Montag, 16 April 2018 20:13

31.03.-01.04.2018 - DARK EASTER METAL MEETING 2018, BACKSTAGE MÜNCHEN + BLOODBATH + NAGLFAR + UADA + DARK FORTRESS +++

geschrieben von Yrrlicht
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Zwei Tage lang unchristliches Gedresche und Gekeife auf drei Bühnen von insgesamt 34 Bands, statt aufgesetztem Lächeln bei Kaffeepläuschchen und sonntäglichem Kirchengang mit der verkorksten Familie, die man zu 85% nicht einmal ausstehen kann – das bot die diesjährige Ausgabe des Dark Easter Metal Meetings für einen Ticketpreis von knapp 85€ im Vorverkauf. Eine Abendkasse war weder zu erwarten, noch benötigt, denn bereits im Februar konnten die Veranstalter ein deutliches Sold Out verkünden. Szenegrößen wie Naglfar und Bloodbath zogen auch internationales Publikum in die Hauptstadt Bayerns.

Samstag

Doch beginnen wir von vorne. Am Samstag um 14:30 Uhr eröffnete das zweiköpfige Projekt Ewigeis die Bühne im Backstage Club und stimmte damit gleichzeitig seinen eigenen Abschied an. Fast zehn Jahre stand das bayerische Duo aus Schwabhausen gemeinsam auf der Bühne und frönte dem grundständigen Black Metal mit kaltem Keifen und einfachem Riffing im mittleren Tempo. Mit der 30 minütigen Show auf dem Dark Easter, die nun ihre letzte sein sollte, lieferten Ewigeis einen Runden Abschluss ihrer Bandkarriere und stimmten sogleich auf die bevorstehenden Shows ihrer Mitstreiter ein. Direkt im Anschluss wurde die etwas größere Bühne in der Backstage Halle von den Schwarzwald-Black Metallern Unlight unsicher gemacht, die mit Corpsepaint und eingekleidet in Nieten und Patronengurten auftraten. So machten die Herren nicht nur eine gute Figur, sondern auch mächtig Dampf im zahlreich erschienenen Publikum – an dieser Stelle kann die Band froh sein Band nicht Besucher gewesen zu sein, denn letzteren wurden Patronengurte bereits am Einlass abgenommen.

Nach Unlight waren nun Noctem an der Reihe, um die größte Bühne im Backstage Werk einzuweihen. Ich nutzte die Zeit jedoch anderweitig, um mir einen Eindruck des Geländes zu verschaffen. Wer sich zum ersten Mal im Backstage München aufhält, wenn alle drei Bühnen in Betrieb sind, wird es wahrlich schwer haben nicht die Orientierung zu verlieren. Der zum Teil überdachte Außenbereich machte Dank mehrerer Pflanzen und Gegenständen, die kreuz und quer verteilt herumstanden, einen eher unübersichtlichen Eindruck, was der hohen Besucherzahl nicht unbedingt zugutekam. Glücklicherweise konnten sich nach ausführlicher Erkundung doch die einen oder anderen Installationen als Orientierungspunkte auf der imaginären Karte verankern. Darunter der Stand von Immortal Frost Productions, bei dessen freundlichem Personal man sich zwanglos mit jedwedem metallischen Subgenre eindecken konnte, sei es nun auf Vinyl, Tape oder klassisch in CD-Form (An dieser Stelle Grüße an Surtur und Inge!) und die beiden Imbisswagen, die hungrige Gäste für einen mäßigen Unkostenbeitrag mit Pommes und Burgern, auch als vegetarische Variante, versorgten. Etwas abseits im Backstage Werk konnte man einige Gemälde des schwedischen Künstlers Kristian Wåhlin a.k.a. Necrolord, der für zahlreiche Coverartworks diverser Metal Bands, darunter Dissection, Bathory und Nokturnal Mortum, verantwortlich ist, bewundern, oder als Print erwerben. Hier befanden sich ebenfalls der klassische Merch Stand und ein weiterer, an dem man Shirts und CDs der spielenden Gruppen erwerben konnte. Für Hardcorefans fand sich ebenfalls die Möglichkeit dem Lieblingsmusiker bei der Autogrammstunde in der Reitknechtbar die Hand zu schütteln.

