Freitag, 28 September 2018 10:58

Ahnenkult - Als das Licht verging

geschrieben von Torn
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Ahnenkult aus dem schönen Freiburg schaffen es nach zwei EPs nun auch endlich auf die Langspieler und werden am 26.10.2018 ihr erstes Album „Als das Licht verging“ veröffentlichen. Ebenso wie ihre namensverwandten Ahnengrab sind die Freiburger dem PaganMetal zugetan. Ob sie allerdings qualitativ an die Frankfurter herankommen, wird sich noch herausstellen.

Zugegeben, wenn man diesen Vergleich tätigt, hängt die Messlatte verhältnismäßig hoch. Nicht nur sind Ahnengrab länger aktiv und auch deutlich bekannter als Ahnenkult, außerdem haben die Frankfurter mit ihrer neuen Scheibe ein richtig gutes Werk abgeliefert.

„Als das Licht verging“ beginnt allerdings eher langsam und gemächlich. Die Melodie sticht jedoch markant hervor, auch wenn der Sound von Anfang an etwas matschig daherkommt. „Konstellation“ ist ein solider Auftakt, aber so richtig zündet das Album noch nicht. Dies ändert sich mit den ersten Takten von „Vinland“ schlagartig, denn hier gilt sofort eine andere Gangart. Schneller, härter und satter spielen sich die Gitarren warm, dabei bleibt ihr Spiel eingängig. „Sol Invictus“ findet sich in dieser Kerbe ebenso wieder und präsentiert sich kraftvoll. Gesanglich erkennt man in den ersten drei Titeln klare Muster; zwei harsche Stimmen präsentieren die Strophen im Wechsel, während gelegentliche cleane Passagen zur Abwechslung beitragen. Zur Mitte des Albums haben Ahnenkult also ihr Fahrwasser gefunden.

Mit dem vierten Song „Flux Temporis“ muss man aber auch festhalten, dass sich die gesamte Taktart des Albums bis hierhin nicht großartig ändert. Es besteht überwiegend ein Tempo, besonders schnelle oder ruhige Passagen finden sich nur selten. Das Gitarrenspiel hingegen gefällt, denn die tragenden Melodien funktionieren mit dem einheitlichen Rhythmus sehr gut. Aber irgendwie klingen viele Abschnitte – so auch die ersten Minuten von „Sternenstaub“ – wie schon einmal gehört. Vergleiche zu Bands wie Varg oder Riger sind hier nicht fern, aber gerade letztere sind als musikalisches Vorbild durchaus in Ordnung.

Ahnenkult bringen es nach all der Kritik aber vor allem mit den letzten zwei Tracks auf einen grünen Zweig. „Gezeiten“ beginnt wuchtig und kommt von allen Titeln bisher am besten aus dem Quark. Erstmals wird durchgehend temporeich und energiegeladen gespielt, und das gefällt. Mit „Stella Polaris“ folgt dann zum Abschluss ein knapp zehn Minuten langer Song, der seine lange Spielzeit aber solide ausfüllt und gerade anfänglich deutliche Black Metal-Elemente in das sonst kontrastarme Album einfließen lässt.

Trackliste:

1. Konstellation
2. Vinland
3. Sol Invictus
4. Flux Temporis
5. Sternenstaub
6. Gezeiten
7. Stella Polaris

 

Bewertung:

6 Von 10

Weitere Informationen

  • Band: Ahnenkult
  • Album Titel: Als das Licht verging
  • Erscheinungsdatum: 26.10.2018
  • Fazit: Ahnenkult treffen mit ihrem Debüt „Als das Licht verging“ sicherlich den Geschmack klassischer Pagan-Freunde. Das Album präsentiert sich kraftvoll und stilsicher bis ins Mark, wirkt aber dadurch sehr einheitlich und lässt keine allzu hohe Abwechslung zu. Aber obwohl wirkliche Aha-Momente fehlen, gibt es einige Passagen, die sich gut hören lassen und sicher auch Fans aus den Genres Folk oder Black Metal abholen dürften.
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