Freitag, 08 April 2016 00:22

08.-09.04.2016 - Black 'n' Thrash Inferno - Zeche Carl (NRW) + Onkel Tom + Svartidauði + Desaster + The Committee + One Tail, One Head +++

geschrieben von Lars, Ares, Nephthys, Anna Apostata
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Black 'n' Thrash Inferno 2016 Black 'n' Thrash Inferno 2016 https://www.facebook.com/BlackNThrashInferno/
Das Black 'n' Thrash Inferno 2016 fand wieder in seiner alten Heimat, der Essener Zeche Carl statt und geht damit schon in die dritte und leider auch letzte Runde. Auf dem zweitägigen Festival waren auch Undergrounded vor Ort, um für euch Impressionen einzufangen.

Pünktlich um 17 Uhr öffneten sich die Pforten der Zeche Carl, um die Besucher einzulassen, die sich nicht sehr zahlreich am frühen Abend des 08.04.2016 am ehemaligen Steinkohle-Bergwerk eingefunden haben. Vorab wurde das Undergrounded-Team von den Engagierten Veranstaltern herzlich begrüßt und wir konnten unseren Info- und Merchstand am Ort des meisten Durchlaufs, vor dem Konzertsaal, der alten Kaue, errichten.
 

1. Tag:  Agenda – Manifestic – Darkfall – Evil Invaders – Warpath – Desaster – Onkel Tom


Punkt 17:30 Uhr eröffnete die Wuppertaler Band Agenda das Black 'n' Thrash Inferno 2016. Mit einer interessanten Mischung aus Thrash und Heavy Metal gab die junge Band ihr Bestes, um die noch recht leere Halle zum Leben zu erwecken. Der erste Song „Code XXX/ Area 51“ ging schon sehr gut nach vorne und konnte die Thrasher vor der Bühne definitv überzeugen. Sänger Pedro hat wirklich Kraft in seiner Stimme und traf die Töne erstaunlich gut. Sympathischer Frontmann, der auch wirklich super mit dem Publikum arbeitete. Der zweite Song „Black Flames Reborn“ beeindruckte durch tolles 80´s Feeling und Sänger Pedro bot mit seiner Stimme einen schönen Kontrast zur harten Musik. „Thrash you all“ erinnerte mich an alte Megadeth oder Overkill und die Band hatte sichtlich Spaß auf der Bühne. „Parliament of Possession“ und „Manufacture of Death“ bildeten den Abschluss im Set dieses interessanten Openers und ich bin mir sicher, dass man von dieser Truppe noch einiges zu hören und zu sehen bekommt. Talentierte Musiker, Spielfreude und ein wirklich guter Sänger haben einen super Eindruck hinterlassen.

Setlist: 1. Code XXX/ Area 51
Agenda           2. Black Flames Reborn
           3. Thrash you all
           4. Parliament of Possession
           5. Manufacture of Death

                                                                                                                                   











Gegen 18:15 Uhr betraten die Essener Manifestic die Bühne. Nach einem Intro legten sie mit dem Song „Code of Silence“ los und von einer "Stille" konnte man wirklich nicht sprechen. Die Jungs hätten eigentlich einen Heimvorteil genießen müssen, aber leider waren die Reihen noch sehr licht. Die Band ließ sich die Spiellaune aber nicht verderben. Die Drums rumpelten und das Riffing stimmte. Speed der alten Schule bekam man auch bei Wide Open auf die Ohren. Kompromisslos hart und trotzdem ausgefeilter Gitarrensound. Die Vocals erinnerten an den guten Bay Area Thrash aus den 80´s . Weiter ging es mit „Satis-Fiction“ und „Deaf Dumb Blind“. Obwohl die Gruppe aus dem Pott kommt, denkt man bei ihnen ständig an den alten US Thrash, aus der guten, alten Zeit. Ob Anthrax, Exodus, Testament, Overkill oder auch Megadeth - die Vorbilder sind unverkennbar und das ist gut so. Mit „Psychocide“ und „Poisoned Waters“ beendete die Truppe diesen gelungenen Gig und man darf gespannt sein, was man von den Jungs noch so geliefert bekommt.

