Dienstag, 29 April 2014 13:11

25.-26.04.2014 Ragnarök Festival 2014

geschrieben von
Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Ragnarök-Festival Ragnarök-Festival Nemeton Event GmbH

Zum elften Mal fand am 25. Und 26. April das Ragnarök-Festival in der Lichtenfelser Stadthalle statt. Auch wir waren natürlich vor Ort. Donnerstagabends also angereist, war der Parkplatz schon gut gefüllt, gleiches galt für den Campingplatz. Dass das Festival...

mittlerweile seinen guten Ruf auch international bestätigt hat, wurde auf dem Campground relativ schnell klar. In nur kurzer Zeit sind mir gut fünf verschiedene Nationen über den Weg gelaufen, abgerundet von den netten dänischen Nachbarn, die sich so sehr auf Finsterforst freuten. Definitiv ein gutes Zeichen für das Festival!



Tag 1: So weit so gut. Am Freitagvormittag war das Wetter top, fast schon richtig heiß. Das Festival fing also gut an – außer für Fans von GRAVEWORM, welche aufgrund des plötzlichen Krankheitsfalls ihres Drummers absagen mussten. Dadurch rutschten die meisten Bands ein paar Minuten nach vorne, die eine oder andere Band bekam mehr Spielzeit. Der Freitag konnte insofern schon einmal entspannter angegangen werden, da es einerseits nur elf Bands waren und gleichzeitig auch weniger Bands.

Dank haargenauer Organisation und perfektem Timing meinerseits konnte ich vom Festival-Opener Craving immerhin noch sehen, wie der Vorhang zugezogen wurde. Insofern waren Krampus mein persönlicher Opener. Dreißig Minuten Zeit hatten die Italiener, um die zugegebenermaßen noch nicht allzu große Crowd von sich zu überzeugen. Das Sextett (live sogar zu siebt) aus Udine gab sich dementsprechend Mühe dem Publikum einzuheizen, wechselte zwischen Songs des neuen Albums und des Debütalbums. Leider waren die Vocals etwas zu leise (vor allem die Clean Vocals), die Drums etwas zu laut (mehr zur Technik später noch). Gerade beim wohl bekanntesten Song der Gruppe („Kronos Heritage“), als man gerade das Gefühl bekam, dass die Menge jetzt gepackt wurde, bekam man vor der Bühne fast eine Minute lang dieses grässliche Fiepen an den Saiteninstrumenten zu hören, das die Technik uns manchmal beschert. Wirklich viel Bewegung fand abgesehen vom Sänger Filippo nicht wirklich statt, sieben Personen auf einer Bühne kann halt einschränkend sein. Insgesamt ein solider Auftritt von Krampus, mehr aber auch nicht.



Danach wurde es zum ersten Mal schwarzmetallisch. CREATURE hatten ebenfalls eine halbe Stunde Zeit, sich zu beweisen. Natürlich durfte Corpsepaint, Nietenarmbänder und eigentlich jedes sonstige Klischee nicht unbestätigt bleiben.
Mir war die Band zuvor zwar unbekannt, vor der Bühne wurde es jedoch schon deutlich voller. Die Stuttgarter fingen gut an, Sänger Barth konnte mich mit seinen Vocals durchaus überzeugen. Die Songs waren hart und treibend, aber auch hier waren die Drums jedoch wieder zu laut, der Bass zu übermächtig. Gegen Ende hin verlor es sich jedoch aufgrund einiger technischer Probleme ein wenig.



Vierter Freitags-Act waren die mir ebenfalls unbekannten INGRIMM. Hätte ich das Genre allein an dem Namen erraten müssen, wäre mir die Wahl nicht schwer gefallen: Hier erwartete mich die zweite Black Metal-Band in Folge. Weit gefehlt, guter Herr Asgrimur, eine Mittelalter-Metal-Kombo sollte es sein! Im Gegensatz zu mir schien die Band jedoch rege Bekanntschaft unter den Festivalgängern zu haben, die Anzahl der Fans vor der Bühne war dementsprechend hoch. Als mittelalterlich angehauchte beziehungsweise beeinflusste Metal-Band kann man live eigentlich nur wenig falsch machen. Ein gut eingesetzter Dudelsack, eine gut eingesetzte Drehleier sind eigentlich immer Gründe für eine ordentliche Party vor der Bühne - Ingrimm zeigten sich von ihrer besten Seite, machten ordentlich Stimmung, zogen das Publikum mit ein („Hängt ihn!“) und man merkte ihnen deutlich den Spaß an, den sie auf der Bühne hatten – immer auch ein schönes Zeichen als Zuhörer.



