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Freitag, 15 Mai 2015 20:42

Unter dem Radar: DEFACED (Death Metal)

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Das Emmental in der Schweiz wird gemeinhin mit Landluft, Kühe, Käse und Langeweile assoziiert. Seit 2012 allerdings lässt unsere heutige UdR-Entdeckung DEFACED nicht nur das Land der Eidgenossen erbeben - mit amtlichen DEATH METAL.

Im Jahre 2006 gründeten drei musikverrückte Schweizer Jungs aus dem Emmental die Band Trigger Tones. Innerhalb eines halben Jahres wurde aus dem Trio eine Fünfer Truppe. Anfangs zockten sie Coversongs aus dem Rock/Metal/Punk-Bereich. Keine 7 Monate nach Bandgründung folgte bereits das Live-Debüt, welchem weitere Auftritte und fast zwangsläufig auch die Teilnahme am Emergenca Band Contest im Frühjahr 2007 nach sich zog. Immerhin bis ins Halbfinale haben es die Jungspunde damals geschafft.

Durch diese ersten Erfolge angestachelt, ging es langsam ans Schreiben eigener Songs. Bis 2008 veröffentlichten die fünf zwei Demos unter dem Namen Trigger Tones und spielten mehrere Konzerte und Festivals innerhalb der Schweizer Landesgrenzen. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Truppe musikalisch stetig weiter. Waren die Eidgenossen am Anfang noch von Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath und Metallica beeinflusst, veränderten sich ihre eigenen musikalischen Interessen (glücklicherweise) stetig in Richtung Death und Black Metal, sowie melodic Death und Viking Metal. Diese Veränderungen spiegelten sich natürlich in der selbst gemachten Musik immer stärker wider.


Als Wendepunkt kann man das Jahr 2012 nennen, denn nun machte die völlige Hingabe zum Death Metal eine Umbenennung - und damit die weitere Entwicklung zu einer eigenen Identität – unumgänglich. Aus Trigger Tones wurden DEFACED.

 

Ab jetzt ging alles recht schnell und zügig voran. Unter dem neuen Bandnamen spielte die Truppe sehr zügig ihr Debüt-Album „On The Frontline“ komplett in Eigenregie ein. Hilfreich hier war die Tatsache, daß Basser Simon und Gitarrist Romano ganz frisch ein eigenes Tonstudio (Heartbeat Studio) aufgebaut hatten, sodass die beiden das Debüt selbst aufgenommen, gemischt und gemastert haben.

 

Das nächste Album sollte jedoch einen weiteren Schritt nach vorne bringen, so gingen sie dann für das Zweitwerk in das polnische Hertz Studio, wo dann das Mischen und Mastern in Profi-Hände gelegt wurde. Das Ergebnis, ein wahrhaftiger Death Metal-Brecher liegt nun seit Frühjahr 2015 in „Forging The Sanctuary“ in den Plattenläden.

 

Die nächsten Schritte liegen also vor den Emmentaler Eidgenossen, nun wird es Zeit auch Konzerte über die Schweizerischen Landesgrenzen hinaus zu geben, um DEFACED in die weite Welt zu tragen. Wir sind gespannt und erwarten noch eine Menge von der Truppe !



Defaced Promo1 

 

 

Aktuelle Besetzung:

Romano Galli - Gitarre

Marco Kessi - Gitarre

Thomas Gertsch - Vocals

Simon Egli - Bass

Markus Röthlisberger - Drums

 

Diskographie:

2006 Demo: „Straight Metal From Switzerland“ (als TRIGGER TONES)

2008 Demo: „Pure Fucking Straight Metal“ (als TRIGGER TONES)

2012 On The Frontline

2015 Forging The Sanctuary


Review zu “Forging The Sanctuary”



cover



Die fünf Eidgenossen aus dem schönen Emmental ballern heuer mit “Forging The Sanctuary” ihr Zweitlingswerk in die hungrigen Mäuler der geneigten Death Metal Zuhörerschaft. Nach ihrem im Underground schon viel beachteten Debüt-Album “On The Frontline” machen sie mit ihren neuesten Silberling einen gewaltigen Sprung nach vorne.

 

Der Spaß beginnt furios mit einer unheilschwangeren Intro-Sequenz und ballert sofort vehement los. Untermalt von einer einprägsamen Gitarrenharmonie bekommt man einen wunderbaren Einstieg in diese brettharte, abwechslungsreiche Scheibe. Gesanglich wird bereits beim ersten Track eine gelungene Mischung aus Death Metal Growling, angeschwärztem kratzigem Black Metal Gesang und grindcorigen Gebelle kredenzt. Liest sich seltsamer, als es klingt. Passt auf den Song, wie die berühmte Faust aufs Auge.

 

Im weiteren Verlauf des Silberlings brüllt, keift, bellt Interimssänger Simon Egli, als gäbe es kein Morgen. Momentmal: Interimssänger? Kurz nach Beginn der Aufnahmen Ende 2014 trennten sich DEFACED von ihrem alten Sänger Manuel - Basser Simon übernahm kurzerhand und aus der Not geboren, den Studiogesang. Diesen Job erfüllt Simon mit Bravour.

 

Der brachiale Death Metal der Eidgenossen wird immer wieder durch Black Metal-Elemente angereichert, die bei erstmaligem Hören gar nicht so sehr auffallen, weil diese Einflüsse sehr organisch und gekonnt in die Songs eingewoben werden. Ein weiterer Pluspunkt dieser Veröffentlichung. Als Paradebeispiel für den Abwechslungsreichtum kann man getrost den Titeltrack anführen, der zusammen mit dem anschliessenden “Venomous Eden”, ein idealer Anspieltip ist. Mitten im Titeltrack schwenkt die musikalische Stimmung von furios deathig fliessend in einen schwarzmetallisch depressiven Mittelteil über. Abgerundet wird der Song mit einem gelungenen Sprachsample, der als Verbindung zum thematisch anders gelagerten und wieder todesmetallisch daherkommt.

 

Insgesamt ein starker Zweitling, der sauber produziert, mit fetten und sägenden Gitarren ausstaffiert ist. Die etwas klinischen Drums empfinde ich als zum Gesamtpaket sehr passend, könnte Soundpuristen aber als kleines Haar in der Suppe angesehen werden. Abgerundet wird die CD von einem klasse Artwork von Meister Dan Seagrave himself, einer schicken Digipack-Aufmachung, einem 24seitigen Booklet und mit “End Of Torment” einem coolen Bonustrack. Daumen hoch, reingehört und gekauft!

Tracklist:

01. Because I Despise
02. Antithesis
03. Rapture Through Bondage
04. Sower Of Discord
05. And With It Rose Satan
06. I, The State, Am The People
07. Forging the Sanctuary
08. Venomous Eden
09. Humanity's Lost Hope
10. You Get What You Deserve
11.
End Of Torment (Bonustrack)


Weitere Informationen:

Offizielle Website: DEFACED

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: 00.00.0000
Gelesen 1683 mal Letzte Änderung am Samstag, 11 Juli 2015 08:40

Medien

Defaced - Sower of discord - Live at MehSuff Winter Festival 2015 Defaced Swiss