Samstag, 17 Februar 2018 18:10

Misanthrope Monarch - Regress To The Saturnine Chapter

geschrieben von Haimaxia
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Regress to the Saturnine Chapter Regress to the Saturnine Chapter Misanthrope Monarch

Vergangenen Spätsommer haben die Oberhausener Death-Metal-Emporkömmlinge Misanthrope Monarch mit ihrem Debüt „Regress To The Saturnine Chapter“ ihren Einstand gefeiert. Seit 2014 werkelt die fünfköpfige Truppe um Front-Keiler Christoph Mieves (u.a. Grind Inc., Resurrected) an ihrem erfrischend anderen, experimentierfreudigen Extrem-Sound, der den Fokus zwar auf zünftige Death-Prügelei legt, aber gerne auch mit Überraschungen daherkommt – so auch auf dem Album-Erstling.

Wenn man im Spektrum des Death Metal wandelt, neigt man vielleicht dazu, Begriffe wie Pioniergeist und Ideenreichtum schon in winzigsten Abwandlungen vom Klang der alten Schule zu sehen - auf die Herrschaften aus dem westlichen Ruhrgebiet lassen sie sich dagegen viel stärker anwenden. Was vor allem auffällt, ist die Tatsache, dass hier gekonnt mit atmosphärischen Wechseln gearbeitet wird: Beginnt die Platte noch ziemlich geradlinig und niedermähend mit Brechern wie „Usurping The Throne“, „Crushing The Unbeliever“ und dem bereits früh vor Album-Release veröffentlichten „Brotherhood of Destruction“, wechseln bei „Dispelled“ Tempo und die Dauerfeuer-Attitüde zu schauriger, fast schon im Schädel bohrender Stimmung.


Ab hier zeigen Misanthrope Monarch nämlich so richtig, was in ihnen steckt: Ausgeklügeltes Songwriting, bedrückend-beklemmendes Setting und mehr Melodic-Anteil – vor allem spürbar am Titeltrack der Platte, dem auch ein beachtliches Musikvideo spendiert wurde. Ein Instrumental-Einspieler wie „Black Sirens Lurking“ wirkt im ersten Moment mit seinen hymnischen Arrangements noch fragwürdig – als Überleitung zum ebenso extrem starken „The Omega Embrace“ weiß aber auch diese Spielerei zu gefallen. Was die Stücke der Oberhausener zusätzlich noch veredelt, das sind die herausragend poetischen Lyrics, welche das Bild einer düsteren, melancholischen Dystopie zeichnen, auf die sich die Menschheit langsam aber sicher zubewegt. Die hallenden Reibeisen-Vocals von Mieves stützen das Ganze.

Insgesamt kann man sich im Grunde nur darüber beschweren, dass die Platte summa summarum doch recht kurz geraten und binnen guten 35 Minuten bereits verklungen ist. Gewiss ist es schwierig, sich im Death-Metal-Metier mit Eigenständigkeit und Kreativität zu schmücken – doch das ist den Jungs aus Oberhausen scheinbar mit Leichtigkeit gelungen. Ein starker Einstand, nach dem man durchaus gespannt sein darf, an welche Schären es die Band noch führen wird!


Tracklist

1. Towards The Utopian Kingdom Of Fire

2. Usurping The Throne

3. Crushing The Unbeliever

4. Brotherhood Of Destruction

5. Dispelled

6. Regress To The Saturnine Chapter

7. Father Sin And The Hollow Spirit

8. Black Sirens Lurking

9. The Omega Embrace

10. Trail Of The Heretic (Maleficium)

11. Cosmic Maze


Bewertung

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Misanthrope Monarch
  • Album Titel: Regress to the Saturnine Chapter
  • Erscheinungsdatum: 07.07.2017
  • Fazit: Leider recht kurz geratene, extrem spannende Kelle Death Metal, die hier präsentiert wird. Gewiss ist es schwierig, sich im Death-Metal-Metier mit Eigenständigkeit und Kreativität zu schmücken – doch das ist den Jungs aus Oberhausen scheinbar mit Leichtigkeit gelungen. Ein starker Einstand!
Gelesen 456 mal Letzte Änderung am Sonntag, 18 Februar 2018 19:03

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