Mittwoch, 22 November 2017 18:12

Mother Mountain - Oneironaut

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Oneironaut Oneironaut Mother Mountain

Drei Jahre sind vergangen, seit mit der EP „From The Highest Peaks To The Deepest Chasms“ der letzte Tonträger von Mother Mountain erschienen ist. Doch das Warten hat ein Ende: Am 10.11.2017 veröffentlichte die Band ihr neues Album „Oneironaut“.

Wenn man das Arbeitstempo aus den Anfangszeiten von Mother Mountain (ein Album und eine EP im Jahr 2014) zugrunde legt, sind die drei Jahre Wartezeit schon ungewöhnlich lang. In der Tat wäre das Album auch schneller fertig gewesen, hätte nicht Sänger Pablo König die Band im Sommer 2015 aus beruflichen Gründen verlassen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Aufnahmen der Instrumente schon im Kasten, doch den Gesang wollte man mit dem neuen Sänger oder Sängerin aufnehmen. Die Suche wurde erst im Jahr darauf von Erfolg gekrönt. Mit Biggi fand man die passende Stimme für Mother Mountain und konnte mit ihr endlich „Oneironaut“ vollenden.

Da der Gesang von König eines der markanten Merkmale im Sound von Mother Mountain war, drängt sich beim ersten Hören des Albums der Vergleich zwischen Biggi und ihm auf. Doch hier gibt es nicht viel zu vergleichen, denn bis auf die Kleinigkeit, dass nun eine Frauenstimme zu hören ist, gibt es in der Art und Weise des Singens kaum Unterschiede. Biggi setzt ihre Stimme ebenso vielseitig ein wie König, um die zu transportierende Stimmung in den Songs zu betonen. Dafür drückt sie mal mit kraftvollen, energischen Gesang aufs Gas und treibt die Songs gemeinsam mit den Instrumenten voran („The Disappearance“, „Into The Crystal Slumber“), mal tritt sie gefühlvoll auf die Bremse und verleiht den Gesangpassagen mit ihrer warmen Stimme etwas Entrücktes und Verträumtes („Nebula Trance“, „Oneironaut“). Alles in allem haben Mother Mountain mit Biggi eine würdige Nachfolgerin von Pablo König gefunden und erhalten sich mit einer neuen, aber ebenso tollen Stimme eines ihrer Soundmerkmale.

Ein weiterer Baustein für den Sound der Nürnberger war schon immer die hervorragende Arbeit an den Instrumenten. Und auch bei „Oneironaut“ ist das nicht anders! Es ist ein Genuß zu hören, wie Marschel (Bass), Schellberg (Drums) und Lerch (Gitarre) zusammen harmonieren und in den Songs Atmosphäre erzeugen. Melodien, Stoner-Riffs, treibende Parts und verträumte Post Rock-Passagen werden dabei zu einem dichten Soundteppich verwebt, der mit Biggis Gesang veredelt wird. Auffallend dabei ist, dass Mother Mountain auf ihrem zweiten Album die schweren Doomriffs etwas reduziert haben. Die acht Songs wirken dadurch nicht nur lockerer als ihre Vorgänger, sie bekommen durch diese neue Leichtigkeit auch einen okkulten Hauch verliehen.

Auf "Oneironaut" bauen Mother Mountain weiter an ihrem Sound und erfüllen mit den acht Songs wieder dem eigenen Anspruch, etwas Neues zu schaffen und dem Hörer eine einzigartige Atmosphäre bieten zu wollen. Das zweite Album ist ein Meisterwerk geworden, welches mit abwechslungsreichen Songwriting, dichter Atmosphäre, verträumten Melodien und einer zauberhaften Stimme glänzt.

Tracklist

1. Nebula Trance

2. In Burning Shrouds

3. The Disappearance

4. Into The Crystal Slumber

5. Oneironaut

6. Greeting The Stars

7. Death Echos

8. Through The Great Void

Bewertung

10 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Mother Mountain
  • Album Titel: Oneironaut
  • Erscheinungsdatum: 10.11.2017
  • Fazit: Auf "Oneironaut" bauen Mother Mountain weiter an ihrem Sound und erfüllen mit den acht Songs wieder dem eigenen Anspruch, etwas Neues zu schaffen und dem Hörer eine einzigartige Atmosphäre bieten zu wollen. Das zweite Album ist ein Meisterwerk geworden, welches mit abwechslungsreichen Songwriting, dichter Atmosphäre, verträumten Melodien und einer zauberhaften Stimme glänzt.
Gelesen 328 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 November 2017 18:29

Medien

Nebula Trance (offcial video) - Mother Mountain Mother Mountain