Nachdem ich meine Erkundungstour beendet hatte, machte ich mich auf in den Club zu Lebenssucht, während zeitgleich die NRWler Eïs die Bühne der von fürchterlich unpassend und nerviger Pausenmusik geplagten Halle betraten, um das Publikum von selbiger zu erlösen. Zwischen den Shows in Club und Halle musste man sich leider das gesamte Festival über entscheiden, bei den Auftritten im Werk gab es jedoch keinerlei Überschneidungen. Nach langem Überlegen entschied ich mich doch für die DSBM Band der Humanitas Error Est Frontfrau Anett S Caedes, was ich schließlich ein wenig bereuen musste und zwar nicht (nur) der mittelmäßigen Performance geschuldet. Denn was sich auch später noch als gewaltiges Problem herausstellen sollte, machte sich hier zum ersten Mal richtig bemerkbar. Sowohl Club als auch Halle waren maßlos überfüllt, sodass es nur noch möglich war einen weit von der Bühne entfernten Platz mit sehr eingeschränkter Sicht und regem Durchgangsverkehr zu ergattern. Im Club Fotos schießen, wenn man allein zwischen den Bühnen hin und her springt? - Keine Chance! Von der Herumquetscherei leicht angenervt wartete ich nun den Beginn des Sets ab. Blutgebadet im weißen Kleid kam Sängerin Anett S Caedes auf die Bühne, viel mehr war von meinem Standort aus nicht erkennbar. Da Caedes mit Humanitas Error Est zwei Jahre zuvor auf dem Boarstream Open Air eine absolut solide Show lieferte, waren meine Erwartungen an Lebenssucht rückblickend vielleicht zu hoch angesetzt. Nach drei Songs, die mit längeren, zu monoton wirkenden Passagen eher wenig überzeugten, entschied ich mich dazu, die Sardinenbüchse vorzeitig zu verlassen.

Im Werk ging es weiter mit einer Band, auf die sich dank ihrer seltenen Ausflüge auf die Bühne wohl so einige gefreut haben. Dark Fortress lieferten gewohnt melodischen Black Metal und ließen zur Freude des Publikums auch ältere Stücke wie „Misanthropic Invocation“ in das Set miteinfließen. Für Irritation sorgte eigentlich nur eines – die anhaltende Hüftakrobatik von Sänger Morean. Wer dem Publikum Schritt-voraus sein Samba-Repertoire darbieten möchte, sollte sich vielleicht doch eher in die Richtung von brasilianischem Karneval umorientieren, da kämen sicher auch die Schulterpolster besser an. Aus der Besuchermenge wurden ohnehin Stimmen laut man wünsche sich den alten Sänger Azathoth zurück, der sich tatsächlich einen Tag später auf das Dark Easter bequemte.

In der bereits gut gefüllten Halle gaben sich direkt im Anschluss Sun of the Sleepless die Ehre. Unsicher gemacht wurde die Bühne diesmal jedoch nicht durch die Band, sondern vom Publikum. Rechts und links von Sänger und Schöpfer der Musik Ulf Theodor Schwadorf thronten jeweils zwei mit Schädeln geschmückte Holzstämme mit offenem Feuer darauf (man ahnt in welche Richtung sich der Wind drehen wird), die in Kombination mit Räucherwerk ein absolut stimmiges Bühnenbild erzeugten. Schon mit dem ersten Titel „Motions“ gelang es den Musikern, unter denen sich auch Mitglieder von Dornenreich und Helrunar eingefunden hatten, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Besonders stark schien es eine zierliche Dame erwischt zu haben, die ihre Körperbeschaffenheit offensichtlich ignorierte, oder sich derer Dank erhöhtem Alkoholkonsums nicht mehr bewusst war und sich so gewaltsam den Weg in die erste Reihe bahnte. Nachdem die Band dem Publikum ordentlich eingeheizt hatte, war sie nun wohl selbst an der Reihe. Sun of the Sleepless beendeten unter tosendem Applaus ihr Set, besagte Person kletterte, offenbar um einen Drumstick zu ergattern, zielstrebig auf die Bühne und stieß dabei eine der brennenden Holzsäulen um, weswegen sowohl eine Monitorbox als auch der Bühnenvorhang Feuer fingen. Dank schneller Reaktion seitens der Verantwortlichen konnte die Gefahr zügig gebannt werden, ohne dass es zu Verletzten kam.

