Dienstag, 09 Januar 2018 21:39

Paragon Belial - Necrophobic Rituals

geschrieben von
Artikel bewerten
(1 Stimme)

Nach gut neun Jahren gibt es neues Material von PARAGON BELIAL, welche sich seit ihrer Gründung anno 1994 von Andras (Ex-Bethlehem) schon einen gewissen Ruf aufbauen konnten. Die lange Zeit hat die Band gut genutzt – musikalisch ist hier einiges aus dem rohen Black Metal gereift, hin zu einem Gesamtkunstwerk aus düsterem War-Black Metal.

Sehnsüchtig wurde die neue Platte erwartet und wie zu erwarten war, ist das Niveau keinesfalls gesunken. Nach einem aggressiv doomlastigen Gitarrenintro gehen die Mönchengladbacher schnell in eine gewohnt hohe Geschwindigkeit über, mit markanten Vocals und Drumming, das selbst ohne ständige Blastbeats gut voran treibt. Durch den Wechsel von im Death Metal angesiedelten Growls und höheren Screams leitet der erste Song „Perverted Homage In The Trails Of Satan“ nicht nur lyrisch sehr gut in das folgende Album ein, sondern zeigt eine deutliche Entwicklung im Bereich Vocals, Drumming und Gitarrenarbeit. Mit einem Donnerschlag endet der erste Track und gibt nach nur wenigen Sekunden der Ruhe die wieder die Wucht mit „Demoniac Christian Holocaust“, welche sofort mit einem Schrei und einem absolut gelungenem Riffing startet und mitreist.

Durch einen low Tempo-Part in der Mitte des Songs mit Keyboard Background lockert der Song etwas auf, um dann ungebremst mit Blastbeats durchzustarten. Instrumental bleibt die Band hier stets abwechslungsreich und bleibt auch lyrisch ihrer Linie treu, was hier besonders gefällt.

Mit „Day of Vengance“ hat das Trio einen Song geschaffen, der sich auch nach mehrmaligem Hören als Liebling manifestiert und mit seinem markanten Refrain einbrennt. Nicht weniger als feinster Black Metal mit einem guten Hauch Oldschool und überraschend melodischen Parts und fein eingewobenen Doom-Elementen wird hier dargeboten.

Letzteres ist maßgebend für den nächsten Song. „Unholy Impact Of Evil“, welcher zunächst nur mit einer eher langsameren Machart startet und sich erst nach zwei Minuten in das gewohnte Schema einfindet, ohne jedoch eintönig zu werden oder zu sehr den doomigen Einschlag zu verlieren. Mit einem wahrlich dämonischen Schrei endet der Songs gefühlt zu schnell und geht über in den Titeltrack des Albums „Necrophobic Rituals“uch dieser technisch einwandfrei gespielte Song wechselt charakteristisch vom anfänglich schnelleren Tempo in eine low Tempo-Phase ,die hier sehr stimmungsvoll durchdacht den Song mit einem Highlight verpasst und gnadenlos durch Blastbeats quittiert wird. „Circle of Satanic Breed“ schlägt genau in die gleiche Kerbe und lässt sich mit einem soliden Track beschreiben, der gut in den Stil von Paragon Belial anno 2017 passt, bietet aber nichts wirklich Neues. Mit dem letzten Track „Verdelet“ überrascht die Band doch noch einmal, indem sie mit lauter werdenden Drums, langsamer und zunehmender Instrumentalisierung den Song bedächtig aufbaut und durchweg diese langsame Gangart beibehält. Gute kurze Passagen mit Vocals lassen Platz für längere reine Instrumentalparts, die unheimlich gelungen düster und atmosphärisch ihren Stempel auf das Album drücken. Das an das gelungene Ende anschließende „Witching Metal“ Sodom-Cover ist druckvoll und drückt einen angenehmen schwarzmetallischen Charme auf den trashigen Track der deutschen Urgesteine, bleibt jedoch mehr als Bonus im Gedächtnis, da da „Verdelet“ für das dritte Album der Band ein wirklich gutes Ende liefert.

Man merkt über das ganze Album hinweg, dass sich die Westfalen mehr trauen zu experimentieren und gezielt zurückhaltende Keyboards und Einflüsse aus verschiedenen Musikrichtungen einsetzen, um ihrer Musik mehr Varianz und Abwechslung zu geben. Im Großen und Ganzen gelingt dies wirklich grandios und lässt nur wenig Spielraum für Kritik. Die rohe Abmischung sorgt für einen guten Rundumeindruck der Scheibe und lässt sich bedenkenlos empfehlen.

Tracklist

1. Perverted Homage In The Trails Of Satan

2. Demoniac Christian Holocaust

3. Day of Vengance

4. Unholy Impact of Evil

5. Necrophobic Rituals

6. Circle Of The Satanic Breed

7. Verdelet

8. Witching Metal (Sodom Cover)

Bewertung

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Paragon Belial
  • Album Titel: Necrophobic Rituals
  • Erscheinungsdatum: 29.09.2017
  • Fazit: Man merkt über das ganze Album hinweg, dass sich die Westfalen mehr trauen zu experimentieren und gezielt zurückhaltende Keyboards und Einflüsse aus verschiedenen Musikrichtungen einsetzen, um ihrer Musik mehr Varianz und Abwechslung zu geben. Im Großen und Ganzen gelingt dies wirklich grandios und lässt nur wenig Spielraum für Kritik. Die rohe Abmischung sorgt für einen guten Rundumeindruck der Scheibe und lässt sich bedenkenlos empfehlen.
Gelesen 350 mal Letzte Änderung am Montag, 29 Januar 2018 21:23