Dienstag, 19 Mai 2015 13:02

Lords Of Chaos – Hollywood Style

geschrieben von Ghostwriter

Nachdem der erste Anlauf des japanischen Regisseurs Sion Sono das Buch „Lords Of Chaos“ zu verfilmen im Sande verlief, tritt nun offenbar Jonas Åkerlund auf den Plan, das Thema mainstreamgerecht zu servieren. Quelle Åkerlund, ehemaliger Drummer von Bathory und inzwischen eher bekannt für seine Musikvideos für Bands wie Lady Gaga, Robbie Williams, Satyricon oder Metallica,

wagt sich mit dem Projekt in höchst sensible Gefilde. Kritik kocht nicht nur von Seiten der trven BM-Gemeinde hoch, die das gesamte Thema rund um Burzum und Mayhem sowie die Verstrickungen und das Buch selbst als reißerische Darstellung und Überspitzung des gesamten Themas ansehen bzw. überhaupt nicht thematisiert sehen wollen.


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War schon damals die „nationale“ Gesinnung von Vikernes als satanistische Kultfantasie von den Medien aufgebauscht und verkannt worden, wird der als Thriller geplante Film wohl insgesamt nur erneut eines werden – Ein verzerrtes Bild der norwegischen BM Szene Anfang der 90er. Hat „Until The Light Takes Us“ die gesamte BM Szene nicht schon genug in Verruf gebracht entweder rechtsradikal und/oder satanistisch zu sein, wird Åkerlund wohl nicht gerade dazu beitragen den Musikstil ins richtige Licht zu rücken – Was dem eingefleischten BM-Fan sowieso nicht recht sein dürfte.


Einen Hollywood Film gerade über die Entstehung bzw. die schwärzesten Momente des Musikstils zu drehen, der wohl zurecht als der mit den emotional verbundensten Fans gelten dürfte, ist wohl zumindest in der Szene das größtmögliche No-Go. Was die BM-Szene erwarten darf, sollten die Dreharbeiten wie geplant im Herbst 2015 in Norwegen beginnen und sollte der Film ein Erfolg werden, dürfte wohl klar sein. Waren vor kurzem noch Vampire und Werwölfe cool, wird es diese extreme Spielart des Metal werden. Kids mit Nieten, H&M Kutten und den neuesten Burzum Platten im Gepäck, werden losziehen und die Konzerte und Festivals stürmen und Ihre Trveness kultivieren. Dem eingefleischten Black Metaller dürfte es spätestens jetzt lauwarm in die Hose laufen, wenn die Musik ins Rampenlicht gezerrt und vor allen Augen vergewaltigt wird.


Moderatere Fans des Genres und Veranstalter von sortenreinen BM-Festivals werden sich hingegen über den neuen Zulauf von frischen Fans freuen können, die sich dem Thema mittels der kostenlosen Werbung zuwenden dürften – Je nachdem welchen Geistes-Kind man ist, darf man sich also getrost als Gewinner oder Verlierer oder beides sehen.


Ich selber werde mir den Film definitiv sparen. Das Buch war schon schlecht – Der Film wird’s nicht retten.


Gelesen 2659 mal Letzte Änderung am Dienstag, 19 Mai 2015 13:07