Setlist: 1. IntroManifestic
           2. Code Of Silence
           3. Wide Open
           4. Satis-Fiction
           5. Deaf Dumb Blind
           6. Psychocide
           7. Poisoned Waters

                                                                                                                                     









Um 19:00 waren die Grazer von Darkfall an der Reihe. „Phoenix Rising“ ist, quasi, ein Klassiker der Österreicher, den das Publikum entsprechend abfeierte. Es ging weiter mit „Never Ending Hate“, und irgendwie musste ich an alte Inflames oder At the Gates denken. Es klingt nach alter, Göteborger Schule mit schönem, thrashigem Riffing. „Rise to Dominate“ ist ein aktuellerer Song aus dem Jahr 2013 und fügt sich wunderbar ein. Melodic Death Metal trifft Thrash und Speed Metal und auch Sänger Thomas wusste, wie man das Publikum bei Laune hält. Der 2013er Song Fading Away geht auch noch mal richtig nach vorne. Da könnten sich so einige Schweden eine Scheibe von abschneiden, denn die meisten haben sich schon vor Jahren im Mainstream verloren. Bei „Echoes from the Past“ und „Ride through the Sky“ fiel mir das wirklich gute Drumming auf. Quasi ganz großes Kino im "Hintergrund". Das ziemlich perfekte Timing und die enorme Geschwindigkeit wussten zu begeistern. Der letzte Song auf der Setlist war „Peacemaker“ aus dem Jahr 2013 und wurde seinem Namen mehr als gerecht. Die Halle wurde noch mal schön zerlegt und die Massen in kontinuierlich guter Qualität bewegt. Darkfall sind eine spitzen Liveband, haben definitiv Spaß am Gig und mit ihren Fans gehabt.

Setlist: 1. Intro
Darkfall           2. Phoenix Rising
           3. Never Ending Hate
           4. Rise to Dominate
           5. Fading Away
           6. Echoes from the Past
           7. Ride through the Sky
           8. Peacemaker

                                                                                                                      





Evil Invaders sprangen mit einer unwesentlichen 5-minütigen Verspätung auf die Bühne. War schon bei Darkfall viel Bewegung und Spielfreude zu sehen, so übertrafen es die vier Belgier in all jenen Disziplinen um Längen. Wüsste man es nicht besser so könnte man glauben, dass sie an ständigem Energieüberschuss leiden. Doch neben dem vielen Gepose konnte man vier versierte Musiker auf der Bühne erleben, die ihren Speed/Thrash Metal stilsicher präsentierten. Ihre Einflüsse können sie nicht verbergen und reihen sich zusammen mit den finnischen Ranger in die junge Generation des Thrash Metals ein: Fans der frühen Metallica sowie Overkill sollten diese Band unbedingt im Auge behalten. Unter ihrem 45-minütigen Auftritt fanden sich zwei Cover, wobei besonders das Venom Cover „Witching Hour“ auf Gefallen stieß und auch dem Schreiber dieser Zeilen imponierte.

Setlist: 1. Fast, Loud 'n' Rude
Evil Invaders           2. Driving Fast
           3. Power Breakdown
           4. Witching Hour (Venom Cover)
           5. Pulses Of Pleasure
           6. Shot to Paradise
           7. Fabulous Desaster (Exodus Cover)
           8. Victim Of Sacrifice
           9. Master Of Illusion

                                                                                                                                        









Zur nächsten Band leerte sich die Kaue, in welcher die Konzerte stattfanden, leider zusehends. Warpath enterten engagiert die Bühne, doch alle Versuche ihr verbliebenes Publikum zu animieren waren vergebens. Stattdessen genossen die von der Woche geschafften Fans der vier Hamburger Originale ihren Thrash Metal mit Doom Elementen im Stillen. Dass sie von ihrer Heimat geprägt sind wurde besonders durch das ein oder andere Stichwort rund um die Thematik Störtebekers deutlich, was besonders den charismatischen Sänger sympathisch machte.Hingegen war die Lichtshow nun auf ihrem bisherigen Tiefpunkt angekommen und auch der Sound war gelinde ausgedrückt nicht der Beste. - Schade, denn das wurde der Performance nicht gerecht. Das Highlight ihrer Show stellte der 1993er Hit „Massive“ dar, für welchen sich Warpath Verstärkung aus dem ebenfalls norddeutschen Kiel anheuerten – Zingultus von Endstille kam für dreieinhalb Minuten auf die Bühne, zerstörte und ging wieder! Der Auftritt wurde mit ihrem '94er „Paranoia“ stark beendet.