Aufgeheizt war die Stimmung also, noch viel aufgeheizter sollte sie im Kommenden jedoch werden. Denn nun standen MINAS MORGUL auf der Bühne. Nach einer kurzen technischen Verzögerung ging es für das Quartett vor wirklich gut gefüllten und gespannten Halle los. An Härte ließen Minas Morgul nichts vermissen, es ging treibend voran, sicherlich war dieser Auftritt der Hauptgrund für die Nackenschmerzen Vieler am nächsten Tag. So gut die Show der Band auch war, so sehr das Publikum abging, gibt es auch bei Minas Morgul das gefürchtete kleine „aber“ zu hören. Und ja, richtig geraten: Die Drums waren zu laut, der Bass zu dröhnend. Selbst ich, in der hintersten Reihe auf der Tribüne hatte das Gefühl, dass das alles ein wenig zu laut war. Nun gut, der Menge hat‘s trotzdem gefallen, darauf kommt es ja letztendlich an.



Auf der Bühne ging es dann mit Fäulnis düster weiter, für mich ging es jedoch nach einer Pause erst gegen Ende von EЇS weiter. Wie bereits oben erwähnt, profitierten diese vom Ausfall Graveworms und konnten ein wenig länger spielen. Und dann wurde es richtig voll: Die Aufsteiger der letzten Jahre und eine der zurzeit besten Pagan Metal-Bands betraten die Bühne – ARKONA. Glücklicherweise war hier die Technik nahezu fehlerfrei und die Russen um Frontfrau Masha konnten mal wieder beweisen, dass sie eine extrem starke Live-Band sind. Einige Songs des neuen Albums (unter anderem „Serbia“), aber auch ältere Stücke („Goi Rode Goi“, „Slavsia, Rus“) feuerten die Crowd an, die Stimmung war grandios. Höhepunkt war zweifellos der doppelte Party-Abschluss mit „Yarilo“ und „Stenka na Stenku“, zudem gab es eine halbwegs gelungene Wall of Death. Ein wenig störend war nur, dass ich in der dritten Reihe gut die Hälfte aller Songs nicht richtig mitbekommen habe, da alle zehn Sekunden von hinten ein neuer Crowdsurfer kam. Crowdsurfing schön und gut, aber müssen manche Personen wirklich in einer 50-Minuten-Performance rund zehn Mal nach vorne getragen werden? Was ich noch loswerden muss: Wie viel Energie hat eigentlich diese Frau? Ich glaube, man könnte Masha zehn Stunden auf der Bühne rum hüpfen lassen und sie würde immer noch abgehen wie ein Schnitzel! Einfach stark! Und findet noch jemand, dass Bassist Ruslan "Kniaz" wie ein Tanzbär wirkt?



Aber im weiter im Text, Tanzbär hin oder her. Arkona-Shows haben immer den Nebeneffekt, dass sie einen ziemlich erschöpft zurücklassen. Deswegen habe ich nur wenig von der kommenden Band, BORKNAGAR, gesehen. Was ich jedoch von den Norwegern gehört habe – übrigens für mich Neuland – war beeindruckend. Der gleichen Meinung war auch die volle Halle, inklusive Tribüne. Die wohl beste Stimmung des gesamten Festivals ist jedoch FINNTROLL zu verdanken. Die Finnen – bekleidet mit wundervollen Troll-Ohren, sehr cool – um Frontmann Vreth brachten die Crowd mit einer guten Mischung aus Härte & Folk zum Tanzen und Bangen. Die Tribünen waren genagelt voll, die Zuschauermenge vor der Bühne zog sich noch weit in die andere Bühne. Bei „Trollhammeren“ hatte man dann schon ein wenig das Gefühl, dass gleich Ragnarök hereinbricht – einfach unglaubliche Stimmung! Ich muss zugeben, ich war vor dem Auftritt der Band skeptisch, vor zwei Jahren auf dem Heidenfest war ich maßlos enttäuscht. Von der damaligen Schwäche (auch technisch gesehen) war jedoch am Freitagabend nicht viel anzumerken.



