Donnerstag, 11 September 2014 20:22

Dreharbeiten für eine Konzert-DVD – und undergrounded ist mittendrin !!!

geschrieben von fiolkman
Die Film-Crew  Die Film-Crew

Das auf Konzert-Mitschnitte spezialisierte Filmteam von VISIONS IN FEAR hatte Anfang April die Aufgabe, ein Konzert der deutschen Power-Metaller von BRAINSTORM in voller Länge für eine Live-DVD professionell auf Festplatte zu bannen.

Die Truppe rund um Firmen-Chef Oliver Barth hat bereits neben mehrmaligem Filmen des Keep It True Festival´s schon etliche weitere Live-DVD´s zu verantworten, unter anderem die genialen ASPHYX und DESASTER DVD´s.

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Ich durfte Oliver Barth bereits während der DESASTER-Jubiläums-Show im November letzten Jahre kennen lernen und hatte eine kleine Idee, als ich die Ankündigung las, dass anläßlich der CD-Release-Show im Essener TUROCK zum neuen BRAINSTORM-Album „Firesoul“ dieses Konzert in voller Länge mitgefilmt werden sollte. Wie läuft so ein Dreh bei einem Konzert ab? Was passiert hinter den Kulissen? Das war meine Frage und da wollte ich „Mäuschen“ spielen. Also fragte ich einfach nach, ob es möglich wäre, das Film-Team den gesamten Tag über zu begleiten und darüber einen kleinen Erlebnis-Bericht zu schreiben. Einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen und den „Profis“ bei ihrer Arbeit über die Schulter zu gucken. Ein spannendes Projekt. Der Herr Barth fand die Idee ebenfalls spannend und so entstand dann folgerichtig dieser Bericht.

 

Essen , der 05.04.2014, 16:00 – Der Tag ist gekommen und voller Neugier und Vorfreude stehe ich vor den noch geschlossenen Pforten des Turock! Einen kurzen Anruf später gelange ich durch den „Lieferanten-Eingang“ mitten ins Herz des Essener Kultladens. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit den schon anwesenden Leuten vom Film-Team und feierlicher Übergabe des Crew-Bändchens gehöre ich nun für diesen Tag als inoffizielles Mitglied zum „Tour-Tross“. Neben den Headlinern BRAINSTORM sind bei der kleinen, erstmal 4 Termine umfassenden CD-RELEASE-SHOW-TOUR, als Supportbands noch die Kölner Rocker von GUN BARRELL und die Finnen BLOODBOUND an Bord. Die beiden Vorbands teilen sich einen Backstage-Raum, BRAINSTORM besetzen einen eigenen, der zugleich als „Zentrale“ und Lagerraum für das Filmteam dient. Aber hierzu später mehr.

 

Nach kurzer Eingewöhnung und weiterer Begrüßung und dem kennenlernen der Jungs von BRAINSTORM widmet sich der Chef dem ersten Aufbau des Equipments und Positionierung der festen Kameras. Eine Heidenarbeit, wie sich herausstellt. Es müssen viele Faktoren beachtet werden. Wie sind die Lichtverhältnisse? Stehen die Kameras Stabil? Vibriert der Bühnenboden, wenn die Musiker rumtoben und erzeugen die Erschütterungen ein verwackeltes Bild?

Insgesamt wird das Konzert mit 7 HD-Kameras gefilmt. Eine der festen Kameras wird neben dem Drum-Riser plaziert und muß während des Soundchecks richtig fixiert und eingestellt werden. 2 weitere Feststehende Kameras werden oben auf der Galerie mittig plaziert. Die restlichen 5 Kameras werden unter dem Team verteilt. Insgesamt zählt die Truppe um Oliver Barth 6 Mann. Hier merkt man, daß professionell gearbeitet wird und das Team die Sache ernsthaft angeht.

