Freitag, 08 Februar 2019 22:38

Vorga - Radiant Gloom (EP)

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(9 Stimmen)

Wenn man etwas von einer Band zugesandt bekommt, die sich selbst in die Genre-Schublade „Modern Black Metal“ steckt, kann einen erfahrungsgemäß so ziemlich alles erwarten. Von Cleangesang über Schalmeien bis hin zur full-blown Space-Opera – alles schon gehabt und bei den meisten Sachen schwer damit kämpfen müssen, damit sich die Zehennägel nicht über den Kopf rollen. Aber Stereotypen wollen sich ja gerne aufbrechen lassen und so geben wir der Band „Vorga“ und deren EP „Radiant Gloom“ mal einen Spin im Player.

Zunächst sei gesagt – es ist der erste Output dieser Band und wenn man auf Metal-Archives (noch) nichts darüber findet (und die FB-Präsenz erst am 1. Februar scharfgeschaltet wurde), kann man sicher sein, dass es die Combo wirklich erst seit Kurzem gibt. Das Albumcover verspricht zumindest schon mal erwähnte Space Opera und auch das Outfit auf dem PR-Shot der Band verspricht eigentlich einen EBM-angehauchten „Genuss“. Tatsächlich könnte beides nicht mehr täuschen, da die multinationale Combo (Britisch-Bulgarisch-Deutsch) aus Karlsruhe vollkommen bodenständigen Melodic Blackened Death abliefern, der äußerst wohlgefällig aus den Boxen rauscht.

Dabei bekommt man für eine erste EP einen erstaunlich gereiften Mix geliefert, der seine geringfügigen Schwächen nicht mit klassisch-dichten Soundwänden von Rumpel-BM kaschieren kann / will. Die vier Tracks werden grundsätzlich von Sänger Пешо Спейса dominiert, der durch die Bank weg mittels Echo-Effekten und einer starken Röhre harte Growls liefert. Die Gitarrenarbeit von Volker als Lead und Atlas im Support bietet solide Hausmannskost. Riffing on Spot, wobei hier kaum ausschweifende Soli in den Pausen zwischen Growl- und Double-Bass-Drummgewitter präsentiert werden, sondern eher die berühmte Verschnaufpause. Trotzdem ist hier auch kaum eine Schwäche auszumachen und „Radiant Gloom“ lässt sich eigentlich wie ein Mix aus den typischen Einflüssen von Göteborg-Death und nordischen Melo-BM ala Catamenia oder Old Mans Child beschreiben.

Natürlich bleiben Fragen offen, zum Beispiel wie lange man wohl gebraucht hat, um die EP zusammenzuleimen - man mag es jedenfalls nicht glauben, es hier mit kompletten Anfängern zu tun zu haben, denn dazu klingt Vorga schon jetzt zu geschliffen. Wer neben den wirklich knüppelharten Tönen der norwegischen Kollegen etwas Entspannung für die Ohren haben will, dem sei Vorga jedenfalls ans Herz gelegt. Ich für meinen Teil werde die Jungs im Auge behalten und hoffe, dass Sie von ihrer Verkleidung wegkommen – das brauchts an der Stelle nämlich definitiv nicht!

Trackliste:

01 The Black Age
02 Argil
03 Divine
04 Hunger

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Vorga
  • Album Titel: Radiant Gloom
  • Erscheinungsdatum: 20.02.2019
  • Fazit: Wer neben den wirklich knüppelharten Tönen der norwegischen Kollegen etwas Entspannung für die Ohren haben will, dem sei Vorga jedenfalls ans Herz gelegt. Ich für meinen Teil werde die Jungs im Auge behalten und hoffe, dass Sie von ihrer Verkleidung wegkommen – das brauchts an der Stelle nämlich definitiv nicht!
Gelesen 804 mal Letzte Änderung am Samstag, 09 Februar 2019 12:25

Medien