Zum Abschluss des ersten Tages wurde es dann nochmal richtig düster. KAMPFAR übernahmen die letzte Schicht. 50 Minuten lang wurde einer noch erstaunlich großen Menge norwegischer Black Metal vom Feinsten geboten. Der Sound war zur Abwechslung wirklich gut, es gab nur wenig Probleme. Frontmann Dolk hat zudem gezeigt, dass ein bisschen verrückt auf der Bühne nicht schadet und man so auf jeden Fall noch ein Weile im Gedächtnis bleibt, zumindest bei mir.



Tag 2:

Der zweite Tag versprach Anstrengung, aber auch 16 geile Bands. Zu Beginn wurde es gleich richtig untergründig. FIRTAN, eines der UG-Steckenpferde, durfte für zwanzig Minuten die Bühne rocken, um den Samstag gebührend zu starten. Und das gelang ihnen außerordentlich gut. Umgeben von Bühnenflitzer Grave (Video des Auftritts folglich bald bei uns zu sehen) und vor einer für die frühe Uhrzeit (12.00 Uhr, also noch früh am Morgen) beachtenswert großen Crowd zeigten die Jungs einen starken Auftritt. Neben dem ein oder anderen Ausblick auf das kommende Album, gab es auch Stücke von der aktuellen CD (u.a. „Ewig Vergangen“). Die „Firtan“-Rufe aus dem Publikum dürften zusätzlich Motivation gewesen sein.



Die wohl umstrittenste und mit am meisten Kritik versehene Platzierung der diesjährigen Running Order waren WALDGEFLÜSTER. Das Black Metal-Projekt von Winterherz hat sich in den letzten Jahren viele Herzen erspielt, zudem erschien Anfang des Jahres das dritte Studioalbum. Dass die Band dann nur mit lausigen 20 Minuten abgespeist wurde, was letzten Endes für gerade einmal drei Songs reichte, war mehr als schade. Auch der Andrang war richtig groß, eine Platzierung weiter hinten wäre also sicherlich nicht falsch gewesen. Nichtsdestotrotz war ich mehr als froh, eine meine Lieblingsbands endlich mal live sehen zu können. Mit zwei Songs des neuen sowie einem des zweiten Albums („Fichtenhain“) lieferte die Band um Winterherz auch eine klasse Show ab. Die Technik verschonte den kurzen Auftritt glücklicherweise. Für mich persönlich definitiv ein Highlight, allein schon, weil ich die Band seit Jahren sehen wollte. Auch den Zuschauern hat man angemerkt, dass sie vom Auftritt von Waldgeflüster mehr als angetan war. Bitte nächstes Mal länger spielen lassen!



Die nächste Band gehört ebenfalls in dieselbe Kategorie wie Waldgeflüster. Zumindest wenn man die frühe Uhrzeit und die geringe Spieldauer betrachtet. Denn ODROERIR sind kein kleiner Name im deutschen Pagan Metal, sie mit dreißig Minuten abzuspeisen, ist sehr schade, zumal sie keine Band sind, die man alle paar Wochen auf einem Festival spielen sieht. Dementsprechend groß war auch der Andrang und die Vorfreude vor der Bühne – enttäuscht wurden wir nicht. Von alten Songs („Menosgada“) über aktuellere („Des Thors Hammer Heimholung“) bis hin zu einem neuen Song zeigten Odroerir die ganze Bandbreite. Leider waren gleich fünf Sänger ein wenig zu viel für die Technik, die meisten Mikros hätten gerne ein wenig lauter sein dürfen. Nichtsdestotrotz ein starker Auftritt von Odroerir, zumal ich auch diese Band schon lange Zeit sehen wollte.


