Montag, 20 November 2017 15:23

Eraserhead - Remnants of Decadence

geschrieben von Torn
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Im Jahre 2015 hatten die Death Metaller Eraserhead aus Hessen einige personelle Umstrukturierungen. Gesang- und Schlagzeug-Ämter wurden neu besetzt und man machte sich direkt an die Produktion des Debüt-Albums. "Remnants of Decadence" heißt das gute Stück und erschien im September 2016.

Die vorab veröffentlichte Demo mal ausgenommen ist die Platte das erste Lebenszeichen der Limburger und Gießener Jungs seit der 2012er EP "Aviditas Humani". Doch das lange Warten wird belohnt: So startet die Scheibe nach einem kurzen Intro mit harten Riffs und einem treibenden Rhythmus. Damit lädt der Opener „Collection of Scalps“ schon nach wenigen Minuten zum Headbangen ein und ebnet den Weg für die weiteren Stücke.

Eraserhead haben eine klare Linie und machen auf diesem Weg auch keine Gefangenen. An vielen Stellen erinnern gerade die ersten Stücke an die Old Schooler von Bolt Thrower und sind auch handwerklich auf einem ähnlichen Niveau. Während die Gitarren sich mit eingängigen Melodien präsentieren, stampfen die Drums munter drauf los und lassen keinen Stein auf dem anderen. Auffällig ist dabei die satte Produktion, für welche sich das Kölner Label Bret Hard Records verantwortlich zeigt. Die Instrumente sind gut abgemischt und der keifende Gesang kommt gut zur Geltung. Besonders im Refrain von "Teach Us Wisdom" sticht dies heraus, da dieser langsamer gehalten ist als die vorherigen Tracks. Doch die Pause ist nur von kurzer Dauer, denn "The Manifesting of the One and Manifold" startet wieder mit der gewohnten Härte und Schnelligkeit durch. Rhythmisch wird hier auch ein harter Thrash-Einschlag deutlich, der zwar der Abwechslung nicht schadet, stellenweise aber wie "schon einmal gehört" klingt. Die beiden folgenden Tracks schlagen in die gleiche Kerbe und lassen die zweite Hälfte von "Remnants of Decadence" aggressiver daherkommen als die erste.

Interessanter wird es jedoch erst gegen Ende. Während sich in "Limburgian Decadence" ein kurzes Chor-Sample einschleicht, hören wir zu Beginn des Finales "Unintentional" den altgedienten Walter Ulbricht in seiner wohl bekanntesten Rolle als Mauerleugner. Waren zuvor eher makabere Themen am Start, wird es hier zum ersten Mal politisch. Damit bricht das Quartett mit der bisherigen, Eingängigkeit und schafft doch noch etwas mehr Abwechslung als bislang angenommen.

"Remnants of Decadence" zeigt sich in ähnlicher Manier wie Klassiker seitens Bolt Thrower, Deicide et cetera. Auch der zwischenzeitig dominierende Thrash-Part erinnert an bekanntere Vertreter der Szene. Leider lassen diese ganzen Vergleiche kaum Raum für Eigenständigkeit zu und lassen Eraserhead dadurch leichter in einer Nische verschwinden, die bereits gut abgedeckt ist. Die Lichtblicke gegen Ende zeigen aber doch, dass hier Potenzial schlummert, welches die vier Hessen in Zukunft sicher ausbauen können. Eine solide Packung zum Debüt, die trotz kleiner Schwächen insgesamt Spaß macht und auf weitere Werke hoffen lässt.

 

Trackliste:

1. Collection of Scalps
2. Digital Absorption
3. On Death Row
4. Carnivores
5. Teach Us Wisdom
6. The Manifesting of the One and Manifold
7.  ...and Then He Turned the Gun on Himself
8.  Rise and Fall of Bellerophon
9.  Limburgian Decadence
10. Unintentional

Bewertung:

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Eraserhead
  • Album Titel: Remnants of Decadence
  • Erscheinungsdatum: 23.09.2016
  • Fazit: Eine solide Packung zum Debüt, die trotz kleiner Schwächen insgesamt Spaß macht und auf weitere Werke hoffen lässt.
Gelesen 235 mal Letzte Änderung am Montag, 20 November 2017 15:46

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