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Sonntag, 22 Juli 2012 17:49

Boarstream Open Air 2012 Empfehlung

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Und leider hat sichs auch schon ausgegrunzt! Während die letzten Eber das Schlachtfeld des Boarstreams 2012 verlassen, ziehen wir knallharte Bilanz! Allein die Anreise am Freitag mit dem Oberkommandomobil war äußerst abenteuerlich. Während das Navi mit veraltetem Kartenmaterial auf Höhe Würth-Komplex seinen Dienst vollständig einstellte und man sich selbst in die ländliche Hölle schickte, war in Buchenbach schon die Sau am Tanzen.


Freitag:

Die 666 Tickets, die sich bis zum Ende des VVK komplett an den Metaller bringen ließen, waren bis zur Ankunft schon in Autos und Zelte auf dem gemütlichen Platz hinter der Mehrzweckhalle umgesetzt worden. Durch Öffnen des Kofferaums mit Gratisbier, nachdem man von zwei fähigen Einweisern geplatzt wurde, ließen sich auch recht schnell der eine oder andere Metalhead anlocken und in tiefgründige Diskussionen über den Underground verwickeln. Für kleine Festivals eher ungewöhnlich, war das bereits anwesende Publikum doch sehr international. Neben Franzosen zählten wir hier einige Polen, Franzosen, Niederländer und schließlich auch Veronica aus Kanada, die durch ihre offene Art - "Halloooo, meine Muschi ist sehr krank" - zu begeistern wusste. Dennoch stand vor dem Feiern bis zur Ankunft des Undergrounded Nachschubs noch die Vorbereitung! Zum Beispiel - Abholung der Pressepässe (Dank an die Orga für eine vollkommen relaxte und freundliche Abwicklung) und den Arm gechipt bekommen um später auch in der Crowd mitzurocken. Nach Eintreffen der Unterstützung durch Phil und Franziska konnte dann endlich mit dem Sichten der Acts begonnen werden.


Allen Anfang machten Soul Demise aus Nürnberg. Perfekt wurde das Festival eingeleitet mit melodischem Todesmetal und lockten schon ordentlich Besucher vor die Bühne. Großer Beliebtheit erfreuen sich die letzten Jahre auch immer mehr Unlight, dabei treiben die sympathischen Baden-Württemberger schon seit 15 Jahren ihr Unwesen. Der Sound lies kaum Wünsche offen, nach einer kurzen Anlaufphase, und es wurde dann letztendlich schöner traditioneller Black Metal zelebriert. Der Altersdurchschnitt sank rapide, trotz Blut und Ti****. Dass diese eben die beiden Argumente sind, die Publikum ziehen, haben Debauchery schon lang erkannt. Zum Glück legt die Schlachteria um Frontmann Thomas noch mehr Wert auf musikalische Qualität. Und so bekam man ordentlichen Death Metal ohne Kompromisse mit fetten Hardrock Einflüssen. Das Finale bestritten die Pagan Black Metaler von Thy Wicked mit nicht mehr ganz so vielen Zuschauern und Bangern wie bei Debauchery. Definitiv waren aber die Personen da, die einen Sinn für handgemachte und kreative Musik haben. Der wohlverdiente Nachtsnack wurde dann bis die Lichter um ca. 02:30 Uhr ausgingen noch im Pavillion genossen, während einige Bandmember direkt unter den Fans mitfeierten. Genau das ist es, was wir unter Underground verstehen und was das Boarstream zum absoluten Bringer macht!

Samstag:

Nach einer Nacht auf der Rückbank des nur bedingt zum Schlafen geeigneten UG-Mobils, wurde man sanft von Nieselregen und den leisen Tönen von J.B.O geweckt, was nicht die schlechteste Art ist, aufzuwachen! Das Abschreiten des inzwischen prall gefüllten Zeltplatzes, der Besuch der wassergespülten Örtlichkeit (ES GAB VERDAMMTNOCHMAL SOGAR KLOPAPIER!!!) und das Abgreifen von Kuchen und Kaffee half, die Wartezeit zum ersten Gig zu Überbrücken, wobei hier einer der wenigen Kritikpunkte am Festival aufkam:

Liebe Boarstreamer, ihr solltet, auch zur eigenen Profitverbesserung schon gegen 11.00 Uhr warme Speisen anbieten. Die meisten Metalzombies brauchen morgens statt Kaffee Kuchen bis 12:30 auch schon warmes Fleisch und literweise Bier! So musste das Oberkommando, das wie so oft nur mit Sturmgepäck anreiste und euch gerne Geld für Fett und Kohlenhydrate gegeben hätte, zuuu lange darben. Trotzdem ist positiv zu erwähnen, dass das Essensangebot für die Größe des Boarstreams vollkommen genial und praktisch ausgewählt wurde. So gab es verschiedene Sorten Maultaschen, Steak, Gulasch und Wurst (vom Grill versteht sich) -variationen. Am Samstag waren schon relativ früh die besten Sachen vergriffen, besonders die Gulaschsuppe hätte gegen Abend bestimmt nochmal den einen oder anderen Nachbrand gelöscht. Auch preislich im Rahmen und für den kleinen Geldbeutel ausgelegt, wurde per Ticketsystem die bargeldlose Lösung der Bezahlung meistens positiv aufgenommen.