Zurück im Werk angelangt ging es weiter mit Bethlehem, die sich seit ihrer Show am 31. März 2013 auf dem Dark Easter Metal Meeting nicht mehr auf der Bühne haben blicken lassen und nun, auf den Tag genau fünf Jahre später, ihr Comeback mit neuer Frontfrau im Gepäck feierten. Diese ist keine geringere als Darkened Nocturn Slaughtercult Sängerin Onielar. Beinahe bodenlanges Haar und markerschütterndes Kreischen sind die Attribute, die man wohl am ehesten mit der gebürtigen Polin in Verbindung bringt und auch am Karsamstag wurde man nicht enttäuscht. Onielar schien sich in dem charmant durchgeknallten Projekt von Jürgen Bartsch pudelwohl zu fühlen und lieferte in offensichtlich stimmlicher Topform eine unbändige Performance, die keine Wünsche offen ließ.

Weiter ging es mit Ultha, die auf der Bühne der Halle mit drei Songs in Überlänge ihr 50 minütiges Set füllten. Auf spezielle Licht- oder Showelemente verzichteten die Kölner gänzlich. Lediglich Nebel und rotes Licht prägten das Bühnenbild, was der musikalischen Leistung keinen Dämpfer versetzte. Jeder der Musiker schien in seinem Schaffen komplett aufzugehen, was sich direkt aufs Publikum übertrug und eine anhaltend energische Atmosphäre kreierte. Unangenehm wurde es derweil in den Toiletten aller drei Hallen. Mit Klopapier zugestopft oder anderweitig vollgeschmiert – benutzbar waren 90% der stillen Örtchen mit fortschreitender Zeit nicht mehr.

Gespannt war man bereits auf den bevorstehenden Aufritt von Shining, die als nächstes die Werkbühne betreten sollten. Manch einer zerriss sich das Maul, andere rannten wie kleine Kvarforth-Klone mit schwarzem Kopftuch durch die Gegend und wieder andere verdrehten genervt die Augen sobald sie diese erblickten. Dass sich die Geister in Sachen Niklas Kvarfoth scheiden ist ja nun wirklich kein Geheimnis. Wie dem auch sei – das Werk war gut gefüllt. Diejenigen, die sich einen Skandal erhofft hatten wurden „leider“ enttäuscht, denn Shining lieferten eine durch die Bank starke Show ohne peinlich pseudodepressives Klischeegehabe, dafür mit starken Vocals und eindrücklichen Gitarrensoli von Peter Huss ab. Ganz ohne Faxen konnte der schwedische Exzessheld jedoch nicht. So wenig Berührungsängste wie Kvarforth mit dem Publikum hatte, hatte er offensichtlich auch mit den Fotografen, was darin resultierte, dass er mir ohne Vorwarnung durch die Haare strich und einem Leidensgenossen die Kamera entwenden wollte. Bevor die Band mit „Jag är din fiende“ (zu dt.: „Ich bin dein Feind“) loslegte, verkündete Kvarforth lächelnd er habe diesen Song über alle hier Anwesenden geschrieben; eine Aussage die ihn auf obskure Art doch etwas sympathisch macht. Während die Halle bei Agrypnie berstend voll war, sammelte sich bei Enisum im Club nur eine mäßige Publikumszahl – völlig zu unrecht. In ihrem 40-minütigen Set brachten die Italiener sechs Songs aus ihrem aktuellen Album „Seasons of Desolation“ und dem Vorgänger „Arpitanian Lands“ unter und zogen das Publikum trotz später Stunde mühelos in den Bann ihres atmosphärischen Black Metals. Neben der musikalischen Komponente war auch der Mikrofonständer von Sänger Lys beachtlich, der aus einem Baum gefertigt wurde und für das richtige Ambiente auf der sonst neutral gehaltenen Bühne sorgte.

Gegen 22:50 Uhr war nun endlich die Zeit für den ersten Headliner gekommen. Bloodbath aus der schwedischen Hauptstadt Stockholm standen ganz im Sinne ihres schnörkellosen Death Metals blutverschmiert und grausig kostümiert auf der Werksbühne. Ganz gegensätzlich zum Bühnenbild gab sich gerade der kräftig growlende Sänger Nick Holmes zwischen den Songs sehr ruhig und geordnet, was der sonst recht mitreißenden Performance immer mehr den Wind aus den Segeln nahm und vermutlich mit dafür verantwortlich war, dass sich das Publikum gen Ende geringfügig ausdünnte. Nach der halben Show wurde seitens letzterem bloß noch nach dem wohl bekanntesten Song der Band, „Eaten“ geschrien, welchen sich Bloodbath für einen krönenden Abschluss zurückgelegt hatten, was die Show zuletzt doch wieder etwas in Fahrt kommen ließ.

