Sonntag, 01 November 2015 21:02

Angur - Ego

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Nach nunmehr vier Jahren gibt es Neues aus dem Hause Angur: mit der EP „Ego“ melden sich die fünf Pfälzer zurück. Dunklere Töne als auf dem Vorgängerwerk werden hier angeschlagen, brachiale Gitarren treffen auf die seltener gehörten Klänge der Drehleier.

Lange hat es gedauert bis das neue Material reif war sich seinen Hörern zu stellen, doch am 30. August präsentierten die 2006 gegründeten Angur den lang ersehnten Nachfolger zum 2011 erschienenen Album „Hôrt mîn Sagen“. Ohne groß Zeit mit einem langen Intro zu verschwenden, wird man direkt in die Welt eines grausamen, zerstörungswütigen Gottes hineingezogen. Trotzdem schafft es der Opener auf eine stolze Zeit von 9:47 min. Ein vielschichtiges Gewebe aus Melodie und Text, immer wieder durchrissen von einzelnen Worten, die einem entgegengeknallt werden. Diese Grundlage wird die ganzen vier Songs über beibehalten und ausgebaut.


Als ein roter Faden ziehen sich die Motive der Zerstörung und des Feuers durch die EP, neben Prometheus werden die Zerstörung Jerichos und das Ende der Menschheit aufgegriffen. Allein beim letzten Song möchte man das Intro gerne überspringen, oder zumindest leiser drehen. Die Drehleier klingt hier schwer schief, wohl ein gewollter Kunstgriff, da die Drehleierparts im Rest des Songs sehr gut und sauber klingen. Für meine Ohren jedoch ein Quäntchen zu schräg. Was man durchaus als großen Pluspunkt sehen kann, ist eine gute gespielte Drehleier hierzulande ja ein eher seltenes Phänomen. Eine hohe musikalische Dichte und Vielschichtigkeit zieht sich durch das gesamte Werk, doch wirkt es keinesfalls überladen. Das Tonstudio Klangschmiede Studio E hat ganze Arbeit geleistet, die Instrumente sind ausgewogen abgemischt, weder geht der Gesang unter, noch wird man von ihm erschlagen. Schon mit den ersten Tönen wird klar, dass Angur einen ganz eigenen Stil haben, den sie im Verlauf der immerhin 31 Minuten, welche die EP umfasst, beibehalten, variieren und ausbauen. Textlich wäre ein wenig mehr Kontinuität wünschenswert gewesen, zwar gibt es einige mehrzeilige Passagen, doch dominieren die einzeln eigeworfenen Worte, was zum Ende hin etwas anstrengend wird.


Angur liefern mit „Ego“ einen würdigen Nachfolger zu „Hôrt mîn Sagen“, der bandeigene Stil wurde weiterentwickelt und steht den fünf aus Frankenthal sehr gut an. Mit einer guten halben Stunde hat die EP auch eine ordentliche Spielzeit, die Vielschichtigkeit der Songs lässt einen auch nach mehrmaligem Hören immer wieder neue Elemente entdecken.


Tracklist:

 

01. Eifergott


02. Eitles Schicksal


03. Sine Capite Regnabant


04. Trümmer


 

Bewertung: 

 

8,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: 00.00.0000
Gelesen 1871 mal Letzte Änderung am Montag, 02 November 2015 16:12

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Angur - Eifergott Angur