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Sonntag, 28 Juli 2013 19:32

22.- 28.7.2013 - Metal Days 2013, Tolim - Slowenien + Overkill + Wintersun + Taake +++

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Metal Days 2013 Metal Days 2013 Metal Days

Die wenigsten Festivals kann man als richtigen Urlaub bezeichnen. Das ehemalige „Metal Camp“, welches seit diesem Jahr den Namen „Metal Days“ trägt, tanzt hier aus der Reihe. Auf ins wunderschöne Slowenien! Voller Erwartungen, ob sich nur der Name oder auch anderweitig einiges geändert hat, machte sich Undergrounded.de auf die staugeplagten Autobahnen.

Unterwegs schlossen wir uns unseren Freunden des Verein zur Förderung des Rock 'n Roll (http://www.vfrr.org/) an. Schon die Reise durch die malerischen Landschaften in Österreich, Italien und Slowenien sind ein Traum. Weniger Traumhaft ist wie immer die Organisation des Festivals – Securities die kein Englisch sprechen, wenn sie einen verstehen immer recht uninformiert und inkompetent sind und allgemein relativ wenig engagiert wirken. Aber wenigstens haben sie die Ruhe weg und werden nicht nervig oder regen sich künstlich auf, wie man es leider zu gerne von der deutschsprachigen Fraktion kennt. Zu erwähnen ist der hohe Anteil an Schweizer, Österreichern und Deutschen auf dem Festival. Er beträgt schätzungsweise deutlich über 30%. Natürlich will ich hiermit nicht sagen, dass das Personal Deutsch können muss, aber Englisch Grundkenntnis wäre sehr wünschenswert.

 

Nun gut. Nachdem Alle Heil angekommen sind und die Zelte, Musikanlage und Kühlschränke verkabelt waren, wurde es Zeit die schönste Woche des Jahres einzuleiten. Leider wurde schon am ersten Tag die Stimmung etwas getrübt. Ein neues Bezahlsystem mit einer aufladbaren Geldkarte (ähnlich EC) wurde eingeführt. Bargeld war nahezu überall unbrauchbar. Die Geldkarte kostete 4€ Pfand, auf ihr wurde hinterlegt wie viel Pfand für Becher bezahlt wurde. Hatte man z.B. 10 Becher gekauft, so konnte man an der Pfandrückgabe auch nur 10 Becher (zu je 1€ Pfand) wieder abgeben. Pfandmarken gab es jedoch gar keine. Auch kam es uns so vor, als ob oftmals kein Becherpfand auf die Karte addiert wurde und man es somit auch nicht wieder bekommen konnte.... Des weiteren gab es wie die Jahre zuvor wieder nur eine enzige Pfandrückgabe, die von maximal zwei völlig überforderten Mädels bedient wurde. Lächerlich bei über 8000 Besuchern.

 

Hinzu kam oftmals grottenschlechter Sound. Schon eine unserer ersten Band des Festivals, Kissin Dynamite, hatte viel zu leise Vocals und Leadgitarre. Der schlechte Sound zog sich durch die Festivalwoche wie ein roter Faden. Vernünftig abgemischt waren leider nur die wenigsten Bands, und wenn doch, dann eher auf der kleinen Nebenbühne. Sehr Schade! Auch waren die Metal Days von Technischen Problemen und KOMPLETTEN Stromausfällen heimgesucht worden. Inklusive der gesamten Beleuchtung, Main und Second Stage - Alles war auf einen Schlag tot - Und das mehrfach. Wenn gerade sowas bei einem Headliner wie Wintersun ZWEI mal passiert und die Band über 30 Minuten ihrer Spielzeit einbüssen, ist das eine Katastrophe. Da kann man sich wirklich nur an den Kopf fassen. Respekt für Wintersun, sie entschuldigten sich sogar bei den Fans für ihren kurzen Auftritt, obwohl sie ja wohl am aller wenigsten für diese Ausfälle konnten.


Durch das neue Bezahlsystem konnte man während den Stromausfällen nicht einmal etwas essen oder trinken. Ein Grund wieder auf das altbewährte Bon-System zurück zu greifen.. Wir werden sehen...

 Auch das angebotene Essen und ein Großteil der Getränke und Cocktails hatte an Qualität verloren, die Preise wurden auch angezogen im Vergleich zum Vorjahr. 2014 ist warscheinlich schon das unverschämte deutsche Großveranstaltungs-Niveau in Sachen Qualität und Preis / Leistung erreicht. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist also nicht nur soundtechnisch wirklich ein großer Abwärtstrend auf ganzer Linie zu spüren.

 

Aber es wäre vermessen, Alles schlecht zu reden. Denn im Gegensatz zu den bekannten Deutschen Veranstaltungen ist das ganze Metal Days wie schon erwähnt relativ lässig gehandhabt und es kommt eher Urlaubsflair als Festivalstress auf. Die Dixis sind stets verhältnismäßig sauber, die angestellten freundlich und das Gelände niemals zugemüllt. Dafür ein riesen Lob! Ständig laufen Jungs und Mädels über das Gelände und den Campground und lesen Müll von den Straßen und Laufwegen auf, quälen sich durch die brütende Hitze von teilweise bis zu 40°C und gewährleisten einwandfrei saubere Landschaften. Die Strände der Soca, dem angrenzenden erfrischenden und ziemlich kalten Fluss mit dem schönen blauen Wasser, sind ebenfalls immer frei von Müll und ermöglichen so einen tollen Badespass und die bitter nötige Erfrischung bei den extremen Temperaturen in Tolmin.


Ebenfalls stellen die Veranstalter wie immer gratis Duschen, welche mit dem bitter kalten, aber sauberen, Flusswasser bespeist werden. Außerdem stachen einige Bands durch coole Shows und fetten Sound aus dem sonstigen unterdurchschnittlichen Klangwirrwarr heraus. Overkill und Annihilator sowie allen voran King Diamond rissen die Hauptbühne ab und lieferten richtig gute Gigs ab. Auf der Second Stage prügelten sich Shining und Taake durch die Nacht. Gerade Taake hatten wohl den besten Sound des ganzen Festivals. Und das ohne Soundcheck. Das sollte einem zu denken geben.

 

Am Abreise-Tag dann wieder die Ernüchterung über die glasklare kommende Kommerzialisierung des geliebten Festivals: Um das Pfand für die Geldkarte (4€) wieder zu erlangen und sein Restguthaben auszahlen zu lassen, wurde selbstverständlich nur EIN EINZIGER Stand aufgemacht. In unseren Augen ist das lupenreines Kalkül, denn wer hat schon Bock sich Stundenlang in der Brütenden Hitze anzustellen?? Das Ende vom Lied: Man lässt sein Restgeld in den Taschen des Veranstalters, die Pfandkohle für die Becher schenkt man ihm ebenso, und die 4€ für die Geldkarte sind die freiwillige Spende, damit nächstes Jahr ein fähiger Soundtechniker am Mischpult sitzt.

 

2014 werden wir uns das Spektakel eventuell nochmal antuen. Wenn der jetztige Verfall des ehemaligen Metalcamp sich dann noch weiter fortsetzt, wars dass für uns.


Weitere Informationen

  • Wann: 22.7.2013
  • Wo: Tolmin
Gelesen 5066 mal Letzte Änderung am Samstag, 14 September 2013 18:09