Zu guter Letzt ging es zurück in die Halle zu den Norwegern von Aura Noir. Die dreiköpfige Band aus Oslo, deren Mitglieder unter anderem bei Mayhem und Immortal aktiv waren, heizten dem verbliebenen Publikum mit ihrem Black-Thrash zum Absch(l)uss noch einmal gehörig ein und brachten den ersten Tag des Dark Easter Metal Meetings 2018 zu einem knackigen Ende.

Sonntag

Der zweite Tag des Dark Easter Metal Meetings begann dank zwei Bandausfällen mit eher weniger erfreulichen Nachrichten. Wie eine Besucherin auf Facebook ganz treffend beschrieb: „So Dawn of Disease are ill and Nocturnal Depression are depressed. Next time you should order bands like „Rise of Health“ and „Daily Happiness“. Ersatz war jedoch schnell zur Stelle, so wurden Dawn of Disease durch Asphagor und Nocturnal Depression durch Wolves Den vertreten. Trotz dieser Turbulenzen ließ man sich in den Reihen der Veranstalter wohl offensichtlich nicht den Humor nehmen, denn sie verkündeten neben den Änderungen in der Running Order auch folgendes: „The first person who arrives in a full body bunny costume at the box office today has FREE ENTRY! Challenge accepted? Go for it!!!“ So verlockend das Angebot in manchen Ohren auch klingen mag, es blieb wohl ungenutzt, denn von Osterhasen war auf dem Gelände nichts zu sehen.

Nachdem Morgengrau und Impure Wilhemina den Club und die Halle eröffnet hatten, ging es im Werk gelassen weiter mit Novembre aus Italien. Dass die Publikumszahl deutlich geringer war als die am Vortag, dürfte bei dem unbändigen Bierdurst wohl keinen verwundern. Statt auf den Hasen, schien die Mehrheit des Publikums zu Ostern wohl auf die Katze gekommen zu sein. Somit war es dann auch nicht die alleinige Schuld der Progressive Gothic/Doom Metaller, dass die Interaktion vor der Bühne eher lasch ausfiel. Als Anomalie die Bühne der Halle betraten hatte es ein Teil der spontan Haustierbesitzer Gewordenen offenbar geschafft sich aus dem Bett und zurück ins Backstage zu hieven. Der gut gefüllten Halle stand eine stimmige mit Fackeln geschmückte Waldkulisse gegenüber, während sich langsam der kräftige Geruch von Weihrauch durch die Menge bahnte und vermutlich die eine oder andere Schnapsfahne überdeckte. Über ihr 40-minütiges Set hinweg lieferten die Österreicher eine tadellose Performance ihres Post Black Metals, der im Publikum zurecht auf starken Zuspruch stieß.

Nach einer ausgedehnten Essenspause zog es mich als nächstes zur Black Metal Legende Naglfar in das Backstage Werk. Zuletzt waren die Schweden auf dem Wolfszeit Festival 2017 zugegen, zuvor ließen sie sich stolze elf Jahre lang nicht in Deutschland blicken. Energisches Keifen und sägende Gitarren erlaubten über die 50-minütige Spielzeit hinweg keine Zeit für Langeweile. Auf einer Flut aus eingestandenen Fans im Publikum segelte das Totenschiff mit einem gut durchgemischten Set geradewegs hinein in einen Sturm aus unbändiger Begeisterung, der leider bereits pünktlich um 20:00 Uhr sein Ende finden musste.

Besonders morbide ging es mit meinem persönlichen Tageshighlight Belphegor weiter. Was das Bühnenbild anbelangt hatten die Österreicher wohl am meisten Aufwand betrieben. Romantisch arrangierte, von Fleischfetzen behangene Knochenelemente und Schädel, kombiniert mit floralen Elementen, befanden sich im optischen Totentanz mit sich selbst und hauchten dem maroden Grundton auf charmante Art eine psychotisch romantische Note ein. Was visuell propagiert wurde, bekam man auch auf die Ohren. Mit den Worten „Ave Bavaria. Save your prayers, god is not here tonight.“ gab Sänger Helmuth den Starschuss für das Set, das hauptsächlich aus Songs der aktuellen Scheibe „Totenritual“ bestand. Mit Titeln wie „Conjuring the Dead“ und „Lucifer Incestus“ war jedoch auch ein gesundes Maß an Abwechslung geboten.

