Dienstag, 19 Dezember 2017 22:16

Nuclear Warfare - Empowered By Hate

geschrieben von Ghostwriter
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Nuclear Warfare scheinen erwachsen geworden zu sein – und das nicht nur vom Bandalter her, das je nach Interpretation, bereits an den 18 Jahren kratzt. Man hat sich mit dem „neuen“ Drummer Xandao (Ex-Claustrofobia, Ex-Ravenland und aktuell Andralls) schon auf „Just Fucking Thrash“ einen Gefallen getan, da er der Band die Tore nach Südamerika geöffnet hat und jetzt noch mehr Ernsthaftigkeit und eine gewisse Seniorität einbringt.

Den Weggang von Pit als zweiten Gitarristen hat man zumindest nach heutigem Stand noch nicht kompensiert und so wandern Fritz, Listl und Xandao zu dritt durch die Lande - Zuletzt wirbelten sie in Europa und vor allem bei der Brasilientour einigen Wind auf. Drei Jahre nach „JFT“ geht man mit der Langrille wieder mehr Back To The Roots und entfernt sich gefühlt von der spaßigen Komponente, auf die man als Oldschool Thrasher wohl auch dankend verzichten kann. Das Artwork ist reifer geworden ebenso wie die Songs selber. So thront Maskottchen Warmaster Zigarre-rauchend auf einem von Vipern umrahmten Sessel über seinen zu hunderten vergammelnden Feinden – und hat nicht mehr viel von der eher schmächtig wirkenden Kümmergestalt der letzten Artworks, sondern mehr von einer toten – Arnie fickt Dolph, Lundgren fickt Randy Couture – Kampfmaschine.

Die Tracks selbst, derer man wieder zehn auf „Empowered By Hate“ findet, sind dabei gediegene und ohne Fehler produzierte Thrash Granaten, die nicht unbedingt mit lyrischer Tiefe oder großartiger Sortenvarianz, sondern mit brutaler Eingängigkeit bestechen. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die Songs in einem Rutsch durchpowern, ohne dass wirklich einer länger hängen bleibt. Bei „A Nice Day“ oder „Let The Hate Reign“ bekommt man beispielsweise gefühlt 120% Refrain geliefert und insgesamt regiert vor allem bei den Drums zu oft stupides Double-Bass Gebolze, ohne dass man sich mehr Exploration des Zimbelspektrums traut. Während dies der einzige Wermutstropfen auf der Platte bleibt, kommt dies der Band Live natürlich wieder zu Gute und der Abriss wird garantiert. So finden sich auch auf der Scheibe trotzdem wieder die Nuclear Warfare eigenen Juwelen wie z.B. „Mata Com Faca“, bei dem sich Sänger Fritz einwandfreies portugiesisch reingeschafft hat und man sich fast schon an die Punks von Non Servium erinnert fühlt. Auch der „Masturbationstrack“ darf natürlich nicht fehlen und kommt mit „Nuclear Warfare“ daher, der mit einer Überlänge von knapp sieben Minuten, Tempuswechsel, eines der klassischen Listl Gitarrensolis, die das Album insgesamt wieder sehr bereichern, und endlich auch etwas Drumvarianz auf die Ohrmuscheln klemmt. Fritz hat in den letzten drei Jahren des Bier-Mißbrauchs im Vergleich zum Vorgängeralbum nichts von seiner screamigen Stimmröhre eingebüßt und liefert Substanz.

So ist „Empowered By Hate“ insgesamt wieder ein sehr solides Album aus dem Hause Nuclear Warfare und besticht mehr mit seinen stringenten Songs ohne großartige Überraschungen, als mit ausladenden Thrash-Kompositionen. Der perfekte Feuerüberfall-Snack für die Mittagspause oder für die Bühnen dieser Welt.

Trackliste:

1 After the battle

2 Let the hate reign

3 Mata com faca

4 Fear

5 Warlust

6 Bite of the viper

7 Half truths

8 A nice day

9 Nuclear warfare

10 Thrash to the bone


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Nuclear Warfare
  • Album Titel: Empowered By Hate
  • Erscheinungsdatum: 04.08.2017
  • Fazit: So ist „Empowered By Hate“ insgesamt wieder ein sehr solides Album aus dem Hause Nuclear Warfare und besticht mehr mit seinen stringenten Songs ohne großartige Überraschungen, als mit ausladenden Thrash-Kompositionen. Der perfekte Feuerüberfall-Snack für die Mittagspause oder für die Bühnen dieser Welt.
Gelesen 181 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Dezember 2017 21:10

Medien

Let the Hate Reign (official Video) Nuclear Warfare