Dienstag, 02 Januar 2018 19:49

Deceitome - Death is Called Ethos

geschrieben von Torn
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Wenn wir bisher von estnischen Bands sprachen, waren wir fast durchgehend im Black Metal unterwegs. Aber der Tallinner Untergrund hat eine ebenso breite Death Metal Auswahl anzubieten. „Deceitome“ gehören dazu und haben bereits Ende 2016 ihr erstes Album „Death is Called Ethos“ veröffentlicht und schlagen damit einen äußerst rohen Ton an.

Während das Intro den Hörer noch in einem undurchsichtigen Wust aus zerrenden Gitarren und eingespielten Samples hinterlässt, beginnt „Nil Humanity“ da deutlich gradliniger. Die Drums hämmern in knappen zweieinhalb Minuten ordentlich und die Gitarren erinnern stark an Vertreter wie „Clitpeeler“ und gehen demnach stark in Richtung Grind. In den darauffolgenden Titeln kommt dagegen ein stärkerer Punk-Einschlag zum Vorschein. Der rotzige Kehlgesang von Kevin Rändi rundet dieses Bild noch dazu ab.

Auffällig ist, dass die Gitarristen auf langatmige Soli verzichten und sich auf vergleichsweise schlichte Melodien konzentrieren. Abrupte Tempowechsel gibt es nicht, „Allegory of the Dead“ ist im Gesamtbild aber deutlich langsamer als die ersten Tracks. Aber so richtig aus dem nun bekannt gewordenen Muster von „Deceitome“ kann auch dieser Titel nicht fliehen. Es klingt alles doch sehr ähnlich. „Chronos in Oblivion“ knüpft daran auch nahtlos an, ist im Mittelteil sogar noch schwerfälliger und liefert damit immerhin eine Steilvorlage für „Atomisery“, welches den Hörer wieder aus seiner Apathie reißt. Rhythmisch und melodisch kann man hier sicher den Höhepunkt des Albums vermelden, wenngleich „A Lifeless Cipher“ noch eine Gangart zulegt und damit einen Schritt in Richtung der ersten zehn Minuten von „Death is Called Ethos“ wagt.

Der vorletzte Song „The Void Abides“ gibt dann kurz vor Schluss noch einmal einen Schub nach oben und präsentiert sich in einem abwechslungsreicheren Gewand als das Album insgesamt. Das Songwriting ist hier nachvollziehbarer und die Tempowechsel sitzen. Gleiches gilt auch für das Schlusslicht „Messenger From the Abyss“, welches melodischer und langsamer ist als die Vorgänger und sich damit vom Rest des Albums abhebt. Damit haben „Deceitome“ das Niveau zum Ende des Albums noch einmal höher gesetzt und konnten den schwächeren Mitteilteil in Ansätzen ausgleichen.

Tracklist

1. Remnant and His Shadow (Intro)
2. Nil Humanity
3. Omnicidal Minds
4. Allegory of the Dead
5. Chronos in Oblivion
6. Atomisery
7. A Lifeless Cipher
8. The Void Abides
9. Messenger FromtheAbyss

Bewertung:

5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Deceitome
  • Album Titel: Death is Called Ethos
  • Erscheinungsdatum: 20.12.2016
  • Fazit: „Deceitome“ zeigen in einer guten halben Stunde, dass auch kurze Songs mitunter langweilig sein können. Auch wenn einige Tendenzen erkennbar sind und Teile des Potenzials abgeschöpft werden, passiert auf „Death is Called Ethos“ zu wenig. Die anfänglichen Ballerparts und die deutlich stärkere Endphase können den schwachen Mittelteil leider nur ansatzweise retten. Trotz der Abzüge in der B-Note haben „Deceitome“ ihre Ansätze klargemacht und werden sich zukünftig musikalisch sicher noch weiterentwickeln.
Gelesen 317 mal Letzte Änderung am Montag, 29 Januar 2018 21:28

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Deceitome - The Void Abides (Official) Deceitome