 

Direkt nach der ersten Stärkung wurde der zweite Festivaltag auch schon von einem Lederhosen-Duo mit nicht näher benannten Bandnamen eröffnet (Update: der Bandname ist Iwwerzwerch). Der Tag begann somit unter anderem mit Klassikern wie „Spätzle mit Soß“, Mendocino und „Hohenloher Moooschd!“(dem schon das ein oder andere UG-Mitglied ausgiebig fröhnte) und schon wurden die Ersten zum Mitgröhlen animiert. Es wurden zur Belustigung Aller kurzerhand zwei Boarstreambesucher als Sänger und Schlagzeuger für diesen Tag verpflichtet die das Duo richtig aufmischten.


Der erste offizielle Akt nach diesem spaßigen Aufwecker waren Kain aus Würzburg. Zwar ohne Sänger David im Gepäck, aber dafür mit derb geilen Black-/Death Metal, lieferten die Jungs (vor allem der Gitarrist der zusätzlich die Funktion des Sängers übernommen hat) einen Auftakt ab, der sich nicht zu verstecken brauchte. Weiter ging es mit Furor Gallico. Es wurde ziemlich eng, denn die Italiener standen mit bis zu acht Musikern auf der Bühne. Nur so konnte die richtige Atmosphäre für sagenumwobenen Folk Metal geschaffen werden, was sehr gut von den Metalheads angenommen wurde. Nicht sehr viel weniger luden Thrudvangar zum Tanzen ein. Obwohl die Sonne kaum ihren Zenit überschritten hatte, wurde es auf dem Gelände gut voll. Wer Bock hatte auf richtigen Oldschool Black Metal war mit Cirith Gorgor auf jedenfall in jeder Hinsicht bedient und für Undergrounded die große Überraschung des Festivals. Die nächste Band Fleshgod Apocalypse, die ebenfalls aus Italien stammt, hatten Death Metal im Repertoire, der wohl die Meinungen spaltet. Tiefe Growls gepaart mit hohem Quietschegesang waren zwar nicht Jedermanns Geschmack, aber dennoch konnten die fünf Jungs aus Rom eine große Fangemeinde hinzugewinnen.

 

In neuer Besetzung machten auch Prostitute Disfigurement aus den Niederlanden Halt in Buchenbach. Ebenfalls mit Death Metal, aber gepaart mit mehr Brutalität. Es schien auch genau das zu sein, auf was die Besucher gewartet hatten und so konnte man eine große Zahl an Bangern vor die Stage locken. Die Dunkelheit legte sich über die Heimat des Ebers, und es wurde Zeit für Sagen, Mythen, Bier und Met! Riger aus Frankfurt/Oder erfreuten das zahlreiche Publikum mit Klassikern wie „Des Blutes Stimme“ und „Auf die Ahnen!“. Trotz gesundheitlich leicht angeschlagenem Sänger und düsteren Texten, kam danach bei Nocte Obducta die Interaktion mit dem Publikum nicht zu kurz. Es gibt wohl kaum eine Black Metal Band die experimentierfreudiger ist als das Nocte-Team und so konnte sich auch das Boarstream auf einen musikalischen Live-Erguss freuen. Mit dänischem Folk Metal startete man den letzten Versuch den Eber bis 2013 zu besänftigen. Zwar löste sich das Publikum während Svartsot allmählich auf, aber der harte Kern hielt auch hier bis zum Schluss die Waffen blank.


Fazit:

Was das Boarstream in unsere Augen zu einem absoluten Highlight im Underground macht, ist das Zusammenspiel aus „Kundennähe“ und Bandauswahl. Der Preis für ein Ticket, das Bandsortiment, die Mischung aus Veteranen und jungen Metalheads sowie die Infrastruktur sind die Faktoren die ein perfektes Festival ausmachen! Wenn dann noch Bands zum Anfassen und ein auf dem Boden gebliebenes Management dahinter steht, kann man nichts mehr falschmachen! Das Boarstream 2012 bekommt deswegen von uns das Prädikat „Saugeil“ und wir freuen uns auch hoffentlich 2013 wieder dem Gegrunze und Gesuhle anschließen zu können!


Die Bilder findet ihr Hier auf unserer Facebookpräsenz!

Weitere Informationen

  • Wann: 19.-21.07-2012
  • Wo: Buchenbach (Mulfingen)
Gelesen 3301 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 25 Juli 2012 13:33