Samstag, 04 August 2018 19:32

Arkuum - Die letzte Agonie

geschrieben von
Artikel bewerten
(3 Stimmen)

Nach drei Jahren melden sich Arkuum zurück: Auf das Debüt folgt nun ein Black Metal-Album, das sich der Erkundung der fünf Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross verschrieben hat. Arkuum zeigen dabei einen Reifeprozess, der sich sehen lassen kann. Anfang 2013 wurde Arkuum als Soloprojekt von David Theobald gegründet, zwei Jahre später erschien in Eigenproduktion das Debüt „Trostlos“. Mit Unterstützung von „Zeugen der Leere“-Sänger Denny konnte Arkuum dabei auch durchaus überzeugen:

Eingängige Gitarrenmelodien, die eine dichte Atmosphäre erzeugen, treibender, markanter Gesang, ein gutes Gespür für Tempi und vor allem ein Gefühl für Melancholie erregten Aufmerksamkeit – und wurden von undergrounded damals mit verdienten 8 von 10 Punkten gewürdigt. Seit 2016 ist aus dem Soloprojekt ein Quintett geworden. Mit „Die letzte Agonie“ versucht man sich an einem Konzeptwerk rund um die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Trotz Aufstockung der Bandmitgliederzahl von eins auf fünf, liegt die Komposition noch immer in der Hand von David Theobald. Dieses Mal erwarten den Hörer dabei fünf Songs, von denen vier eine Spielzeit von über 10 Minuten haben. Insgesamt gibt es also rund 50 Minuten mehr Black Metal auf die Ohren. Und diese haben es in sich:

Der Sound ist kälter, gleichzeitig aber auch kräftiger und drückender als noch auf dem Erstling. Die Vocals (mittlerweile von René) sind harscher, die Gitarren beißender. Geblieben ist aber das Gespür für das Tempo und Variationen darin sowie die langen Wiederholungen einer Gitarrenmelodie zum Aufbau einer beeindruckenden Klangwand. Bereits der erste Song, Kübler-Ross‘ erste Stufe, „Verleugnung“ zeigt deutlich, dass ein Reifeprozess stattgefunden hat. Die Blast Beats treiben das Stück voran, es ist härter, als alles, was das Debütalbum zu bieten hatte. „Verleugnung“, eines, wenn nicht gar das stärkste Lied des Albums, ist musikalischer Beweis für die komplexeren Kompositionen, die das Album so stark machen. Dem Hörer wird insgesamt ein größeres Soundpaket serviert, die Gitarren und Vocals bleiben jedoch weiterhin im Vordergrund. Zu keinem Zeitpunkt wird die Musik zu einem unerkenntlichen Klangbrei und die Harmonien funktionieren.

„Zorn“, der zweite Song, behält die Härte bei, allein die Gitarren drücken dabei jede Menge Wut aus, klingen wie dumpfe Schreie, befinden sich dabei knapp zwischen nervig und eindrucksvoll – auch hier ist das Gespür da, das Ganze nicht zu sehr auszureizen. Und auch wenn die Gitarrenwand stets im Hintergrund bleibt, wirkt sie zusammen mit den ausdrucksvollen Vocals verstärkend-präsent. Musikalisch gibt es kaum etwas zu kritisieren, auch wenn mir persönlich ein wenig das Melancholie-Gefühl des Debütalbums fehlt – was aber verständlich ist, immerhin heißen die hier behandelten Stufen Verleugnung, Zorn, Handeln, Verzweiflung und Akzeptanz. Dementsprechend muss natürlich die Frage gestellt werden: Wie gehen Arkuum mit diesen Stufen um? Die Antwort ist kurz: lyrisch gut verpackt, schafft es die Band trotz eines kleinen Durchhängers im dritten Song die Emotionalität der Themen lyrisch zu transportieren, den Hörer mitfühlen zu lassen.

Trackliste:

01 Verleumdung
02 Zorn
03 Handeln
04 Verzweiflung
05 Akzeptanz


Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Arkuum
  • Album Titel: Die letzte Agonie
  • Erscheinungsdatum: 04.08.2018
  • Fazit: Auf ein gutes Debütalbum folgt mit „Die letzte Agonie“ ein starkes Zweitwerk. Gute Texte und emotionale Einfühlsamkeit verpackt in harte, tadellose musikalische Konzeption – rundum ein gelungenes, packendes Album. Zum Prädikat „grandios“ fehlt zwar ein oder zwei wirklich herausragende Momente, „Die letzte Agonie“ sollte sich trotzdem jeder Black Metal-Fan einmal anhören.
Gelesen 703 mal

Medien