Donnerstag, 23 April 2015 17:09

Night Demon - Curse of the Damned

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Night Demon - Curse of the Damned Night Demon - Curse of the Damned Night Demon

Night Demon stammen aus Ventura in Californien und sind die Reinkarnation der NWoBHM. Nach ihrer EP-Veröffentlichung letztes Jahr ist jetzt schon ein komplettes Album fertig und wer auf traditionellen True-, Power- und Speedmetal der 80er Jahre und Bands wie Iron Maiden, Judas Priest, Samson, Primal Fear und Airbourne steht sollte der Band eine Chance geben.

Wenn man es nicht besser wüsste könnte man meinen, dass Ende der 80er diese CD in irgendeinem Studio verschwand und erst jetzt veröffentlicht wurde.Auch produktionstechnisch klingt hier das Schlagzeug noch nach sich selbst und wurde nicht durch sterile Samples ersetzt, allerdings wäre heute auch ein etwas weniger rumpeliger Grundsound möglich und vorteilhaft. Die Gitarre hat im Gegensatz zu den Drums ordentlich Druck. Obwohl die Band nur aus drei Mitgliedern besteht macht sie Krach für fünf: d.h. trotz der Minimalbesetzung wird nicht auf zweistimmige Gitarrensoli verzichtet und die Songs bewegen sich durchweg im Mir- und Uptempo-Bereich.


Noch ein Wort zum Gesang: trotz der oben genannten musikalischen Referenzen bewegt sich Sänger Jarvis Leatherby nicht in den ganz hohen Gefilden was den Gesang deutlich variabler werden lässt und auch die Stücke abwechslungsreicher macht. Die Kompositionen sind alle sowohl eingängig als auch unterhaltsam und nicht eintönig und machen einfach Spaß. Man merkt der Band an, dass sie selbst großer Fan des 80er-Jahre-Metal ist, die Spielfreude wirkt glaubhaft und offenbar ist es ein Album von Fans für Fans. Es werden alle Erwartungen erfüllt, aber das ist Fluch und Segen zugleich. Als Käufer weiß man hier exakt was man bekommt und wird von keinem der 11 Stücke enttäuscht, auf der anderen Seite aber halt auch nicht groß überrascht.


Night Demon legen mit Curse of the Damned ein beachtenswertes Debut-Album vor, dass einerseits klar zeigt, dass es sich hier um versierte Musiker handelt, die es verstehen handwerkliches Können und eingängige Stücke miteinander zu kombinieren, so dass zu keinem Zeitpunkt der Eindruck entsteht, dass die Band Soli nur zur Selbstbeweihräucherung spielt, sondern sie sind stets songdienlich und dennoch anspruchsvoll. Wer sich von seinen Lieblingsbands der 80er Jahre wünschen würde, dass sie mal wieder ein traditionelles NwoBHM-Album veröffentlichen, der kann sich die Zeit bis dahin mit Curse of the Damned auf jeden Fall ein Stück weit vertreiben.


Irgendwann kommt man dann aber an den Punkt, an dem man doch wieder die alten Originalalben aus dem CD-/Vinylregal kramt und das nicht nur aus nostalgischen Gründen und den Erinnerungen die man vielleicht mit den Stücken verbindet, denn auch wenn man das Potenzial der Band hier schon erkennen kann, so fehlen noch die großen Hits. Jetzt aber keine falschen Schlüsse ziehen, es gibt wirklich keinen Totalausfall auf der CD und die Songs wirken auch nicht wie übereilig zusammengeschustert, sondern man merkt dass sie durchdacht komponiert wurden, aber es gibt eben auch kein neues „Number Of The Beast“ oder „Painkiller“ darauf. Und da man sich musikalich auf sehr bekannten Pfaden bewegt ist halt auch die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Vieles hat man so oder so ähnlich schon gehört, das ist auch ok und Night Demon erwecken zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, als dass es ihr oberstes Ziel sei das Rad neu zu erfinden, aber somit muss man sich auch mit den großen des Genres messen lassen und auch wenn es hier in den letzten Jahren mehr Tief- als Höhepunkte gab, so haben die großen Namen halt doch einen ganzen Sack voll Hits im Gepäck und das fehlt den Newcomern von Night Demon noch.


Für alle Fans des traditionellen Heavy Metals mit NwoBHM-Anleihen: eine unbedingte Hörempfehlung, ich bin vor allem auf die nächste Veröffentlichung gespannt. Night Demon sind ein sehr vielversprechender neuer Act im fast schon überfüllten Genre.


Trackliste:
01. Screams In The Night
02. Curse Of The Damned
03. Satan
04. Full Speed Ahead
05. The Howling Man
06. Heavy Metal Heat
07. Livin' Dangerous
08. Mastermind
09. Run For Your Life
10. Killer
11. Save Me Now


Bewertung:
7 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Night Demon
  • Album Titel: Curse of the Damned
  • Erscheinungsdatum: 19.01.2015
  • Fazit: Für alle Fans des traditionellen Heavy Metals mit NwoBHM-Anleihen: eine unbedingte Hörempfehlung, ich bin vor allem auf die nächste Veröffentlichung gespannt. Night Demon sind ein sehr vielversprechender neuer Act im fast schon überfüllten Genre.
Gelesen 1332 mal Letzte Änderung am Freitag, 24 April 2015 07:41

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Night Demon - Screams in the Night - Official Music Video Night Demon