Freitag, 13 März 2015 19:48

Carniwhore – Fuel EP

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Carniwhore – Fuel EP Carniwhore – Fuel EP Carniwhore

Die deutsche Band Carniwhore aus Visbek / Vechta veröffentlicht ihre 5-Track EP und zeigt darauf ihre eigenwillige Mischung aus klassichem Metal der 80er Jahre mit zweistimmigen Soli und schönen Harmonien, wie sie auch von Iron Maiden, Judas Priest sein könnten und kombiniert das Ganze mit normalem und gutturalem Gesang. Stilistisch sind sie daher nicht eindeutig einzuordnen, aber das muss ja auch nicht immer sein.

 

Es ist wie eine Zeitreise: die Produktion ist zwar modern gemacht, beim Schlagzeug-Sound gibt man sich bewusst Oldschool und der teils räudige Rock'N'Roll klingt ebenso wie die traditionellen Metal-Elemente klar nach den 80ern. Auf der anderen Seite wird teils gegrowlt und die Mischung ist insgesamt sehr transparent, genau so wie man es von einer aktuellen Veröffentlichung erwartet.

 

Die Texte sind recht klischeehaft („Hail Hellrider“) und die Qualität der Stücke variiert sehr stark. Was gibt’s denn nun auf die Ohren? Die EP beginnt mit Fuel, ein Stück das recht gut auf den Punkt kommt und zeigt, wofür die Band steht. Eher rockige Gitarren, das Schlagzeug im mittleren Tempo und der Gesang durchgehend variantenreich gegrowlt. Schöner Opener, gut ausgewählt. Bei Stück Nummer zwei (Heavy Metal Saviour) und drei (Hellrider) setzt leichtes Fremdschämen ein: bei den Texten greift man ganz tief in die Kiste mit einer Million Mal gehörten Versatzstücken und sehr einfach gehaltenen Refrains. Bei "Heavy Metal Saviour" ist auch die Komposition nicht 100%ig gelungen: bei 3min13s denkt man das Lied sei vorbei, dann wird etwas lieblos nochmal der bereits sattgehörte Refrain drangehängt. Hellrider hat eine Motörhead-Attitüde mit Saxon-Refrain und erinnert bis auf den Chorus etwas an Motörheads „Born To Raise Hell“.


Ab jetzt muss man sich zwingen weiter zuhören, wer das macht, wird aber auch tatsächlich mit dem meiner Meinung nach besten und abwechslungsreichsten Stück der EP „Horsemen's Arrival“ belohnt: Das Tempo wird angezogen die Rhythmusgitarren preschen mit klassischem Metal voll nach vorne, der gutturale Gesang trägt die Strophe, in der Bridge drosselt man das Tempo und setzt auf Klargesang, um danach wieder Vollgas zu geben. Ein wirklich schöner Song, der ab 2min20s auch mit einer wirklich tollen Gitarrenarbeit zu begeistern weiß und ab 3min8s werden die Sologitarren nochmals besser!


„Gone Wild“ ist ein Midtempo-Stück mit Shouts und Growls, ab 2min19s dann wieder ein schönes zweistimmige Gitarrensoli, hier hat man sich auch getraut den beiden Lead-Gitarren genug Platz im Mix zu lassen und verzichtet teilweise auf die Rhythmusgitarren, was das Ganze noch interessanter macht und auch abwechslungsreich ist.


Tracklist:

01. Fuel

02. Heavy Metal Saviour

03. Hellrider

04. Horsemen's Arrival

05. Gone Wild

 

 

Bewertung:

5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Carniwhore
  • Album Titel: Fuel
  • Erscheinungsdatum: 06.12.2014
  • Fazit: Wer also der guten alten NWOBHM nachtrauert, das ganze gerne zeitgemäß produziert hören möchte und sich auch auf Growls innerhalb des klassischen Metals einlassen kann, der sollte hier mal ein Ohr riskieren. Potenzial haben Carniwhore auf jeden Fall, sie sollten sich allerdings für ihre Kompositionen etwas mehr Zeit nehmen und die Songs insgesamt etwas „runder“ bekommen. Außerdem ist es bestimmt sinnvoll, sich bezüglich der Texte etwas eigenständiger zu geben und nicht zu viele Klischees zu bedienen.
Gelesen 2719 mal Letzte Änderung am Freitag, 13 März 2015 20:00

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Carniwhore – Fuel Carniwhore