Nachdem die letzten Töne von Belphegors brutaler Blastbeat-Orgie verklungen waren, machte ich mich auf Richtung Halle, wo Uada als nächstes die Bühne betreten sollten. Erneut zeigte sich das schon am Vortag erkannte Problem – sowohl Halle als auch Werk waren bereits maßlos überfüllt. Wer auf Geschubse, Gedrängel und viel Körperkontakt zu fremden Meschen steht, hätte sich hier sicher noch gewaltsam hineinquetschen können. Mir stand der Sinn jedoch nicht danach. Um nicht auch im Werk vor einer Menschenwand zu stehen, machte ich mich frühzeitig auf den Weg zum sonntäglichen Headliner Paradise Lost. Sänger Nick Holmes, der schon am Samstag mit Bloodbath den selben Slot belegt hatte, war diesmal schlicht gekleidet, statt blutüberströmt. Seine ruhige Art zwischen den Songs, mit der er seiner Death Metal Band keinen allzu großen Gefallen tat, harmonierte mit dem doomigen Gothic Metal von Paradise Lost wesentlich besser. Dennoch begann sich das Publikum trotz gelungener Performance wie auch am Vorabend bei Bloodbath, nach und nach auszudünnen. Stilistisch schienen die Briten einfach zu wenig den Geschmack des typischen Dark Easter Klientels zu treffen.

Kurz nach Mitternacht ging es für das Dark Easter Metal Meeting 2018 dann in die letzte Runde. Desaster, die um 20:36 Uhr auf Facebook verkündeten, sie seien zu betrunken und können deshalb leider nicht spielen, standen ebenso verlässlich auf der Hallenbühne wie das Publikum davor, welches auf den vorherigen Post entgegnete, es sei so betrunken, es könne den Koblenzern gar nicht mehr zuhören. Statt sich wie vorgeschlagen ein Beispiel an Azazel zu nehmen, lieferten Desaster eine energische Black-Thrash Einlage, die den verbliebenen Anwesenden die letzten, verlorengeglaubten Energiereserven aussaugte und die Halle in einen ungebremsten Moshpit verwandelte. Nebenan im Club verteidigten die Münchner Wolves Den den Slot, der eigentlich von Nocturnal Depression hätte bespielt werden sollen. Beworben wird die 2014 gegründete Black Metal Band gerne mit ihrem Sänger Helge Stang, der ehemals bei Equilibrium diese Funktion inne hatte und an ihren für den Untergrund wohl bedeutendsten Alben Turis Fratyr und Sagas mitwirkte. Die Musik, die Wolves Den bisher nahezu senkrecht durchstarten ließ, schreibt jedoch hauptsächlich Gitarrist Mexx. Auch hier im Club fand sich trotz später Stunde noch zahlreiches Publikum ein, das dem schweren Riffing mit großer Zustimmung begegnete.

Als auch der letzte Ton von Desasters außerplanmäßiger Zugabe verklungen war, schloss das Backstage allmählich seine Pforten. Eine Aftershow Party, wie man sie am Samstag geboten bekam, gab es am letzten Tag leider nicht. Während die meisten wohl den Heimweg antraten, verschlug es einige Feierwütige noch auf die umliegenden Parkplätze, wo der Abend bei mitgebrachten Spirituosen und Geschepper aus übersteuernden Autoboxen gebührenden Ausklang fand.

Rückblickend betrachtet fällt mein Fazit zur diesjährigen Ausgabe des Dark Easter Metal Meetings weitestgehend positiv aus. Maßgeblich überschattet wird der generell recht reibungslose Ablauf jedoch von der Tatsache, dass es gerade in Halle und Club zu massivem Platzmangel kam. An dieser Stelle sei geraten das Kartenkontingent zukünftig lieber etwas zu verschmälern, insofern man Wert auf Wohlergehen und Zufriedenheit des Publikums legt.

Weitere Informationen

  • Wann: 31.04.2018 - 01.04.2018
  • Wo: Backstage München
Gelesen 407 mal Letzte Änderung am Dienstag, 17 April 2018 08:56