Mittwoch, 08 April 2015 18:12

Elvenpath - Pieces Of Fate

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Pieces Of Fate Pieces Of Fate Elvenpath

Vier Jahre sind eine laaaange Zeit...zumindestens, wenn man als Elvenpath-Fan so lange auf einen neuen Longplayer der Hessen warten muss. Doch die Zeit des Wartens hat nun ein Ende, denn im März dieses Jahres erschien mit "Pieces Of Fate" endlich das neue Album. Ob das neue Werk mit seinem Vorgänger mithalten kann, das erfahrt ihr hier im Review.

Die Frage ist recht schnell beantwortet: Ja, es kann! Und nicht nur das, "Pieces Of Fate" zieht auch locker an "Elvenpath" vorbei und zeigt deutlich, dass die Frankfurter für hochwertigen und leidenschaftlichen Power Metal stehen. Aber ganz ehrlich, wer hätte bei Elvenpath auch etwas anderes erwartet?!


Die Gitarren zeigen sich von Anfang an spielfreudig wie eh und je und man fragt sich bei jedem neuem Soli oder Melodie, woher die beiden Saitenzauberer Till Oberboßel und Oli Rossow immer wieder ihre Ideen nehmen. Das Schlagzeug steht den beiden Gitarren in Sachen Spielfreude in nichts nach. Hinter den Drums sitzt seit kurzem Manuel Appel und seine Ideen und seine schnelles Spiel tun den Songs und der Band richtig gut. Chris Flindt rundet am Bass alles ab und gibt den Songs eine gewisse Tiefe, die gut zur Leichtigkeit der Gitarren passt, während Dragutin Kremenovic immer wieder zeigt, wozu seine Stimme fähig ist. Man merkt dem gesamten Album an, dass es mit Leidenschaft zur Musik und vor allem mit viel Herzblut geschaffen wurde!


Deutlich wird es u.a. bei der Vielfältigkeit der Songs, die von schnell und mitreißend ("Mountain Of Sorrows" oder "Queen Millennia"), hart und aggressiv ("Sons Of The Blood Cult") bis hin zur Powerballade ("Testament Of Tragedy") alles zu bieten hat. Auch von der Texten her ist für reichlich Abwechslung gesorgt, denn bei Elvenpath gibt es nicht nur die Klischee-Fantasytexte, es werden auch ernstere Themen angesprochen. In "The Liars' Dance" geht es zum Beispiel um Politiker, die ihren Wählern zwar alles versprechen, aber eigentlich nur ihren eigenen Ziele verfolgen. Oder man nimmt sich TV-Serien (z.B. Supernatural für "Battlefield Of Heaven") oder Werke von Schriftstellern ("Mountain Of Sorrows") als Vorlage. Ich finde es gut, dass sich Elvenpath nicht nur auf die Fantasy-Schiene einschießen, sondern sich von vielen Dingen inspirieren lassen. Der Wiedererkenunngswert der einzelnen Songs steigt damit deutlich an, als wenn in jedem Song immer nur das gleiche Thema besungen wird.


Die Qualität der zehn Songs ist durchgehend auf einem hohen Niveau und auch der Eingängigkeitsfaktor ist sehr hoch. Dabei sind die Songs nicht zu simpel gehalten, aber nie technisch so verwrickelt, dass man nicht mehr mit den Ideen der Band hinterher kommt. Unter allen Songs gibt es für mich drei absolute Glanzlichter, auf die ich kurz einzeln eingehen möchte. Da wäre zum einem "Sons Of The Blood Cult", was mit einer für die Band unbekannten Aggressivität daher kommt, wodurch er erst nach und nach seine Klasse preis gibt. Zum anderen ist es "On The Elvenpath", ein dreizehnminütiges Epos, was sich nach und nach entfaltet und welches den perfekten Abschluss für das Album bildet. Doch über allem steht für mich die Ballade "Testament Of Tragedy". Acht Minuten lang Gänsehaut pur! Wahnsinn! Vor allem kommt hier die volle Bandbreite von Dragutins Stimme zum Tragen. Das ist der endgültige Beweis für mich, dass Kremenovics Stimme mit zu den Besten im Heavy Metal zählt!


Wie man lesen kann, bin ich schwer begeistert von "Pieces Of Fate". Doch warum gebe ich dann "nur" neun Punkte, anstatt die 10 zu zücken? Es soll den Mannen von Elvenpath als Ansporn für das nächste Album dienen, damit sie dort noch mal eine kleine Schippe mehr drauflegen und sich auch noch den letzten fehlenden Punkt holen. Es soll quasi der Motivtation dienen, die Perfektion noch zu perfektionieren ;-)


Tracklist:

1. Mountain Of Sorrows

2. Battlefield Of Heaven

3. Sons Of The Blood Cult

4. The Liars' Dance

5. Testament Of Tragedy

6. Wild Boars Of Steel

7. Coming Home

8. Sentinel Of The Past

9. Queen Millennia

10. On The Elvenpath


Bewertung:

9 (eigentlich 10) von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Elvenpath
  • Album Titel: Pieces Of Fate
  • Erscheinungsdatum: 14.03.2015
  • Fazit: Wie man lesen kann, bin ich schwer begeistert von "Pieces Of Fate". Doch warum gebe ich dann "nur" neun Punkte, anstatt die 10 zu zücken? Es soll den Mannen von Elvenpath als Ansporn für das nächste Album dienen, damit sie dort noch mal eine kleine Schippe mehr drauflegen und sich auch noch den letzten fehlenden Punkt holen. Es soll quasi der Motivtation dienen, die Perfektion noch zu perfektionieren ;-)
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Pieces Of Fate - Elvenpath Thomas Berger - Heavy Metal Made In Germany