Montag, 16 April 2018 03:03

Škan - Death Crown

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Škan Škan Ván Records

Mit „Death Crown“ liegt uns das erste Album der texanisch-niederländischen Vereinigung namens Škan vor, das am 13.04.2018 veröffentlicht wurde. Der Band liegt eine umfassende Philosophie zugrunde, welche nicht nur einen bedeutungsträchtigen Bandnamen umfasst, sondern auch in Form dieses Full-lengthts manifestiert wurde.


Alles sei in ständiger Bewegung, in immerwährendem Austausch miteinander. Alles, was heute ist, impliziere selbst antikes Wissen. Dies ist die bandeigene Philosophie, welche bereits in ihrem Namen zum Ausdruck gebracht wird. Škan beschreibt die Elemente, welche den beständigen Fluss des Universums bestimmen und vorantreiben. All dies verarbeitet die Band in den acht Songs, welche zusammen das Erstlingswerk „Death Crown“ ergeben und von denen „Initium“, „Á Mort“ und „Au Delà“ rein instrumental sind.
Das Intro, dessen Name mit „Initium“ nicht besser hätte gewählt werden können, stimmt mit der atmosphärischen Geräuschkulisse auf das Folgende ein. Schon jetzt beginnen die Grenzen zwischen der realen sowie materiellen Welt und der Gewalt dahinter zu verschwimmen. Von der einen Sekunde zur nächsten schlägt die Ruhe in einen wütenden Sturm um und Sänger Joseph schmettert dem Hörer die ersten und äußerst richtungsweisenden Textzeilen wie rasend entgegen. „To the west to the south to the east to the north / As below as above as to what is unseen“ – alles geht auf Škans inhärenten Konzeption zurück und scheint wie der Kreislauf zu sein, den sie selbst beschreiben.
Sie verstehen es, den Hörer nach dem aufwühlenden „Death Wish“ wieder zur Ruhe kommen zu lassen, denn es folgt das zweite Instrumental „À Mort“. Ein weicherer und fließenderer Übergang wurde zu „The Womb“ gewählt. Der pulsierende Rhythmus ist beinahe hypnotisch und die Stimme passt sich wie ein weiteres Instrument in den Song ein. Kein Wunder, ist dieser Song doch Daath gewidmet - die Entität, welche den Intellekt in der Tradition des jüdischen Mystizismus darstellt.
Zum dritten und somit letzten Instrumental „Au Delà“ ist der Übergang kaum merklich, auch hier wirken die Kompositionen wie aus einem Guss, sodass der Hörer erst zu Beginn des sehr fordernden „Iron and Blood“ aus seinem tranceartigem Zustand gerissen wird, sofern sich voll und ganz auf die Platte eingelassen wurde.
„Father Qayin“ beginnt mit einer ordentlichen Portion Südstaaten-Charme, aus welchem der Kern der Band entstammt. Man stelle sich eine erzkatholische und urkonservative Umgebung vor, dem lyrisch der Spiegel vorgehalten wird – großartig!
Es folgt der letzte Song „For the Love of Death“, der nach subjektivem Empfinden musikalisch stärkste Song des Albums; starke Gitarrensoli setzen interessante Kontraste zum Gesang, ohne zum Störfaktor zu werden – ein überragender Abschluss für ein fantastisches Gesamtwerk.

Tracklist:
Initium
Death Wish
À Mort
The Womb
Au Delà
Iron and Blood
Father Qayin
For the Love of Death

Bewertung:
10 von 10 Punkte

Weitere Informationen

  • Band: Škan
  • Album Titel: Death Crown
  • Erscheinungsdatum: 13.04.2018
  • Fazit: „Death Crown“ ist keine Platte, die als Hintergrundmusik geeignet ist und ist definitiv keine leichte Kost. Es liegt auch am Hörer, wie weit er bereit ist, sich auf die Musik und deren esoterische Einflüsse einzulassen. Škan sprengen die Grenzen der Genres und geben sich nicht mit reinem Blackened Death Metal zufrieden. Atmosphärische, teils hypnotische, teils doomig-anmutende sowie Okkult Rock-Parts machen ihre Mischung einzigartig. Eine der vielen Stärken der Wolves of Škan sind definitiv im Songwriting zu finden! Der einzige Wehrmutstropfen stellt die relativ kurze Spielzeit von nicht ganz 45 Minuten dar. Jedoch stellt dies bei dieser anspruchsvollen Platte und qualitativ hochwertigen Produktion keinen Grund für einen Punkteabzug dar!
Gelesen 295 mal Letzte Änderung am Dienstag, 17 April 2018 22:14

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