Setlist: 1. Give A Shit
Warpath           2. Night On Earth
           3. That's For Me
           4. Mind Commits Murder
           5. Massive
           6. Against Everyone
           7. Gatecrasher
           8. Remember My Name 
           9. Extend
         10. Paranoia

                                                                                                                   




Der Abend neigte sich mit den beiden Headlinern nun langsam dem Ende entgegen. Den Anfang machten die Koblenzer Black-Thrasher von Desaster. Erwartete man ob der gerade drei Tage vor dem Festival erschienenen CD „The Oath of an Iron Ritual“ ein reines Release Konzert, wurde man vielleicht enttäuscht, denn die Band spielte gerade mal zwei neue Stücke, was aber der Stimmung gut tat, konnten doch die eingefleischten Fans die meisten Hymnen mitgröhlen und mitmoshen. Der Anfang wurde mit dem Klassiker „Sacrilege“ von der Stormbringer EP gemacht, um dann in „The Splendour of the Idols“ überzugehen. Nach „Devil´s Sword“ wurde dann auch endlich neues Liedgut zum Besten gegeben. Mit „Proclamation in Shadows“ und ein wenig später mit „Damnatio Ad Bestias“ bekam man einen guten Einblick in das neue Album. Wie gewohnt schnell, hart und mit Sataniacs unverwechselbarer Growlstimme stellen die beiden Songs typische Vertreter der Scheibe dar. Mit ausgebreiteten Armen forderte der Frontmann seinen Tribut in Form von begeistertem Applaus des Publikums. Mein perönliches Highlight war „Satan´s Soldiers Syndicate“ vom gleichnamigen Album. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit mag wohl der ein oder andere Fan schon zu dem Zeitpunkt über Nackenschmerzen geklagt haben. Wer Desaster vor ihrer USA-Tour noch einmal in heimischen Gefilden sehen will, sollte sich das Kings of Black Metal im hessischen Alsfeld nicht entgehen lassen. Wir werden wieder für Euch vor Ort sein.

Setlist: 1. Sacrilege
Desaster           2. The Splendour of the Idols
           3. Phantom Funeral
           4. Devil´s Sword
           5. Proclamation in Shadows
           6. Nighthawk
           7. Teutonic Steel
           8. Profanation
           9. Hellbangers
         10. Damnatio Ad Bestias
         11. Satan´s Soldiers Syndicate
         12. Metalized Blood
         13. Infernal has a big Dick

                                                                                                                 


Den Abschluss des Thrash-Tages beim Black 'n' Thrash Inferno machte Onkel Tom Angelripper mit seinen lustigen Musikanten. Klar hat man mal das ein oder andere Liedgut vom sympathischen Sodom-Sänger gehört, kennt auch den ein oder anderen Refrain, aber ich hatte mich noch nie wirklich mit seinen Trinkliedern und Covern beschäftigt, obwohl ich ihn auch schon zweimal live gesehen habe. Neben den Spartenklassikern „Schnaps“, „Wochenendalkoholiker“, „Caramba Caracho“ und anderen, gehörten auch Hommagen an Bon Scott und den kürzlich verstorbenen Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister ins Repertoire. Dann war es wiederum sehr lustig den doch so harten Metalheads beim Schunkeln zu „Hofbräuhaus“ und „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ zuzusehen. Tom verteilte zwischendurch Bier ins und nahm auch gerne mal einen Schluck vom Publikum. Sogar ein Flachmann war auf der Bühne zu sehen. So endete der Abend schunkelnd und gemütlich am ersten Tag des dritten Black´N´Thrash Inferno in der Zeche Carl in Essen.

Setlist: 1. Der Onkel
Onkel tom           2. Im tiefen Keller
           3. Ruhrpott
           4. Diebels Alt
           5. Wochenendalkoholiker
           6. In Gesellschaft
           7. Es soll keiner sagen
           8. Alkohol
           9. Medley1/Caramba...
         10. Zu Wahr um schön zu sein
         11. Bon Scott
         12. Schnaps
         13. Drink doch ene met
         14. Auf Immer und Ewig
         15. Trink, Brüderlein Trink
         16. Am Morgen Danach
         17. Hofbräuhaus
         18. Es gibt kein Bier auf Hawaii 

Zugabe: Ein Prosit
             Wacken
             Medley2
             Lemmy
             Nunc est Bibendum
             Prolligkeit                                                      
                                                                                                
                                                                           