Nach Odroerir ging es gleich hochklassig weiter: SKALMÖLD durften sich 40 Minuten austoben. Die Isländer gehören neben Arkona zu den Aufsteigern der letzten Jahre und neben Finsterforst zu dem Besten, was Pagan Metal im Augenblick zu bieten hat. Scheinbar war das vielen jedoch noch nicht sonderlich bekannt, denn im Vergleich zu Odroerir fanden sich doch deutlich weniger Leute vor der Bühne ein. Das änderte sich jedoch im Laufe der starken Performance der charismatischen Isländer. Immer mehr Leute strömten in die Halle, am Ende war die Stimmung super – trotz der erneut viel zu lauten Drums.



Die nächste Band, ADORNED BROOD, konnte sich ebenfalls auf eine Menge Zuschauer verlassen, die schon zu Beginn des Auftritts die Band lautstark begleitete. Die Mischung aus Querflöte und härterem Metal schien nicht nur mir zu gefallen! Auch hier kommt dank unseres rasenden Graves bald ein Video des Auftritts! Nachfolgend kamen XIV DARK CENTURIES, eine Band, auf die ich mich im Voraus ebenfalls gefreut hatte. Schon das Bühnenbild war äußerst vielversprechend: Schilde, Fackeln im Boden, dazu vier Wikinger in Rüstung, die während einiger Songs sich schaukampfmäßig präsentierten – da fällt es nicht schwer, in die richtige Stimmung zu kommen! Dementsprechend aufgeheizt war die Menge vor der Bühne auch und feierte jeden Song mit – ein mehr als nur solider Auftritt der Thüringer.



Wer nach sechs Bands in Folge an Pause dachte, musste schleunigst umdenken. Denn jetzt kamen mit FINSTERFORST das – in meinen Augen – augenblickliche Aushängeschild des deutschen Pagan Metals. Pünktlich zum Beginn des Auftritts dachte sich Mutter Natur dann: „Wenn ihr so schmutzig auf die Bühne kommt, dann muss ich euch erst mal waschen“. Dementsprechend begann es dann zu schütten wie aus den so häufig genannten Kübeln. Das war aber nicht der einzige Grund, warum die Halle mehr als ordentlich gefüllt war. Die Schwarzwälder zeigten eine grandiose Show, machten unheimlich Stimmung, die Menge war mitgerissen. Spätestens bei der „Försterhochzeit“ wurde selbst auf der Tribüne eifrig mitgeschaukelt. Definitiv einer der besten Auftritte des ganzen Wochenendes!


Bereits angesprochener Regenausbruch wurde dann in bester Ragnarök-Manier durch Blitz und Donner unterstützt. Ein Security sprach zu uns, dass sogar eine Sturm – und schwere Unwetter-Warnung für den Kreis Lichtenfels herausgegeben worden sei, das Schlau-Telefon bestätigte dies kurz darauf. Bevor ich mich jedoch aufmachte, mein Zelt zu retten, waren FJOERGYN an der Reihe. Erstmals wurde ein wenig Feuer eingesetzt, was sich auf der Bühne wiederum nicht schlecht machte. Zusammen mit Veranstalter Ivo Raab lieferte die Band eine gute Leistung ab, auch wenn ich mit ihr ums Verrecken immer noch nicht warm werde.



