Warnung

JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 90

Freitag, 13 Februar 2015 15:42

Unter dem Radar: KATHARTIK (Black/Death/Psychedelic)

geschrieben von
Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Bandlogo Bandlogo Kathartik

Seit einiger Zeit geistert 'Unter dem Radar' eine Truppe in NRW, die sich „Unkonventionellen Black-Death-Metal mit Psychedelischen Einflüssen“ auf ihre Fahne geschrieben hat. Wir wollen euch diese spannende Mixtur etwas näher bringen.

Der Bandname, abgeleitet vom Begriff Katharsis, steht für die psychische Reinigung der Seele durch aggressive Erschütterung. B. Fabricius (Schlagzeug) und F. Asmus (Gitarre) hatten im Winter 2007/2008 genug vom metallischen Einheitsbrei und gründeten im Sinne eines kathartischen Ventils - mit passendem Namen - die Band KATHARTIK. Das musikalische Konzept sollte eine Mixtur aus den unterschiedlichen Formen des Extrem-Metal werden. Dies allein genügte den beiden aber nicht so recht. Um ihre Vision vom Metal interessanter zu gestalten, lassen sie seit ihren Anfangstagen auch experimentellere Elemente - dem Psychedelic Rock der 70er Jahre angelehnt - in die Kompositionen einfließen.


Den ersten Demo-Aufnahmen im Sommer 2008 folgte ein Jahr später eine weitere Demo-Session, um den bisherigen Fortschritt festzuhalten, darauf weiter aufzubauen, sowie das Line Up zu vervollständigen. Seit dem Sommer 2010 hat die Band ihren Hauptsitz in Essen (NRW). Nach diversen Besetzungswechseln fand sich schließlich Ende 2011 ein stabiles und vollständiges Line Up.


Im Mai 2012 absolvierte die Truppe ihren erste Auftritt, weitere sollten folgen und für einiges Aufsehen sorgen. Das Debüt-Album „Sublime Decay“ veröffentlichten KATHARTIK im Februar 2013 komplett in Eigenregie. Um das Album zu promoten, spielte die Band in den folgenden eineinhalb Jahren nahezu monatlich ein Konzert. In 2015 soll das 2. Album das Licht der Welt erblicken, erste Aufnahmen laufen bereits, neue Songs sind vorhanden - es kann durchgestartet werden.
Das Personalkarussell, das auch vor den Essenern nicht halt macht, bedingt eine momentane Suche nach einem weiteren Gitarristen.



kthk promo-foto 2015



Aktuelle Besetzung:

B. Fabricius - Schlagzeug

F. Asmus - Gitarre

M. Gehrs - Gesang

C. Radeck - Bass

 

Diskografie:

2013 „Sublime Decay“ (Eigenproduktion)

 

 

 Review zu „Sublime Decay“



022 Kathartik - Sublime Decay Cover

 


Nach einem längeren, psychedelisch-orientalisch angehauchten Instrumental-Intro beginnt mit ,Paroxysm Of Grief' die wilde Fahrt durch eine Schnittmenge aus modernerem Death Metal, eine Prise Black Metal, Psychedelic Rock, purem Chaos und so manchem Tempowechsel. Gleich zu Beginn fällt leider der Schlagzeugsound etwas unangenehm auf, welcher recht steril und ohne den nötigen Punch daherkommt, die Double-Bass klingt anfangs ein wenig nach Drumcomputer. Die Gitarren tönen ebenfalls nicht ganz so voluminös aus den Boxen. Hier gibt es noch recht viel Luft nach oben. Bei einem mit nicht allzu großen Budget, zudem noch komplett in Eigenregie eingetrümmerten Debüt-Album, sollte dieser Umstand jedoch nicht Anlass zu größerer Kritik sein.


Denn hat der Hörer sich erst einmal in den Gesamtsound eingehört und in die Scheibe hineingefunden, offenbart sich ihm eine spannende Mischung, die frisch und innovativ, abseits der derzeitigen Trendwege wandert. Die KATHARTIK ganz eigenen dissonanten Ideen werden zwar noch ein wenig umständlich präsentiert, so dass sich ,Archaic Layment' vielleicht etwas unstrukturiert anhört, dennoch macht gerade dieser Umstand diesen Song interessant und hörenswert. Ein weiteres Beispiel hierfür findet man in ,Cult', das gerade durch seinen chaotischen Verlauf Stärke zeigt. Insgesamt werden die psychedelischen Elemente mit ,Spoken Words', leichten Post-Rock-Anleihen oder auch episch-atmosphärische Parts in die teilweise längeren Stücke eingesponnen. Ebenso finden sich kleine Spuren von Industrial in das Material ein. Diese Experimente werden durch einen Gesang verstärkt, welcher teilweise an Mayhem und auch Satyricon erinnert. Man muß dieses Album einfach gehört haben, um diesen Stil-Mix nachvollziehen zu können.


Als Rausschmeißer ihres knapp 50-minütigen Erstlingswerks packen die Fünf Ruhrpötter mit einer eindrucksvollen Neu-Interpretation von ,In The Year 2525' ein Schmankerl in Form eines Bonus-Tracks auf den Silberling. 1969 wurde dieser Hit von ZAGER & EVANS unter das Hippie-Volk geworfen und ist bis heute noch sehr bekannt und ist häufig sowohl in Clubs, als auch im Radio zu hören. Die erste Hälfte dieser eigenwilligen Interpretation wird getragen durch das gemächliche, nah am Original orientierte, Hauptthema, um dann in der Mitte in schwarzmetallisches Geknüppel und Gekeife zu enden. Stark! Manchem Puristen oder Radio-Hörer wird dieses Stück ziemlich vor den Kopf stoßen, aber das soll bei extremem Metal ja auch so sein.


Alles in Allem ein sehr interessantes Debüt-Album. Wenn die Band beim nächsten Album eine insgesamt bessere Produktion hinbekommt und die einzelnen Songs etwas mehr auf den Punkt gebracht werden, dann können wir uns auf ein tolles, unkonventionelles, zwischen den extremen Welten wandelndes Zweitlingswerk freuen.

 

Tracklist:

1) Purgation By Fear (Intro)

2) Paroxysm Of Grief

3) P#rn

4) Archaic Lament

5 ) Masterplan

6) Cult

7) Aftermath Decay

8) In The Year 2525 (Coverversion)


Bewertung:

7 von 10 Punkten

Gelesen 2534 mal Letzte Änderung am Samstag, 28 Februar 2015 18:06

Medien

Kathartik - Paroxysm of Grief [Sublime Decay Live] Kathartikk