Freitag, 14 September 2018 20:22

Ahnengrab - Schattenseiten

geschrieben von Torn
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Gefühlt war es um die deutsche Pagan Metal-Szene in der letzten Zeit eher ruhiger. Diese Jahr gibt es wieder ein paar Alben aus dieser Richtung, die sich hören lassen können. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass sich auch die fünf Mannen von Ahnengrab nach ganzen sechs Jahren mit einer neuen Platte zurückmelden.

Rückblickend waren die beiden Alben „Ahnengrab“ (2008) und „Omen“ (2012) zwei durchaus ansprechende, wenn auch nicht allzu verbreitete Scheiben, sodass die dritte Platte „Schattenseiten“ vor der Aufgabe steht, die lange Wartezeit zwischen den Alben gebührend zu belohnen. Dabei beginnt es eher gemächlich mit den akustischen ersten Klängen von „Aurora“. Die ersten E-Saiten lassen aber nicht lange auf sich warten und donnern sich melodisch durch die Gehörgänge.

So wirklich eingängig wird es aber erst bei „Katharsis“, welches ebenfalls akustisch loslegt, aber danach Riffs präsentiert, die einschneidend sind und dabei nicht an ihrer Power verlieren. Aufgelockert wird das Ganze noch mit einigen Soli und bleibt eingängig in Erinnerung. Das folgende „K-37c“ schließt sich nahtlos an und geht im Tempo noch eine Spur steiler, bleibt aber ähnlich greifbar. Der erste Tempowechsel kommt nach gut einer Minute, dann aber etwas abrupt und hätte einen weicheren Übergang vertragen können. Insgesamt wurde aber solide komponiert, selbst der cleane Gesang kommt gut durch und zeigt, welchen Facettenreichtum Ahnengrab ausspielen können.

Phoenicis“ erinnert in den ersten Klängen ein wenig an Amon Amarth, findet dann aber (glücklicherweise) schnell zurück zum Eigentümer und stampft sich munter voran. Mit „Rad der Zeit“ findet sich dann aber wohl der Höhepunkt des Albums, dramentypisch in der Mitte platziert. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Parts sind fließender als in den ersten Titeln, das Tempo insgesamt recht hoch und die Melodie besitzt Ohrwurmcharakter. Nebst dem wird hier wieder zwischen cleanem und harschem Gesang gewechselt, bringt ruhige Parts mit sich und ist damit einer der abwechslungsreichsten des Albums.

Die Euphorie hält sich auch mit „Herbstbeginn“ noch, auch wenn die Geschwindigkeit hier etwas gedrosselt wird. „Urknall“ gibt dafür dann wieder mehr Gas und ist dadurch auch einer der kürzeren Songs von „Schattenseiten“. Nach dem fulminanten Mittelteil flaut die Scheibe leider mit „Des Weltenend‘ Melancholie“ etwas ab und verliert an Power. Dementsprechend wird mit „...When Paths Separate“ ein instrumentales, akustisches Stück eingebracht, das einen starken Kontrast zum bisher Gehörten darstellt, aber technisch keine große Kritik zulässt. Als Interludium zum letzten Titel „Sternenmeer“ dient es aufgrund seiner Länge leider nur schwer. Den Schlusspunkt von „Schattenseiten“ setzen Ahnengrab allerdings gekonnt. Nicht nur, ist „Sternenmeer“ der längste Titel des Albums, auch bleibt dieser ebenfalls ohne Gesang und erzählt seine Geschichte nur mit Hilfe der Instrumente, das erneut in technischer Perfektion.

Trackliste:

1. Aurora
2. Katharsis
3. K-37c
4. Phoenicis
5. Rad der Zeit
6. Herbstbeginn
7. Urknall
8. Des Weltenend‘ Melancholie
9. ...When Paths Separate
10. Sternenmeer

Bewertung:

8 von 10

Weitere Informationen

  • Band: Ahnengrab
  • Album Titel: Schattenseiten
  • Erscheinungsdatum: 26.10.2018
  • Fazit: Ahnengrab schlagen sich gut und präsentieren, trotz weniger Schwächen, eine gute Stunde unterhaltsamer Tonkunst. Pagan-Freunde werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen und auch Fans des melodischen Black Metal dürften ihre Freude an „Schattenseiten“ haben. Abschließend kann man sagen, dass die sechs Jahre in gute Arbeit investiert wurden und die lange Wartezeit mit dem besten Ahnengrab-Album bisher belohnt wird.
Gelesen 180 mal Letzte Änderung am Freitag, 14 September 2018 20:27

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