Nach besagter Rettungsaktion war ich dann pünktlich zu AGRYPNIE wieder vor der Bühne. Seine Lieblingsband live zu sehen ist natürlich immer schön, dementsprechend groß war auch die Vorfreude. Zwar rechne ich gar nicht mehr damit, dass ich mal einen Auftritt sehe, an dem Torsten nicht etwa an der Technik auszusetzen hat – Perfektionismus ist doch auch etwas positives in der Musik! -, diesmal waren seine Einwände jedoch mehr als berechtigt. Bereits beim Intro fiel das auf: Dieses war viel zu laut, so wie alles weitere, was vom Band während des Auftritts kam. Teilweise waren die Gitarren zu leise, teilweise die Vocals. Mit einer gesunden Mischung aus neuen Songs („Aetas Cineris“, „Asche“) und älteren Songs („Zorn“, „Cogito Ergo Sum“, „Brücke aus Glas“) schaffte es die Band trotzdem, die vielzähligen Metalheads vor der Bühne zu begeistern. Schön finde ich bei Agrypnie auch, dass sie in ihren Setlists auch jedes Mal variieren. So fand ich es einfach wundervoll, endlich mal „Cogito Ergo Sum“ und vor allem „Brücke aus Glas“ live sehen zu können; beide sind Songs, die mir sehr am Herzen liegen. Da jedoch Alboin (Sänger von Eis) aufgrund der Tour seiner Band bereits wieder abgereist war, spielten Agrypnie den Song ohne Gastmusiker. Dafür übernahm Keyboarder Flange diese. Und Hut ab, das hat er wirklich stark gemacht. Aber verdammt nochmal, waren die Vocals leise – ich hab glaub ich grade mal ein Viertel der Vocals auch nur annähernd verstanden!


Auch bei diesem Auftritt gefiel zu dem der intensive Feuereinsatz auf der Bühne. Jedoch bin ich mir nicht 100%ig sicher, was daran jetzt genau die besondere 10-Jahre-Jubiläums-Show war (Vielleicht, dass sie im Gegensatz zu den meisten Bands statt 40 ganze 50 Minuten spielen durften?). Nun gut, trotz der teilweise wirklich lausigen Technik war es ein starker Auftritt!  Weiter gings dann auch gleich in die Endphase mit feinstem deutschen Black Metal. IMPERIUM DEKADENZ, ebenfalls eine Band, auf die ich mich gefreut hatte, waren am Start. Die Band um Frontmann Horaz enttäuschte die vielen Fans nicht, lieferten eine äußerst solide Performance ab und waren im Gegensatz zu ihren Black Metal-Kollegen weitgehend von technischen Problemen verschont. Schön diese Band live gesehen zu haben, guter Auftritt!



Langsam ging es dann schon auf die Zielgerade zu. Die Schweden von MANEGARM durften damit beginnen, langsam das Ende einzuläuten. Vor einem aufgeheizten Publikum taten sie das auch einwandfrei. Die Mischung aus Härte & Folk ist – ähnlich wie am Tag zuvor schon bei Finntroll gesehen – einfach ein Garant für gute Stimmung bei Live-Auftritten.  Dann war es endlich soweit, Zeit für den großen Headliner. Man konnte die Anspannung und Vorfreude in der Halle förmlich greifen, es war extrem voll, auf der Tribüne gab es auch kaum noch Platz, selbst auf den beiden Treppen wurde Platz genommen. Und SATYRICON begannen. Zwar mit zehn Minuten Verspätung, aber sie begannen. Mit deutlich der meisten Spielzeit ausgestattet (75 Minuten) heizten die Norweger der Menge ein. Glücklicherweise war neben der hohen Qualität der Band auch die Technik auf ähnlicher Qualität, selbst im hinteren Teil des Raums waren die Drums schön treibend, die Vocals und Gitarren gut verständlich. Starker Auftritt der Norweger und für mich auch der persönliche Abschluss des Festivals, da ich mir die letzten beiden Bands – Todtgelichter und Negator – nicht mehr zu Gemüte geführt habe.



