Freitag, 24 November 2017 20:15

Discreation - End of Days

geschrieben von Haimaxia
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Seit einigen Jahren gehören die Hanauer Discreation zu den heißesten Eisen aus der Schmiede F.D.A. Rekotz. Spätestens mit ihrem 2015er Album „Procreation of the Wicked“ hat der Death Metal-Emporkömmling gezeigt, was in ihm steckt - die Kritikerstimmen waren sich vor allem darin einig, dass die Band so einiges an Potenzial innehabe. Seit Ende November sind die mittlerweile gern und häufig gesehenen Festival-Gäste mit ihrem neuen Werk „End of Days“ am Start, welches in die Fußstapfen des Vorgängers treten soll. Und das haut ordentlich in die Magengrube.

 

Man bemerkt schon gleich zu Anfang, dass auf der neuen Platte nichts am durchdringenden straight-foward-Stil der Combo verändert wurde. Warum auch? Satter Sound, beklemmende Atmosphäre, markante Vocals – das können die Hessen. Letztere kommen allerdings vom neuen Frontmann Marco Reitz, welcher seit 2016 Mitglied bei Discreation ist, nachdem Kai Müller-Lenz sein langjähriges Amt niederlegte und die Band verließ. Reitz schenkt dem ohnehin schon Atem abschnürenden Sound von Discreation wie schon sein Vorgänger den nötigen Schauer und die nötige kaputte, verstörende Kulisse für die düsteren Themen der Songs. Die Bandbreite dessen wird vor allem bei Stücken wie dem starken, behäbigen Brecher „Let’s Watch The World Burn“ klar, das durch den Wechsel von tief und hell besonders heraussticht. Tatsächlich lassen seine Reibeisen-Vocals Discreations Songs sogar noch eindringlicher werden.

 

Schon die vorab veröffentlichten Stücke „The Pentagram“ und „End of Days, welcher als Titelsong auch das Album eröffnet, haben gezeigt, was die Fans der deutschen Todesmetall-Szene erwarten würde – und man wird keinesfalls enttäuscht: Kein langweiliges, sondern ausgeklügeltes, effektives Krachmachen, makabre Botschaften und durchschimmernde Expertise legen Discreation hier an den Tag. Kein Wunder, markiert die Platte ja bereits die 5. Full-length-Veröffentlichung der Jungs, von deren Gründungsgarde nunmehr bloß noch Gitarrist Sebastian Schilling und Bassist Peter Frick übriggeblieben sind. Und so verwundert es nicht, dass die Instrumental-Kulisse es bei der Combo nach wie vor in sich hat. So kommen bei „Invisible Front“ und dem finalen „Where All Hope Has Been Silenced“ schon Endzeit-Stimmung und ein Gefühl totaler Sinnentleerung auf. Das ist keine Gute-Laune-Musik. Das ist zielstrebiges Wegschlitzen jeglicher Zuversicht für die Zukunft. Und darum geht es doch, oder nicht?

 

Tatsächlich wird sogar mitunter ein kleiner Black-Metal-Anstrich deutlich, was durchaus zu gefallen weiß. In dieses schwarze Gewand gehüllt klingt „End of Days“ noch finsterer, als es Discreation bisher in ihrer Diskographie vollbracht haben, und sollte damit auch in den Fokus der Aufmerksamkeit der Freunde zünftigen Genre-Mischmaschs von Black- und Death-Elementen rücken. Hier wird vielleicht das Rad nicht neu erfunden – aber das, was war, wurde destilliert und verfeinert, und das macht „End of Days“ gerade im Kontext der derzeitigen Fülle an Death-Releases aus Deutschland interessant. Also bitte – mehr davon.

 

Trackliste:

1

- End of Days

2

- The Blood Mill

3

- Dark Possession

4

- Let’s Watch The World Burn

5

- El Magico

6

- Invisible Front

7

- The Pentagram

8

- Where All Hope Has Been Silenced

 

Bewertung:

10 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Discreation
  • Album Titel: End of Days
  • Erscheinungsdatum: 29.09.2017
  • Fazit: "End of Days" bringt alles mit, was ein nicht nur solides, sondern auch extrem starkes Death Metal-Album im Jahre 2017 braucht. Endzeit-Stimmung und ein Gefühl totaler Sinnentleerung sind vorprogrammiert und tatsächlich weiß auch der neue Frontmann Marco Reitz an den Vocals zu gefallen. Starke Songs, vor allem der eröffnende Titeltrack, "Where All Hope Has Been Silenced" und "The Pentagram" lassen Discreation zur Garde der stärksten Todesmetall-Bands aus Deutschland aufsteigen.
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The Pentagram End of Days