Dienstag, 20 August 2013 18:36

Galaktik Cancer Squad - Ghost Light

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Ghost Light Ghost Light Galaktik Cancer Squad

Argwöhnisch (sorry für das kleine Wortspiel) habe ich mir den nicht ganz so kurzen Spacetrip ins Post-BM Genre gegönnt und mir die neue Scheibe „Ghost Light“ von Galaktik Cancer Squad reingezogen. Auch hier haben wir es wieder mit einem Solo-Projekt eines ambitionierten Musikers zu tun. Der mit dem wohlklingenden Pseudonym „Argwohn“ ausgestattete Musiker, spendiert neben Bass, Drums und Gitarre auch noch den Gesang auf genannter Scheibe.

Laut Info wurde „Ghost Light“ als zu hart für die Band Uranus Explodes (Post Rock) angesehen und so entschied sich Argwohn kurzerhand das Material in einem neuen Projekt zu verarbeiten. Herausgekommen ist dabei ein kleines schwarzes Juwel an zorniger und dunkler Musik die meinen Nerven ordentlich reizt.

 

Die fünf Tracks (mit einer Spielzeit über 50 Minuten) tragen titeltechnisch die Geschichte rund um Weltall, ewige Dunkelheit und die wahnsinnige tiefe des Raums. Ohne Verallgemeinern zu wollen sind alle Songs durch die Bank weg atmosphärisch so dicht, dass mir bei jedem Titel mindestens ein Gänsehautmoment beschert wird. Bestes Beispiel ist hier der 9 minütige (und damit von der Länge im Mittelfeld angesiedelte) Track „When The Void Whispers My Name“. Auch wenn Argwohn allgemein mit seiner Stimme geizt, wird hier der halbe Song zusammen mit typischen BM Geschrammel, kleineren Solis und Growls unterlegt, bevor dann nach der Halbzeit ein Gitarrensolo den sphärischen Part einläutet. "Sanfte" Gitarrenklänge mit Echoeffekt die langsam ausfaden – Damit rennt man bei mir offene Türen ein. Bei dem 12-minütigen Epos „In Lichterlosen Welten“ wird dieser Effekt von einem Klavierpart erzeugt, der in der Mitte den Brake gibt bevor Argwohn wieder seine Stimme zu Gitarren Stakkato und Doublebass Artillerie erschallen lässt. Etwas langatmiger kommt das längste (und letzte) Stück „Hypnose“ daher, das genau das verspricht was es ankündigt. Hypnotisches und auch irgendwie eintöniges Riffing mit wenig Variation über einen längeren Zeitraum. Wer sich hier durchkämpft bekommt gegen Ende aber auch wieder durch kleine Schmankerl ein kleines Trostpflaster.

 

Die Scheibe hat aus meiner Sicht alles was ich bei einer guten BM-Platte brauche. Abwechslung, Melodik, eine gehörige Portion Können und ein stimmiges Konzept. Dazu kommt eine anständige Länge, noch dazu ein geradezu lächerlich niedriger Preis und ein hoher Ohrwurm- mit hohem „Wiederspielfaktor“ und komplette Verfügbarkeit auf Bandcamp. Natürlich muss einem der Weg bei überlangen Stücken gefallen, aber wir sind ja auch nicht zum Spaß hier!

 

Tracklist:

I - Ethanol Nebula
II - When the void whispers my name
III - In lichterlosen Weiten 
IV - Ghost Light 
V - Hypnose

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Galaktik Cancer Squad
  • Album Titel: Ghost Light
  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Fazit: Die Scheibe hat aus meiner Sicht alles was ich bei ner guten BM-Platte brauche. Abwechslung, Melodik, eine gehörige Portion Können und ein stimmiges Konzept. Dazu kommt eine Anständige Länge, noch dazu ein geradezu lächerlich niedriger Preis und ein hoher Ohrwurm-Faktor mit hohem „Wiederspielfaktor“ und komplette Verfügbarkeit auf Bandcamp. Natürlich muss einem der Weg bei überlangen Stücken gefallen, aber wir sind ja auch nicht zum Spaß hier!
Gelesen 2664 mal Letzte Änderung am Dienstag, 20 August 2013 18:47