Kritik: Was bleibt nach diesen zwei Festivaltagen also zurück? Es gab wirklich viel Positives. Die Organisation war spitze, die Security äußerst nett und hilfreich. Die beiden abwechselnd genutzten Bühnen sind eine super Idee, es wird einiges am Umbauzeit gespart, was für den Zuschauer natürlich super ist (auch wenn bei Finsterforst und Adorned Brood noch während des bei allen Bands bereits zur Routine gewordenen Bilds der Vorhang zugezogen wurde). Die Qualität der Bands war auch mehr als nur stark! Selten hab ich ein so gutes Line-Up gesehen, zumindest persönlich für mich war da wirklich viel Gutes dabei. Dementsprechend war es für mich natürlich schön, viele Bands zu sehen, die ich schon länger sehen wollte. Das Wetter war bis auf den Einbruch Ragnaröks wirklich erstaunlich gut. Gleiches gilt übrigens für die Lichtshow bei den jeweiligen Auftritten, Kompliment. Auch die Preise waren – zumindest was Getränke angeht – durchaus in Ordnung. Außerdem waren – soweit ich das aus persönlicher Erfahrung sagen kann – die sanitären Einrichtungen meist in guter Verfassung (und das WC-Abo für drei Euro ist auch cool).

Zwar habe ich im Folgenden einige Kritikpunkte, aber ich möchte zu Beginn gleich klipp und klar feststellen, dass ich sehr zufrieden mit dem Festival war, es hat mir wirklich richtig gut gefallen und die Kritikpunkte sind meist auch nur sehr klein (und nicht immer unbedingt ernst gemeint).

Über die Technik wurde ja bereits viel gesprochen. Und ja, ich weiß auch, dass da die Festivalorganisation keine bis kaum Schuld trifft, da die meisten Bands ihre eigenen Techniker mit an Bord haben. Nichtsdestotrotz waren teilweise schon erhebliche Schwächen in der Technik vorhanden, besonders bei der rechten Bühne, wie mir schien. Allgemein waren die Drums so ziemlich bei jeder Band zu laut, die Vocals bei vielen Bands zu leise. Das ist teilweise schon schade. Auf die einzelnen technischen Fauxpas bin ich ja bereits oben eingegangen. Ebenfalls bereits angesprochen habe ich die teilweise nicht nachvollziehbare Minutenvergabe an einige Bands (z.B. Waldgeflüster, Odroerir). Hier wäre es vielleicht doch eine Überlegung wert, ob man nicht am Samstag auf zwei oder drei Bands verzichtet (14 Bands sind für einen Tag doch immer noch mehr als genug) und dafür der ein oder anderen wirklich guten Band mehr Spielzeit gibt.

Zu guter Letzt wäre es vielleicht auch mal eine Überlegung wert, ob nicht die Herren mehr als nur zwei Klokabinen bekommen könnten. Man kann es natürlich als Akt der Gleichberechtigung ansehen, wenn zur Abwechslung mal Männer eine halbe Stunde vor dem Klo Schlange stehen müssen, während die Frauen schadenfroh ohne Warten aufs Klo können. Aber wenn Mann kacken muss, gibt es nur wenige Dinge, die mehr auf das Gemüt schlagen, als Warten. Zwei, drei Kabinen mehr können da schon Wunder bewirken ;)  Ach ja: Sollte ich beim nächsten Festival wieder auf die Idee kommen, dieses bescheuerte „5,0“-Bier zu kaufen, dann soll mich jemand schlagen. Bei aller Liebe, das kann man doch nicht trinken, das schmeckt doch einfach scheiße.

Fazit: Es war zweifellos ein sehr gutes Festival. Die Bands, das Wetter (über große Teile), die Besucher, die Security, die Organisation – alles sehr gut! Bei entsprechendem Line-Up sicherlich auch für das nächste Jahr ein No-Brainer.

Weitere Informationen

  • Band(s): Firtan, Satyricon, Adorned Brood, Finntroll, Kampfar, Agrypnie, Imperium Dekadenz, Waldgeflüster, Arkona, Skalmöld, Craving, Krampus, Creature, Ingrimm, Kampfar, Negator, Todtgelichter, Manegarm, Trollfest, Stormlord, Graveworm, Eis, XIV Dark Centuries, Minas Morgul, Fäulnis, Borknagar, Odroerir, Finsterforst, Fjoergyn,
  • Wann: 25.-26.04.2014
  • Wo: Stadthalle Lichtenfels
Gelesen 2789 mal Letzte Änderung am Dienstag, 29 April 2014 15:59
Asgrimur

Courage is found... in unlikely places