2. Tag: Wrack – Selbstentleibung – Blaze Of Perdition – Svarttjern – The Committee – One Tail, One Head - Svartidauđi

 

Der zweite Tag des Black 'n' Thrash Inferno startete pünktlich um 17.15 Uhr mit der bochumer Band Wrack. Der Bassist Grabestau regeneriert nach einem Unfall seine Hand, weshalb er nur beim ersten Song an den Saiten zu sehen war. „Scars“ war genau der richtige Einstieg für den Abend, und die Reihen waren wesentlich voller als am Freitag zur selben Zeit. Das Publikum war dankbar, und nahm diesen düsteren Song sehr gut an. Schöne Wechsel im Tempo, die Vocals klingen wie aus den tiefsten Katakomben und die Band hatte sichtlich eine gute Zeit auf der Bühne. Zum zweiten Song „Heilige Flammen“ verließ Grabestau die Bühne und Nefas von Paria ersetzte ihn am Bass. Als Ersatzmann machte er einen guten Job und fügte sich gut in die Band ein. Beeindruckend rauh und kompromisslos gestaltet sich dieser zweite Song und machte Lust auf mehr. Die letzte Nummer „Rot“ beginnt ein wenig ruhiger, melodiöser. Dann wieder ein Tempowechsel und die Band gab wirklich alles, um sich einen würdigen Abgang zu verschaffen und das gelang ihnen definitiv. Ein absolut würdiger Opener.

Setlist: 1. Scars
Wrack           2. Heilige Flamme
           3. Rot

                                                                                                                              












Nach kurzem Umbau machten sich Selbstentleibung um 18 Uhr bereit zum letzten Mal gemeinsam die Bühne zu betreten., denn leider gehen sie in Zukunft getrennte Wege. Und sie gaben wirklich alles, um sich würdevoll vom schon recht zahlreichen Publikum zu verabschieden. Als erstes wurde „Schatten” in die Massen abgefeuert. Tötungs Vocals erinnerten an Aaskeria oder an die großartigen Verdunkeln. Das Klanggewand war dicht und drückte gewaltig. Es folgte „Kategorie:Tot”, der schon sehr in Richtung DSBM geht. Vielseitige Vocals, düsterer und melancholischer Sound, vor allem aber sehr exaktes Drumming. Desomorphin begann mit einem ruhigen, aber kurzem Gitarrenintro. Danach peitschte der Song wieder heftig nach vorne und die Truppe aus Wien spielte sich die Seele aus dem Leib. Man möchte nicht glauben, dass dies der letzte Gig gewesen sein soll. „Therapie 3.1” klang anfangs sehr BM untypisch an, was die Melodie angeht. Dies ist aber absolut positiv zu bewerten, denn es erinnerte ein wenig an Shoegazing. Der vorletzte Song „Kontrollverlust” verursachte Selbiges beim Publikum. Die derbe Double Bass und das Keifen Tötungs heizten die Crowd noch mal richtig an. Das Finale beschreiten die Jungs mit „Hinter Spiegeln und Beton”. Wie ich finde, eine gelungene Mischung aus Blackgaze, Black Metal und DSBM. Großartiger Gig und leider wird es keine Wiederholung geben. Aber Tötung versicherte mir, dass neue Projekte in Planung sind.

Setlist: 1. SchattenSelbstentleibung
           2. Kategorie:Tot
           3. Desomorphin
           4. Therapie 3.1
           5. Kontrollverlust
           6. Hinter Spiegeln und Beton

 

                                                                         

                                               

 

 

 

Blaze of Perdition enterten gegen 19 Uhr die Bühne und hielten ein optisch und musikalisch ansprechendes Ritual ab. Angefangen mit „Abbey Of The New Aeon“ von der Split mit Devathorn aus dem Jahr 2013, brüllte der unter einer Corpsepaintartigen Maske verhüllte Soneillon seine Gospeln ins Publikum. Weiter ging es mit „Into The Void Again“ und „When Mirrors Shatter“ vom aktuellen Album „Near Death Revelations“. Soneillon unterstützte dabei den stampfenden Sound, den Drummer Vizun lieferte, indem er mit seinem Mikroständer auf den Bühnenboden hämmerte. Wie zwei bleiche Geister unter schwarzer Kapuze bedienten XCIII und der für den 2013 bei einem Autounfall verstorbenen Gitarristen 23 akkreditierte Devasto ihre Saiteninstrumente rigoros. „Between Two Crescent Moons“, ebenfalls der Split „418-ATHIAV“ entnommen, folgte „Dreams Shall Flesh“, welches einen gelungenen Abschluss des okkulten Black Metal-Gespanns aus Polen bildete.

