Donnerstag, 12 Juni 2014 23:01

Seven Thorns - II

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II II Seven Thorns

Wenn es um Metal aus Nordeuropa geht, kennt sicher jeder Bands aus Schweden, Norwegen und Finnland. Dänische Bands sind eher weniger bekannt. Auch auf meiner persönlichen Landkarte des Metals war das Land bisher nur ein weißer Fleck und Seven Thorns bis zu diesem Review natürlich auch kein Begriff, wobei es die Band schon seit 1998 gibt. Das zweite Album der Dänen trägt den passenden Namen "II" und wartet nun auf sein Urteil.


Es beginnt mit einem kurzem Intro, welches gut auf das Album einstimmt, danach geht es mit "Eye of the Storm" richtig los. Der Opener kommt mit allen Markenzeichen daher, die Power Metal ausmachen: flottes Tempo, die Doublebass tuckert im Hintergrund und natürlich Gitarrenläufe im Duett oder Duell! Sänger Gustav Blide verzichtet (zum Glück) auf Eunuchengesang und kommt mit markanter Rockstimme daher. Das alles passt vorne und hinten zusammen und macht Spaß zu hören! Ein Glück, das die Dänen erst mal nicht nachlassen und mit "Revelation" und "Justice" weiter in die gleiche Kerbe schlagen! Voll auf die Zwölf im Power Metal-Stil! Da bleibt keine Faust unten und das Headbangen bleibt auf Dauer auch nicht aus.


Die Songs sind dabei zwar einfach aufgebaut, bieten aber trotzdem komplexere Strukturen als nur Strophe-Refrain-Strophe-Solo-sich beliebig oft wiederholender Refrain. Man braucht aber trotzdem kein Musikstudium, um "II" in vollen Zügen genießen zu können, denn die Wrickelei und Komplexität bleiben im auszuhaltenden Rahmen und stören nicht den Hörspaß.


Bei "Queen of Swords" gibt es dann leider den ersten Punkt, an dem man etwas aus der Euphorie gerissen wird. Denn hier fällt der Keyboardsound zu deutlich auf und drängt sich zu sehr in den Vordergrund. Ganz schlimm daran ist, dass man, einmal darauf aufmerksam geworden, es danach einen immer wieder negativ auffällt. Immer wieder hört man in den Songs zu sehr den Micky Maus-Sound durch, welcher manchmal sogar die Gitarren verdrängt! Das geht für mich gar nicht, denn Keyboards haben entweder gar nichts im Metal zu suchen oder nur im Hintergrund zu bleiben.


Mit "Nigth of Temptation" und "Redemption" machen Seven Thorns aber vorerst genau so weiter wie bei den ersten Songs und damit vieles richtig. Doch leider kommt man zum Schluss des Albums auf die Idee, eine Ballade mit in die Tracklist aufzunehmen. "You're Not Brave (If You're Not Scared)" heißt diese und scheint direkt dem Bausatz für schwülstige Metalballaden entsprungen zu sein. Kitschige Pianoklänge, ein schnulziger Text und dann der große Break, in dem kurz die Gitarren sprechen dürfen und danach den Song im seichten Pianogeklimper ausklingen lassen. Es wird sicher Fans solcher Balladen geben und diese werden dahin schmelzen, aber ich finde es ist zuviel Pathos, zuviel Kitsch und somit unerträglich!


Auch das danach folgende "Joker's Game" kann die Stimmung nicht wieder anheben, denn es orientiert sich stark an Bands wie Avantasia und klingt ziemlich weichgespült. Mit "After the Storm" bekommt man noch fix ein Outro geschenkt und dann ist die Platte auch schon zu Ende.


Denkste, denn das Schlimmste kommt als Bonustrack getarnt und in Form eines Covers von ABBAs "Mammamia". Anfangs noch recht düster gehalten, schaffen es die Dänen nicht, diese Idee weiter zu spinnen, sondern versinken erneut im Kitsch. Hier hilft dann nur noch eins: Ausschalten!


Am Ende bleibt ein Album, was zu Beginn jede Menge Hörspaß und richtig guten Power Metal zu bieten hat. Leider schaffen es Seven Thorns nicht, dies bis zum Schluss durchzuziehen. Die letzten drei Songs brechen dem Album das Genick und verhindern damit einen guten Gesamteindruck!


Tracklist:

1. Intro

2. Eye of The Storm

3. Revelation

4. Justice

5. Queen Of Swords

6. Night of Temptation

7. Redemption

8. You're Not Brave (If You're Not Scared)

9. Joker's Game

10. After the Storm

11. Mammamia



Bewertung:

7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Seven Thorns
  • Album Titel: II
  • Fazit: Am Ende bleibt ein Album, was zu Beginn jede Menge Hörspaß und richtig guten Power Metal zu bieten hat. Leider schaffen es Seven Thorns nicht, dies bis zum Schluss durchzuziehen. Die letzten drei Songs brechen dem Album das Genick und verhindern damit einen guten Gesamteindruck!
Gelesen 2421 mal Letzte Änderung am Dienstag, 17 Juni 2014 17:39

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