Freitag, 06 April 2018 18:47

Terra Atlantica - A City Once Divine

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Oft geht es bei Power Metal um die gleichen Themen - starke Männer, scharfe Schwerter, Mut und Ehre. Da das auf Dauer verdammt langweilig werden kann, gibt es heute mal was anderes, das da heißt: TERRA ATLANTICA! Und hier ist der Name Programm - die Songs im Stil des selbstbetitelten Atlantic Power Metal drehen sich ausnahmsweise mal nicht um Drachen oder nordische Sagen, sondern um Atlantis und die griechische Mythologie. Ob das Debüt Album „A City Once Divine" auch musikalisch taugt, lest ihr im Folgenden.

Mit einem atmosphärischen Intro beginnt die Reise nach Atlantis. Der Titel „Whispering Waves" wird wörtlich genommen: Ambientes Wellenrauschen und orchestrale Keyboardklänge, begleitet von gesprochenen Textpassagen und einzelnen Trommelschlägen, bereiten den Hörer auf das vor, was da kommt: Epische, eingängige Riffs und Melodien, schnelle Drums, der für Power Metal typische Gesang und die eine oder andere melancholische Nummer, um dem Hörer eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Doch wie bei den Themen der Texte belassen es TERRA ATLANTICA auch musikalisch nicht bei traditionellem Power Metal, stattdessen erklingen Violinen- und Akkordeonpassagen im Stil von Pirate Metal/Folk à la Alestorm und Vroudenspil. Tiefe Growls im Titeltrack und in „Poseidon’s Wrath" bringen eine Prise Black Metal in den Topf und die Intro-Melodie des Live-Favoriten der Band, „When Walls Will Fall", erinnert an Coppelius' „Sternenstaub".

Natürlich kommt Power Metal trotz des nicht ganz typischen Grundthemas nicht ohne Elemente wie Schlachten und mutige Kämpfer aus, doch werden diese textlich wie musikalisch so überzeugend umgesetzt, dass man selbst direkt zu den Waffen greifen will. Abgesehen davon gibt es ein paar Punkte, die man beim nächsten Mal besser machen könnte: Allen voran hätte der Produktion eine größere Portion Bass gutgetan. So ist der Sound meist recht höhenlastig und an manchen Stellen fehlt es den Songs an Dichte. Auch klingt die Stimme von Sänger Tristan - so angenehm und wandlungsfähig sie auch ist - in den höheren Lagen teils etwas dünn. Dafür hat man sich für einen Song Unterstützung geholt: In dem grandios betitelten „The Avenging Narwhal" kommt ihm Mikael Holst von „Timeless Miracle" zu Hilfe. Bei den epischen Orchesterparts hatte außerdem Alex Hunziger von Aeternitas buchstäblich seine Finger mit im Spiel. Hier einen Favoriten zu benennen, ist mehr als schwer, da jeder Song auf seine Weise mitreißt und nachwirkt - am ehesten sind es wohl „The Avenging Narwhahl" und „Atlantica" (der Band zufolge der Live-Liebling der Fans), die mich am meisten begeistern. Doch auch das melancholische „Shadows of Tomorrow" und die Schlachthymne „Poseidon’s Wrath" überzeugen auf ganzer Linie.

 

Tracklist

1. Whispering Waves

2. Atlantica

3. The Avenging Narwhal

4. To the Bottom of the Sea

5. Descendants

6. A City Once Divine

7. Shadows of Tomorrow

8. Sails in the Night

9. Poseidon's Wrath

10. When Walls Will Fall

 

Bewertung

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Terra Atlantica
  • Album Titel: A City Once Divine
  • Erscheinungsdatum: 17.11.2017
  • Fazit: Das Debüt Album "A City Once Divine" des norddeutschen Quartetts TERRA ATLANTICA ist eine abwechslungsreiche und musikalisch ansprechende Portion Power Metal, die zwar in der Produktion noch mehr Bass und Tiefe hätte vertragen können, insgesamt jedoch auf ganzer Linie überzeugt. Wer Pirate Folk und Black Metal Einflüssen nicht abgeneigt ist und zur Abwechslung mal andere als die klassischen Power Metal Themen bedient sehen möchte, dem sei dieses Album wärmstens empfohlen.
Gelesen 189 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 April 2018 19:39

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The Avenging Narwhal Terra Atlantica