Setlist: 1. Abbey Of The New Aeon
blaze of perdition           2. Into The Void Again
           3. When Mirrors Shatter
           4. Between Two Crescent Moons
           5. Dreams Shall Flesh

                                                                                                                                   
 










Nach kurzer Umbauphase betraten die fünf Norweger von Svarttjern die Bühne und hämmerten gleich mit „Upon Human Ending“ von der „Misantrophic Path Of Madness“ los. „Admiring Death“ war der nächste schwarzmetallische Brecher. Sänger Hans Fyrste polarisierte bei jedem weiteren Song, die die komplette Bandbreite aus den vier Alben der TNBMer darstellten, mit Grimassen und sexuellen Posen, steckte er sich die Hand in den Schritt, nur um sein eigenes Genital zu schmecken, leckte das Mikro ab und lutschte genüsslich an seiner Bierflasche. Höhepunkt war, als er während „All Hail Satan“ eine Flasche Hello Kitty Kindersekt hervorholte und sich das Getränk in den Mund schüttete und über seinem Körper und den Rest im Publikum verteilte. Mit Nägeln bewehrte Armschienen, Nietengürtel und -halsband malte er ein abstraktes Bild in die begeisterte Menge. Fragt sich wozu der charismatische Frontmann einen Frittierkorb in Kleinformat neben dem Rosenkranz mit invertiertem Kreuz am Gürtel trug... Nach „Ultimatum Necrophilia“ vom gleichnamigen Album endeten die Osloer mit „Code Human“ und erhielten für eine großartige Show voll großartigem Black Metal donnernden Applaus aus der leider nicht gefüllten Halle. Auf dem PartySan Open Air sehen wir uns wieder!

Setlist: 1. Upon Human Ending
svarttjern           2. Admiring Death
           3. Hellig Jord
           4. Hengivelse Til Døden
           5. Stillborn Acolyte
           6. All Hail Satan
           7. Hymns For The Molested
           8. Ultimatum Necrophilia
           9. Code Human

                                                                                                                     

 



Um 20.50 Uhr betraten The Committee die Bühne, die ihren Sitz in Brüssel haben. Da eine Special Extended Show angekündigt war, durfte man gespannt sein. Ihr martialisches und entindividualisierendes Auftreten (schwarz verhüllte Köpfe und schwarz-weiße Uniformen) stach unter den Bands hervor und Assoziationen mit Kapellen wie Mgła und Kommandant stellten sich unweigerlich ein. Gastsänger „The Navigator“ hatte außerdem eine Sense dabei und trug das bandeigene Shirt zu „Holodomor“ mit großem Stalin-Portrait. Aber hier wurde nicht nur etwas für das Auge geboten, auch musikalisch hatte es der Auftritt in sich, der mit „Weapons of War“ eröffnet wurde: Bereits „The Last Goodbye“ als zweiter Song ist als ein Höhepunkt zu nennen, der exemplarisch zeigt, was The Committee ablieferten: Eine großartige Mischung aus knüppelndem Black Metal und doomigen sowie melodischen Elementen, garniert mit imposantem Doppel- und manchmal sogar Dreifach-Gesang. Das Publikum war davon ziemlich schnell mitgerissen, wie sich an zunehmenden fliegenden Haaren zeigte – zu Recht! Weiter ging es mit „Man of Steel“ und „Genocide“, anschließend folgte das ruhigere „Katherine’s Chant“ als weiterer Glanzpunkt, das etwas an „Cryptic Wintermoon“ erinnerte. Danach ging es mit dem eingängigen „Power Through Unity“ und „Not Our Revolution“ wieder brachialer weiter und mit „Holodomor“ von der gleichnamigen Demo wurde das Set beendet. Der 70-minütige, fulminante Gig war absolut überzeugend, was sich in den begeisterten Reaktionen des Publikums spiegelte und ihr Slogan „We are the voice of the Dead“ wurde sowohl musikalisch als auch ästhetisch tadellos umgesetzt. Lediglich die Sense könnte man optisch etwas düsterer aufbereiten, doch dieser Punkt ist kaum der Rede wert. The Committee sind wohl als Highlight des Tages zu verzeichnen!

