht schwer mit anderen Shoutern vergleichen. Etwas heiser, doch kraftvoll in tieferen Bereichen agierend,fügt der Gesang sich perfekt in das BLACKROUT´sche Gesamtgefüge ein.

Ein weiterer Anspieltipp sei „Ectogenesis“, welches als Video hier im Medienbereich weiter unten zu bestaunen ist. Weiter herausragend ist „Drone Pilot“ mit schönem Akustikintro, schleppendem Beginn, rhythmischen Groove und filigraner Gitarrenarbeit, bei welcher kurz und prägnant Machine Head durchschimmert. Der Song an sich hat aber rein gar nichts mit MH zu tun, so dass alle, die beim Lesen jetzt 'Plagiat' schreien mögen, beim Hören fix verstummen werden. Herrlich, wenn es eine Band versteht, klare Einflüsse derart in die eigenen Songs zu integrieren, dass eine absolut eigenständige und innovative Klangwelt entsteht, die zudem aus allen Poren den extremen Metal der späten 1980er atmet und weiterentwickelt.

 Abschließend sei zuerst auf das Thrash-Hackbrett „Born In Fallujah“ hingewiesen, das mit orientalischer Gitarre schön harmonisch beginnt, um dann mit Urgewalt mächtig Arsch zu treten. Direkt darauf folgt mit „By Clockwork Driven“ ein episches Midtempo Monster, welches trotz der exorbitanten Spielzeit von fast achteinhalb Minuten niemals enden soll.Bassist Vatta schüttelt hier ein paar Bassläufe aus den Handgelenken, die einem Steve Di Giorgio zur Ehre gereichen könnten.


Die Produktion, der in Eigenregie entstandenen CD, ist herrlich erdig, authentisch, roh, fast analog zu bezeichnen. Die Drums knallen teilweise wie bei Leprosy, was hier als absolutes Kompliment zu verstehen ist. Trigger-Scheiße gibt es hier zum Glück nicht! Wir Kinder der Endachtziger-Jahre frohlocken und freuen uns, dass es diesen Spirit immer noch gibt. Weiter so Jungs!!


Wer damals in den späteren 1980er Jahren die innovativen und revolutionären ersten Alben von Sepultura, Obituary, Kataklysm, Death und alle anderen in sich aufgesogen hat – oder diese Scheiben grade neu entdeckt und liebt - der wird dieses Debüt ebenfalls in Dauerschleife hören. In unsere Zeit hinein gerettet haben BLACKROUT eben diesen alten Spirit. Eine herrlich oldschoolige, rohe, erdige,authentische Produktion rundet „Orwellian“ ab und hat zusammen mit den intelligenten und sozialkritischen Texten das Zeug zum Klassiker! Trotz aller Old School ist dies Album modern. Man kann es mit der Angst bekommen, wenn man an einen (hoffentlich bald erscheinenden) Nachfolger denkt. Solche Angst macht Spaß !!!

 

Tracklist:

1 – Disenlightement

2 – More Equal Than The Others

3 – Ectogenesis

4 – Reichtagsbrand

5 – Drone Pilot

6 – Born In Fallujah

7 – By Clockwork Driven

8 – Leaving The Homes Of Penetration

 

Bewertung:

9,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Blackrout
  • Album Titel: Orwellian
  • Erscheinungsdatum: 12.03.2015
  • Fazit: Wer damals in den späteren 1980er Jahren die innovativen und revolutionären ersten Alben von Sepultura, Obituary, Kataklysm, Death und alle anderen in sich aufgesogen hat – oder diese Scheiben grade neu entdeckt und liebt - der wird dieses Debüt ebenfalls in Dauerschleife hören. In unsere Zeit hinein gerettet haben BLACKROUT eben diesen alten Spirit. Eine herrlich oldschoolige, rohe, erdige,authentische Produktion rundet „Orwellian“ ab und hat zusammen mit den intelligenten und sozialkritischen Texten das Zeug zum Klassiker! Trotz aller Old School ist dies Album modern. Man kann es mit der Angst bekommen, wenn man an einen (hoffentlich bald erscheinenden) Nachfolger denkt. Solche Angst macht Spaß !!!
Gelesen 1940 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 16 April 2015 22:17

Medien

BLACKROUT - ECTOGENESIS (Album "Orwellian" / release 2015) BLACKROUTofficial