Sonntag, 17 Januar 2016 12:24

Unter dem Radar: Mother Mountain (Stoner Rock)

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Als sich 2013 vier Musiker zusammen taten, um eine neue Band zu gründen, kannte man sich bereits. Denn in verschiedensten Konstellationen arbeiteten die Vier in diversen Bands schon einmal zusammen, ehe man sich nun aufmachte, Mother Mountain ins Leben zu rufen. Ihr Ziel war und ist es, mit Mother Mountain etwas Neues zu schaffen und dem Hörer live und auf Platte eine Atmosphäre zu bieten, die einzigartig ist.

Dabei schlug man ein schnelles Arbeitstempo an, denn bereits im Dezember 2013 begab man sich ins Studio und nahm die Songs für das erste Album auf. „From Dust To Ashes" erschien im März 2014. Im weiteren Verlauf spielte man viele Konzerte und Festivals und begab sich im September des selben Jahres wieder ins Studio, um die EP „From The Highest Peaks To The Deepest Chasms" aufzunehmen. Veröffentlicht wurde diese im November 2014. Auch 2015 ließ die Band im Arbeitstempo nicht nach und schrieb immer wieder neue Songs, die sie bei zahlreichen Liveauftritten (u.a. auf dem Taubertal Festival in Rothenburg und dem Black Sunset in Albshausen) präsentierten. Im September verließ Sänger Pablo König aufgrund beruflicher Gründe die Band und die Arbeiten an einem neuen Album wurden erst einmal zurückgestellt. Derzeit sind Mother Mountain zu dritt und instrumental unterwegs, aber die Suche nach einem Sänger ist voll im Gange.


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(altes Bandfoto mit Sänger Pablo König (erster von rechts)


Aktuelle Besetzung:

Paul Lerch – Guitars

Nick Marschel – Bass

Tobias Schellberg – Drums

ehemalige Mitglieder:

Pablo König - Vocals (bis September 2015)


Diskographie:

2014 From Dust To Ashes (Album)

2014 From The Highest Peaks To The Deepest Chasms (EP)


Review zu „From The Highest Peaks To The Deepest Chasms"


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Wie so viele Bands, die ich bei „Unter dem Radar" schon vorgestellt habe, bin ich auf Mother Mountain das erste Mal bei einem Festival aufmerksam geworden. Es war beim Black Sunset 2015, wo die Franken die musikalische Messlatte zu Beginn des Festivals schon so hoch legten, dass es von den nachfolgenden Bands nicht jede schaffte, diese Hürde zu nehmen. Ihr Erfolgsrezept: Stoner Rock, der dank der Eingespieltheit der Band, einem hervorragenden Handling der Instrumente und einem Sänger, der Herz und Seele in die Vocals packt, eine energetische Wirkung und Atmosphäre bekommt, die einen fasziniert zuhören lässt.


Das gute an Mother Mountain ist, dass sie es schaffen, diese Wirkung sowohl live als auch auf Platte abzurufen. Die vier Songs auf der EP sind der beste Beweis dafür! Diese startet mit „The Devil's Grin" sehr rockig. Der Song zerrt heftig an den Nackenmuskeln und ist ein gutes Beispiel für den Stil der Band. Hier wird Stoner Rock mit Doom und Post Rock-Elementen vermischt und zu einem abwechslungsreichen Song verarbeitet. Pablo König zeigt hier das erste Mal sein Können und gibt „The Devil's Grin" mit seinem Vocals den letzten Schwung mit. So kann es weiter gehen und so geht es auch weiter, denn „Disguising The Iniquity" schlägt in die selbe Kerbe wie der erste Song. Besonders fällt mir hier die Gitarrenarbeit von Paul Lerch auf, die den Spagat zwischen locker leichten Stoner Riffs und schweren stampfenden Parts wagt und ohne Probleme schafft.


„Druidess" ist für mich der Song der EP! Schleppend wälzt er sich voran und wird mit jedem Hören immer mächtiger. Gewaltige Doom-Riffs treffen auf einen sehr präsenten Bass und treibende Rhythmen von der Schießbude. Im Mittelteil nimmt der Song zwar kurz etwas Fahrt auf, fällt dann aber wieder in das schleppende Tempo vom Beginn zurück und es kommt für mich der stärkste Moment auf der ganzen EP, als Lerch zum Solo ansetzt und von seinen Kollegen Nick Marschel am Bass und Tobias Schellberg an den Drums nicht nur begleitet, sondern durch dieses getragen wird. Stark, wirklich stark...am besten ganz laut genießen!


Mit „Nothing.Zero" endet „From The Highest Peaks To The Deepest Chasms" auch schon wieder. Der Song beginnt wieder sehr rockig, nur um dann im Verlauf zu langsameren Tempo zu finden. Hier zeigt König noch einmal sein ganzes Können und auch Lerch schließt die EP mit einem feinem Solo ab, während die Rhythmusfraktion ihre tragende Rolle beibehält und den Song dadurch langsam, aber majestätisch voran schreiten lässt.


In den vier Songs beweisen Mother Mountain auf „From The Highest Peaks To The Deepest Chasms" ihr ganzes Können. Mit ihrer Art und Weise, wie sie Stoner Rock interpretieren, erreichen sie tatsächlich ihr ehrgeiziges Ziel und schaffen etwas Neues, was man so noch nicht gehört hat. Da kann man nur hoffen, dass die Suche nach einem neuen Sänger recht schnell erfolgreich ist und man recht bald wieder neues Material der Franken zu hören bekommt.


Tracklist:

1. The Devil's Grin

2. Disguising The Iniquity

3. Druidess

4. Nothing.Zero

Weitere Informationen

Gelesen 3043 mal Letzte Änderung am Sonntag, 17 Januar 2016 12:43
eviloli

Just when I know all of life's answers, they changed all the questions!

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Druidess - Mother Mountain Mother Mountain