Setlist: 1. Weapons Of War
the committee           2. The Last Goodbye
           3. Man Of Steel
           4. Genocide                               
           5. Katherine's Chant                                  
           6. Power Through Unity                             
           7. Not Our Revolution        
           8. Holodomor        
                                                                                       

 





Die folgenden One Tail, One Head dämpften die durch ihre Vorgänger erzeugte Begeisterung leider wieder: Optisch an „Watain“ erinnernd wirkte ihr Auftritt im Gegensatz zu den Aufnahmen auf den Tonträgern eher wie kontrollierter Lärm. Sie agierten zwar sehr energiegeladen, doch machte Sänger „Luctus“ den Eindruck, als habe er substanziell nachgeholfen und sein Tritt gegen die Kamera unseres Fotografens war sehr unerfreulich. Die Norweger haben mit Sicherheit bessere Tage.

Setlist: 1. GoldenOne Tail, One Head
           2. Arrival
           3. Worlds
           4. OTOH
           5. Instrumental
           6. Rise In Red, Trident, Wings, Cleanse, Awake 

                                                                                                                                   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das gilt leider auch für die Headliner Svartidauđi: Der per se nicht sonderlich gute Sound sorgte hier dafür, dass auch der geneigte Hörer kaum Lieder zu identifizieren vermochte, wenigstens „Flesh Cathedral“, „Psychoactive Sacraments“ und „Venus illegitima“ stachen hervor. Andererseits verstärkte dies den ohnehin schon chaotischen und hypnotischen Effekt der Musik der Isländer, so dass es durchaus auch positive Momente zu verzeichnen gab. Viel Spielfreude zeigten die Jungs an diesem Abend jedenfalls leider auch nicht und dass Sänger und Bassist „Sturla Viðar“ dann auch noch eine Saite riss, trug nicht gerade zur Besserung bei. Die Halle hatte sich bei bzw. nach One Tail One Head schon geleert und der durchwachsene Auftritt von Svartidauði lud auch nicht länger zum Bleiben ein. Leider ein enttäuschender Headliner-Gig und ein schwaches Ende für den Tag, der mit The Committee einen starken Höhepunkt hatte.


svartidaudi

                                                                           


Fazit: In der Tat war der Sound eine der Baustellen beider Tage. Über die Lichtshow wurde sich von dem einen oder anderen Fotografen zwar beschwert, stand man nicht hinter der Kamera, so wurde das Licht als weniger schlecht empfunden. Wie auch schon im letzten Jahr war das diesjähige Black 'n' Thrash Inferno leider sehr schlecht besucht. Dafür können zu viele parallellaufende Veranstaltungen für eine ähnliche Zielgruppe in direkter Umgebung sowie das eher beliebig zusammengestellte Lineup als mögliche Gründe genannt werden.


Das Team von Undergrounded wurde, wie zu Anfang bereits erwähnt, herzlich aufgenommen, was wir brauchten wurde besorgt und es herrschte über die beiden Tage stets ein guter Austausch. Die Beschwerden, welche nach der ersten Ausgabe laut wurden, dass die Veranstaltung zu lange dauerte, um es mit einem überteuerten Schlag Kartoffelsalat mit Brühwurst, von der Zeche Carl selbst dargeboten, auszuhalten, haben sich die Veranstalter zu Herzen genommen. Wie letztes Jahr in Oberhausen wurde auch hier wieder im Außenbereich gegrillt. Vereinzelt hörte man Beschwerden der Besucher, die sich am frühen Abend über mangelndes Essen beklagten. - Im Großen und Ganzen aber wurde das Barbecue dankbar aufgenommen.


Sicherlich wird die schlechte Besucherzahl in die Entscheidung der Veranstalter hinter Catapult Promotion hineingespielt haben, dass dies nun die letzte Ausgabe des Festivals war. - Sehr schade sowohl um das Festival, als auch um das Veranstaltergespann. Undergrounded wünscht Euch für weitere Projekte alles Gute! 


Weitere Informationen

  • Band(s): Onkel Tom, Svartidaudi, The Committee, Desaster, One Tail, One Head, Wrack
  • Wann: 08.+09.04.2016
  • Wo: Zeche Carl, Essen, NRW
Gelesen 5896 mal Letzte Änderung am Sonntag, 01 Mai 2016 05:41