Montag, 02 Oktober 2017 15:04

Totenwache - Ursprung

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Ursprung Ursprung Totenwache

Die erste Scheibe in Eigenregie aufzunehmen, kann ein voller Erfolg werden oder voll in die Hose gehen. Totenwache haben es dennoch gewagt - ihre Demo „Urspung“ kam im Juni auf den Markt. Wir haben mal genauer hingehört, was die Black Metaller aus Hamburg da fabriziert haben.Read More

Das Intro zu „Crushing the Impure Crown“ klingt schon mal nicht falsch mit seinen Gitarren, zu denen sich bald Schlagzeug und Screamgesang gesellen. Die Riffs sind technisch solide, wenn auch nicht gerade super spannend. Das wird zum Glück im zweiten Song, „Tome of Lies“, besser, denn hier wird mehr mit Tempo und Melodie gespielt. Bass und Schlagzeug bilden fast durchweg die Basis für Gitarren und Gesang. Auch hier würde ich die Arbeit als technisch gut bezeichnen, trotzdem gibt es in Bezug auf Virtuosität und Varianz noch Luft nach oben. Es ist zwar schön und wichtig, dass man den Takt halten kann, man muss es aber nicht zeigen, indem man lauter Achtel oder Offbeat-Viertel auf die Tom-Toms knallt - abschnittsweise ist das ja okay, doch bitte nicht durchgehend. Das und die oft langgezogenen Riffs nehmen den Songs einiges an Spannung.

 

Einerseits könnte man hier an vielen Stellen kürzen, was bei bis zu 12 Minuten Spielzeit sicherlich kein Beinbruch wäre. Andererseits ist gerade Song Nummer drei, „Denial of Consciousness“, mit seinen 12 Minuten mit der abwechslungsreichste und, meiner Meinung nach, beste Song. Ein langsames, düsteres Intro mündet in Screams, die auch endlich mal mehr Emotionen transportieren. Wut und Verzweiflung hallen aus den Lautsprechern, die Intensität nimmt im ersten Drittel zu und wieder ab, um dann trotz des langsameren Tempos wieder anzusteigen. Mit unterschiedlichen Melodien wurde versucht, dem Song die nötige Abwechslung zu verleihen, doch auch in diesem Fall kann mich die Musik nicht bis zum Ende fesseln. Ab dem letzten Drittel wartet man eigentlich nur noch auf den nächsten und insgesamt letzten Song der Demo. „The Defiled King“ startet in gewohnter Manier mit einem Gitarrenintro und dem baldigen Einsatz von Bass, Schlagzeug und Gesang. Das gesteigerte Tempo hilft, die Aufmerksamkeit für die letzten paar Minuten bei der Sache zu behalten. Die 30 min Gesamtspielzeit wirken auf den ersten Blick imposant, doch bei nur vier Songs muss man wirklich wissen, wie man die Spannung und damit den Hörer halten kann - daran hapert es leider noch. Auch am Sound muss noch geschraubt werden: Während die Toms fast zu prägnant sind, geht der Gesang zwischen Schlagzeug und Gitarre ziemlich unter. Insgesamt ist dies jedoch für ein in Eigenregie aufgenommenes Erstlingswerk einer erst vor kurzem gegründeten Band durchaus zu verschmerzen.

 

Der Demo „Ursprung“ hätte ein wenig zusätzliche Reifezeit gutgetan, in der man noch an Songstrukturen und Sound hätte schrauben können. Abgesehen davon liefern Totenwache schnörkellosen Black Metal auf technisch gutem Niveau, der sich durchaus hören lassen kann. Und wen die Livequalitäten der Hamburger interessieren, dem sei das „Zeremonie der Schatten“ in Hofheim am 28./29. April nächstes Jahr ans Herz gelegt.

 

Tracklist:

1. Crushing the Impure Crown

2. Tome of Lies

3. Denial of Consciousness

4. The Defiled King

 

Bewertung:

6 von 10

Weitere Informationen

  • Band: Totenwache
  • Album Titel: Ursprung
  • Erscheinungsdatum: 05.06.2017
  • Fazit: Der Demo „Ursprung“ hätte ein wenig zusätzliche Reifezeit gut getan, in der man noch an Songstrukturen und Sound hätte schrauben können. Abgesehen davon liefern Totenwache schnörkellosen Black Metal auf technisch gutem Niveau, der sich durchaus hören lassen kann.
Gelesen 308 mal Letzte Änderung am Montag, 02 Oktober 2017 15:47

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Tome of Lies Totenwache