Dienstag, 03 Oktober 2017 13:28

Streams Of Blood - Allgegenwärtig

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Mit ihrem dritten Werk „Allgegenwärtig“ liefern Streams of Blood aus Bayern mit ihren“Anti-Human Black Metal“ einen weiteren Höhepunkt des Jahres ab. Erbarmungslos wie eh und je und dennoch gut gereift in den letzten vier Jahren - ohne zu viel vorwegzugreifen gelingt den Erlenbachern hier ein nahezu beispielloses Meisterwerk des akustischen Menschenhasses. Neugierig geworden?

Vielen ist Streams of Blood mittlerweile ein Begriff geworden, sind sie doch mittlerweile kaum mehr wegzudenken aus der Szene und auch beispielsweiße bei der nächsten Zeremonie der Schatten ein gern gesehener Gast. Mit Alben wie „Ultimate Destination“ gelang bereits anno 2013 ein lang nachhallendes Werk, dass aber dennoch nicht ganz überzeugen konnte. Mit ihrem neusten Streich, bestehend auf acht Tracks, wagt die Band den einen oder anderen Schritt in neue Gefilde. Schon beim Opener „Stella Nova (Collapse)“ weht immer ein Hauch von „The Commitee“ mit, fein eingewoben in einen Hauch Death Metal der stets mitweht auf dem ganzen Album. Treibende Blast Beats bleiben weiterhin eins der auffälligsten stilistischen Mittels des Werkes, wirken aber wesentlich besser als noch auf dem Vorgänger. Auch wenn sich die Franken mit dem Tempo hier noch etwas zurückhalten, wird hier bereits der weitere Weg klar dargestellt und ist einerseits anders als bisheriges Streams of Blood und doch vertraut wie eh und je. Mit „Corrosion“ bricht die erste Welle herein, sei es beim Tempo allgemein oder beim Gesang, überall wird nochmal eine Schippe drauf gelegt und fesselt beim Hören des Songs ungemein. Mit stetiger Hördauer gewinnt der Song stets an Spannung und gipfelt in einem grandiosen Black Metal Feuerwerk, was ihn eindeutig zur Hörempfehlung macht. Nicht weniger empfehlenswert ist „Detox“, der sich auch bei mehrmaligen Hören als Lieblingstrack kristallisiert und polarisiert wie kaum ein anderer Song der Band. Kraftvoll, hasserfüllt und erbarmungslos von Anfang bis zum Ende, perfekt stimmige Instrumente mit düsteren Riffing wechseln sich ab mit brachialen Drumming und wuchtigen Gesang der Streams of Blood immer wieder herausstechen lässt aus der Masse.

Einmal in Fahrt lässt sich die Band auch nicht bremsen – mit „Open your third Eye“ knüpft die Band nahtlos an den Vorgänger an. Mit gewohnter aber etwas langsamer Manier stürmt das Duo durch den fast sechsminütigen Track der auch ungewohnte Doom Einflüsse zeigt und der Band eine weitere Facette verleiht. Etwas melancholischer wie bisher doch immer noch teils etwas aufgehellt ist es unverkennbar eine neue neue Nuance welche die Band stets hervorhebt. Mit dem fünften Track „Fusion“ ist man an einem Punkt angelangt, bei dem die Musik spätestens als absolut rundes Gesamtwerk bezeichnen kann und allein die Atmosphäre, die sich gebildet hat, genügt, um die Spannung hoch zu halten und den lyrischen Hass komplett zu verinnerlichen. Das Riffing bleibt auf höchstem Niveau und Wünsche des schwarzmetallischen Herzens bleiben kaum übrig. Warum kaum ? Erst mit „Man owes nature only death (Conduct)“ gelingt auch noch das kleine Tüpfelchen auf dem i und der brachiale Hass schlägt vollends über. Neben „Detox“ eindeutig der stärkste Song der gesamten Scheibe. Am Gesamtbild kann „Regeneration“ auch nicht mehr viel rütteln, bietet sich hier zum Schluss noch etwas mehr Melodie und deutlich mehr hörbare Death und Doom Metal Einflüsse die sich schlussendlich mehr absetzten als die Blast Beat Brecher wie „Detox“ oder „Corrosion“.

Gefühlt könnte hier das Album schon vorbei sein, würde sich nicht noch „Transformation“ anschließen und mit über sieben Minuten das Gesamtwerk mehr wie würdig abschließen. Deutlich variierter Gesang und andere Melodien verleihen dem Song einen ganz eigenen, urigen Charakter mit einem doomigen Charme durch die deutlich langsameren Passagen mit teils Klargesang die sich durch den Song ziehen. Ein Paradebeispiel dafür, dass Streams of Blood hier experimentieren und keinesfalls stagnierend im Einheitsbrei verschwinden wollen. Ein durchweg fantastisches Album dass am Ende aufgerüttelt durch die vergangenen fünfundvierzig Minuten nur ein überragendes Urteil nach sich ziehen kann. Egal wo hin die Richtung zukünftig geht, diese Band bleibt ein persönlicher Favorit!

Tracklist:

01 Stella Nova (Collapse)

02 Corrosion

03 Detox

04 Open your Third Eye

05 Fusion

06 Man owes nature only death (Conduct)

07 Regeneration

08Transformation

Bewertung:

9,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Streams Of Blood
  • Album Titel: Allgegenwärtig
  • Erscheinungsdatum: 07.04.2017
  • Fazit: Noch nie klangen Streams of Blood so gereift und facettenreich während jedoch gleichzeitig ihre Vorzüge der älteren Platten keineswegs vernachlässigt wurden. Die Band hat sich teilweise neu erfunden und ihren Platz ganz oben weiterhin gefestigt. Für mich gehören Streams of Blood verdient zu den Größen im Underground, die fast nicht mehr wegzudenken sind.
Gelesen 423 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Oktober 2017 15:24

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