 

Nach dem Soundcheck der Band und dem Aufbau, gönnen wir uns eine kleine Pause und ich bekomme die Möglichkeit zum Small-Talk mit Gitarrist Torsten Ihlenfeld, dem Basser Toni Ieva und Frontmann Andy B. Franck. Hierbei erfahre ich, dass heute das komplette neue Album am Stück gespielt wird. Und dieses ist erst seit gestern auf dem Markt. Wow, mutig,mutig. Andere Bands spielen vielleicht 10, 20 Jahre nach Veröffentlichung DAS eine Klassik-Album am Stück.

Aber das neue Album, mit durchgehend noch unbekannten Song auf die Leute los zu lassen, das flößt mir Respekt ein. Ebenso ist die Band natürlich auch etwas nervös, inwieweit die neuen Songs vom Publikum aufgenommen werden. Ok, die Band hat jetzt auch schon über 20 Jahre auf dem Buckel, ist also sehr routiniert, trotzdem sind die Jungs absolut bodenständig und mehr als sympathisch.

 

Die gesamte Show heute für ein DVD-Release zu filmen bekommt jetzt natürlich noch mehr Sinn. Eingerahmt in ein paar bekannte Songs wird also „Firesoul“ komplett gezockt, abgerundet durch einige Bandklassiker. Somit für die Leute vor Ort sowohl ein besonderes Konzert, als auch ein echter Kauf-Anreiz der späteren DVD. Interessanter und nachahmenswerter Ansatz, wie ich finde. Von Ausverkauf kann hier also nicht gesprochen werden und vom Spirit her absolut untergründig.

 

Das Feld ist nun bereitet, alle sind gut vorbereitet und jetzt heißt es für die Band, Warten bis zum Auftritt. Mittlerweile wird das Turock zum Einlaß für die Fans geöffnet. Ein gutes Stichwort,um auf den Ort des Geschens kurz ein zugehen. Das Turock ist im Ruhrpott seit mehreren Jahren eine der ersten Anlaufstellen für Metal-Konzerte jeglicher Art. Neben dem Konzert-Betrieb ist das Turock eine angesagte Metal-Disco und mittlerweile auch schon berühmt für das jährlich stattfindende TUROCK OPEN AIR, welches bei freiem Eintritt Jahr für Jahr massig Top-Bands aufbietet. Heute darf ich erstmalig ja auch hinter die Kulissen des Veranstaltungsortes schauen und bekomme Zutritt in den Backstage-Bereich. Hier erwartet die Musiker eine kleine Überraschung, denn so geräumig und sauber geht nicht überall zu. Die Räume sind angemessen groß und was die Crew rund um Turock-Chef Peter Siewert allein beim Catering auffährt, ist vom Feinsten. Ein warmes Buffet mit mehreren verschiedenen Fleischgerichten, Gemüse-,Nudel-,Kartoffelaufläufen. Verschiedene Wraps, Brotsorten ohne Ende und und und.........Zudem noch tolle Desserts.......Wow, alle werden mehr als satt und es mundet auch der Filmcrew verdammt gut. Tolle Arbeit, Turock-Crew! Das muß erwähnt werden, denn bei vielen Konzerten sieht das oft etwas anders aus.


Die Musiker sind ebenfalls positiv erstaunt und nutzen das Angebot mehr als gern. Derart gestärkt kann es an die eigentliche Arbeit gehen. Zuerst gehen Gun Barrell auf die Bühne und ernten erste Beifallsstürme vom schon zahlreich vorhandenen Publikum. Vor schon jetzt fast vollem Haus gewinnen die sympathischen Finnen von bloodbound noch mehr positive Reaktionen aus der Menge.

 

Kurz vor dem Auftritt der Headliner bespricht sich sich das Film-Team ein letztes Mal im Backstage-Raum, in dem sich zeitgleich die Musiker „warm“ machen. Leichte Nervosität und Anspannung wird weg gedehnt, jeder ist gewissermaßen im Tunnel. Lampen-Fieber, das Elixier eines eine Jeden, der auf eine Bühne geht, greift auch ein wenig nach mir. Ich darf zum Fotografieren auch auf die Bühne, hoffe, daß ich mich soweit unsichtbar machen kann, keinen dort oben störe und bloß nicht auf irgendein wichtiges Kabel trete. Nicht, dass ich nicht schon öfter recht nah dran am Geschehen war, trotzdem möchte ich nicht „auffallen“.

