Montag, 03 Oktober 2016 17:31

Iron Fire - Among The Dead

geschrieben von
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Cover Cover Among The Dead

Iron Fire aus Dänemark sind schon seit 1997 im Heavy/Power Metal-Sektor aktiv, aber in meiner Wahrnehmung tauchen sie erst mit ihrem achten und neusten Album auf. Asche auf mein Haupt, würde ich sagen, denn „Among The Dead" schafft es auf Anhieb, mich von der etwas anderen Art des Heavy Metal der Dänen zu überzeugen.

Auf „Among The Dead" widmen sich die Dänen einem Thema, dass nicht unbedingt zu den klassischen Themen des Heavy Metals gehört, nämlich der Zombie-Apokalypse. So bekommt man im „Intro (The Lost City)" über Nachrichtensprecher und Funksprüche mit, wie Los Angeles in der Zombieseuche untergeht und aufgegeben wird. Mit den Worten „The city is lost!" geht es dann direkt in den ersten Song über, der auch dem Album seinen Titel gibt. „Among The Dead" entpuppt sich als einer der Songs, die man gerne beim Überlebenskampf in einer zombieverseuchten Stadt auf den Ohren haben möchte, um mit einer gehörigen Portion Aggressivität und aller Härte den schleichenden Toten den Allerwertesten zu versohlen. Der Song ballert kräftig aus den Boxen, wofür das Zusammenspiel der Gitarren mit dem Schlagzeug verantwortlich ist. Während Schlagzeuger Fritz Wagner für die Geschwindigkeit und somit den Dampf sorgt, treiben die Gitarren mit aggressivem Riffing den Song immer weiter voran. Zwischendurch gibt es immer wieder filigrane Gitarrenläufe und kurze Soli zu hören, womit der Song unverkennbar im Heavy Metal verankert bleibt.


Das ist auch wichtig, denn Iron Fire geben nicht nur dem Opener, sondern fast all ihren Songs eine mehr oder weniger starke Thrash-Note mit. Diese nimmt aber nie Überhand, sondern ist wohl dosiert, wodurch Songs wie zum Beispiel „No Sign Of Life", „Tornado Of Sickness" oder „Made To Suffer" mit ihren Wurzeln stets im Heavy Metal bleiben. Durch die Thrash-Anleihen bekommt der Sound der Dänen aber eine eigene Dynamik, welche den Hörer mitreißt. So verspürt man in den "Knüppelpassagen" den starken Drang, den Kopf heftig in einen bangenden Zustand zu versetzen, während man bei den Soli und Gitarrenläufen die Luftgitarre malträtieren will.


Es ist aber nicht nur die Dynamik in den Songs, die Spaß beim Hören macht, es ist auch die Spielfreude der Dänen, die auf dem gesamten Album zu spüren ist. Die Gitarren wechseln spielend leicht zwischen aggressiven Riffs, lockeren Gitarrenläufen und rasend schnellen Flitzefingersoli. Unterstützung in Sachen Tempo bekommen die Gitarren von der druckvollen Rhythmusfraktion und das Gesamtgefüge wird von den facettenreichen Vocals von Steene ergänzt und abgerundet. Die Spannweite seiner Stimme reicht von sanft und klar bis hin zu kehligen und gegrowlten Tönen, wodurch die Vocals eigenständig klingen und sich wohltuend von den ganzen stereotypen Stimmen im Heavy/Power Metal-Sektor unterscheiden.


Leider kann man das von der Powerballade "When The Lights Goes Out" nicht sagen. Diese entspricht dem Schema F der Powerballaden (ruhiger Beginn mit Steigerung zum Refrain hin und der Entladung des Spannungsbogen in einem Gitarrensolo) und hat daher auch nicht das Potenzial, sich aus der grauen Masse abzuheben. Nach diesem Fehlgriff in die balladeske Schublade, nehmen sich die Dänen zum Schluss des Albums noch "For Whom The Bell Tolls" von Metallica vor. Aber das Cover weiß nur beim ersten Hören zu gefallen, danach rutscht es immer mehr in den Bereich der Belanglosigkeit ab.


So verpatzen Iron Fire leider den Abschluss eines bis dahin sehr guten Albums, welches vor allem mit einer eigenständigen und sehr dynamischen Art und Weise der Spielart Heavy Metal überzeugt. Genrepuristen werden sich sicher an den Thrashelementen stören, aber da „Among The Dead" immer mit den Wurzeln beim Heavy Metal bleibt, sollten sie zumindest mal in das Album reinhören und ihm eine Chance geben. Wer etwas offener ist und nichts gegen genrefremde Einflüsse hat, der macht mit „Among The Dead" nichts falsch und wird beim Hören viel Spaß haben.


Tracklist:

1. Intro (The Lost City)

2. Among The Dead

3. Hammer Of The Gods

4. Tornado Of Sickness

5. Higher Ground

6. Iron Eagle

7. Made To Suffer

8. The Last Survivor

9. No Sign Of Life

10. Ghost From The Past

11. When The Lights Go Out

12. For Whom The Bell Tolls (Bonus)


Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Iron Fire
  • Album Titel: Among The Dead
  • Fazit: So verpatzen Iron Fire leider den Abschluss eines bis dahin sehr guten Albums, welches vor allem mit einer eigenständigen und sehr dynamischen Art und Weise der Spielart Heavy Metal überzeugt. Genrepuristen werden sich sicher an den Thrashelementen stören, aber da „Among The Dead" immer mit den Wurzeln beim Heavy Metal bleibt, sollten sie zumindest mal in das Album reinhören und ihm eine Chance geben. Wer etwas offener ist und nichts gegen genrefremde Einflüsse hat, der macht mit „Among The Dead" nichts falsch und wird beim Hören viel Spaß haben.
Gelesen 2323 mal

Medien

Among The Dead (official video) - Iron Fire Iron Fire