Sonntag, 20 Mai 2018 21:00

Traitor - Knee Deep In The Dead

geschrieben von Ghostwriter
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Aus vier mach fünf! So oder so ähnlich schießt es mir beim Hören der neuen Traitor Scheibe „Knee Deep In The Dead“ immer wieder durch den Kopf. Traitor basteln, wie eingangs schon erwähnt, konsequent an ihrem Legendenstatus und werden auf kurz oder lang Sodom, Kreator und Konsorten vom Thron werfen.

Dabei ist es mir unbegreiflich wie schnell drei Jahre vergehen können. War „Venomizer“ nicht erst gestern im Player rotiert? Tatsache, auch schon wieder drei Jahre her! Man wird halt leider doch erwachsen und es ist trotzdem schön, die immer noch jungen Thrasher bei ihrem Werdegang zu begleiten – und boiii, was für eine Entwicklung! Neben dem Touren (vom Summerbreeze über das Rock Hard zum AAARGH nach Wacken und wieder retour) und der musikalischen Reife, hat auch Violent Creek den Jungs extrem gut getan. Auch der neue Release verdient es, auf den großen Bühnen der Nation gefeiert zu werden – und dies wurde zum Glück von einigen Veranstaltern erkannt.

Die Worte von vor drei Jahren wiederholen sich vielleicht, aber genau wie Venomizer erfindet „Knee Deep In The Dead“ das Rad nicht neu. Alles, was guten (deutschen) Thrash ausmacht, wie er seit den 1980ern und 90ern gepflegt wird, wurde hier ohne großartige „moderne“ Schnörkel verarbeitet. Allein die qualitativ hochwertige Produktion, das durchdachte Konzept (Doom, Duke Nukem und Anleihen aus der Horror-Popkultur) wie auch die lyrische Detailverliebtheit sowie die Power, die die Band seit knapp einem Jahrzehnt auf die Bretter legt – all das garantiert der Kombo den praktisch unvermeidlichen und langfristigen Erfolg.

Es macht einfach Laune, sich in den Songs zu verlieren, und sich immer wieder von Schnipseln aus längst vergessenen Klassikern überraschen zu lassen. „What are you waiting for – Christmas?“, der Duke wird in „Nuke 'Em All“ gegrüßt; genauso wie Alien in „Xenomorph“, der Predator in „Skinned Alive“ oder 1993 erschienene Doom im „At The Gates Of Hell Intro“, das man in die Mitte des Albums verbannt hat, um den Titelsong einzuleiten. Das fulminante Finale bildet das Ramones-Cover „Blitzkrieg Bop“, das anfänglich etwas langsamer anläuft, bis es auf den letzten Meter Hals über Kopf über die Ziellinie rattert. Man bekommt schnell den Eindruck wie sich dieses Feuerwerk aus Nostalgie, Blastbeats, Hooks und Mitgröhl-Parts auf der Bühne anfühlen wird. Wären das Summer Breeze oder Wacken nicht so jämmerliche Scheißveranstaltungen, würde man sich Traitor auch bestimmt von dort aus geben. Zum Glück kennt man Andi, Lorenz, Gerd und Matthias als extrem auf dem Boden gebliebene Persönlichkeiten, die sich auch weiterhin nicht zu schade für Wald- und Wiesengigs sind, und somit auch weiterhin auf familiäreren Events zu finden sein werden.

Wer sich selbst ein Bild machen will, sollte besagte Live-Events besuchen oder sich die Videos zu Gemüte führen, die jetzt schon kursieren. Definitiv zu empfehlen ist hier das animierte Lyric-Video von Patrick Letsch (Bilder) und Wolfram Wagner von Pictures-In-Motion (Animation), das einen guten Eindruck der Macht von Traitor im Jahre 2018 verschafft!

Chapeau Freunde, der Erfolg sei euch gegönnt!

Trackliste:

01 Mad Dictator

02 Predator (Skinned Alive)

03 Nuke 'Em All

04 Ebola

05 Pieces of Pale

06 Demonic Possession

07 Knee-Deep in the Dead

08 At the Gates of Hell (Intro)

09 Xenomorph

10 Crucifiction

11 Blitzkrieg Bop (Ramones cover)

Bewertung:

9,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Traitor
  • Album Titel: Knee Deep In The Dead
  • Erscheinungsdatum: 27.04.2018
  • Fazit: Traitor geht weiterhin seinen Weg, die Deutschen-Thrash-Four um eine Band zu erweitern und setzt sich mit "Knee Deep In The Dead" ein weiteres Monument.
Gelesen 496 mal Letzte Änderung am Sonntag, 20 Mai 2018 21:09

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