 

Als die Ansage dann kommt : „In 10 Minuten geht es los!“ , ist das unser Startzeichen und wir machen uns auf weg zu unseren Positionen, was gar nicht so einfach ist. Das Turock hat traditionell keinen Fotograben, was für die Fans natürlich geil ist, da man direkt vor die Bühne kann. Also verteilen sich die frei beweglichen Kamera-Männer mitten ins Volk und nehmen die vorab ungefähr besprochenen Positionen ein. Es ist ein eingespieltes Team, kommuniziert wird mit Blicken und kurzen Kopfbewegungen. Die Arbeit kann beginnen.

 

Der Laden ist ausverkauft, die Meute, von den Supportbands richtig angeheizt, will nun BRAINSTORM sehen und skandiert den Bandnamen. Die Band entert die Bühne und die Fan´s flippen aus. Das nennt man Heimspiel und überrascht mich ein wenig, in der Form habe ich das bei Asphyx oder Desaster erleben dürfen. Auch Power-Metal aus Deutschland reißt viele noch mit. Wie vorher angekündigt, werden erstmal drei ältere Stücke, quasi zum „warmwerden“ gespielt, um dann das komplette neue Album zu zocken. Erstaunlicherweise kommen sämtliche Songs prima an, das Publikum zieht voll mit, als wären die Stücke seit Jahren im Programm. Nach dem neuen Material werden noch 4 weitere Songs im Zugabeteil ins Volk geballert und nach ca 100 Minuten ist die Konzert-Party vorbei. Weiter unten findet ihr ein erstes Video von diesem Konzert.

 

Nachdem sich die Band ausgiebig von den Fans für´s erste verabschiedet hat, sammelt sich die Film-Crew und wir trinken gemeinsam und gemütlich ein erstes Bier. Das Zusammenpacken beginnt und kurze Zeit später treffen wir uns alle im Brainstorm-Backstage-Raum. Wir lassen die Band-Mitglieder in Ruhe und tauschen ein erstes Fazit aus. Die Show war ein Erfolg, eindeutig! Aber genauso unsicher wie ich es nach jedem Konzert bin, ob meine Bilder etwas geworden sind, so äussern sich auch sämtliche Kamera-Männer........ „Hoffentich sind unsere Aufnahmen etwas geworden“ . Schön, solche Töne auch von den Profis zu hören! Unterdessen läuft nun im Turock der normale Metal-Disco-Betrieb und das Team mischt sich nach Gruppenfoto-Session und erstem Verschnaufen unter das Party-Volk. Wir haben auch irgendwie einen gelungenen „Arbeitstag“ zu feiern. Im späteren Verlauf des Abends gesellen sich auch noch die Band-Mitglieder mit hinzu und gemeinsam werden noch einige vitaminreiche Getränke verköstigt.

 

Mein Fazit für diesen Konzertabend lautet kurz und bündig: Wahnsinn!

 

Es hat riesig viel Spaß gemacht, an diesem Tag und Abend und Feiernacht teilnehmen zu können und sowohl selbst einen Einblick hinter die Kulissen zu bekommen und ebenso Euch davon berichten zu können, macht mich stolz und auch irgendwo glücklich. Als „normaler“ Konzertgänger bekommt man ja vordergründig nur das mit, was man aus dem Publikum heraus so mit bekommt. Als langjähriger Konzertgänger und Fan hat mich schon immer das „drumherum“ interessiert.

 

Ich hoffe, ihr hattet einigen Spaß beim Lesen und bis bald - Euer Fiolkman !!!

Gelesen 3164 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 September 2014 11:54

Medien

Brainstorm - "And I Wonder" Videoclip Visions In Fear